08/04/2026, 15:10
Sign to Make Our Voices Heard!
A heartfelt "Vergelt's Gott" ("May God reward you") to everyone who has already signed the online petition to preserve the historic Holy Blood Altar in Weingarten!
Those of you who live in Weingarten are well aware of the many efforts made over the past several years by different groups to preserve the altar. Of the four winning designs from the 2024 architectural competition, Design 1b by Mr. Zauner was selected and is now being implemented. In our view, there was subsequently insufficient opportunity for further public discussion. According to the newspaper article of July 25, 2026 (see also "News" on the petition page), the public is even expected to wait until the plans have been finalized. In the meantime, the petition has helped accelerate this process. The scope of the proposed alterations extends far beyond the sanctuary itself, as can be seen from the parish's published plans:
https://katholisch-weingarten.de/wp-content/uploads/2026/08/Zur-Grundidee-hinter-dem-neuen-liturgischen-Raumkonzept-01.08.2026.pdf In the future, anyone wishing to venerate the relic housed in the stele would have to turn their back on the Blessed Sacrament. Anyone wishing to view the relic contained within the altar would first have to walk around the ambo, which is planned to stand directly in the central line of sight. As a result, the present, unambiguous symbolism of the anamnesis—the remembrance of Christ's sacrifice on the Cross—expressed both on the altar table and within the altar itself, would be abandoned. This means that the solution which all of you have unequivocally supported with your signatures—simply preserving the existing altar—has effectively been ruled out.
For years, we have been unable to have this option heard by the Bishop, the Dean, or the Parish Council. In our view, the concluding remarks of the above-mentioned Schwäbische Zeitung article also give the impression that dissenting voices are broadly portrayed as being hurtful, manipulative, or as exerting pressure on others. In the context of an online petition, we find this difficult to understand.
One can only hope and pray that the Bishop, the Dean, and the Parish Council will be blessed by God with Solomon's wisdom and "a listening heart" (cf. 1 Kings 3:9). We simply want to be heard, and we will continue collecting signatures with determination until that happens.
Please help us by actively sharing this petition with your friends and acquaintances. Every signature counts! Thank you for your support.
08/03/2026, 15:54
Unterschreiben, um gehört zu werden!
Ein herzliches „Vergelt’s Gott!“ an Sie alle, die Sie die online-Petition zum Erhalt des historischen Heilig-Blut-Altars in Weingarten bereits unterschrieben haben!
Wer von Ihnen in Weingarten wohnt, weiß um die Anstrengungen, die in den letzten Jahren von verschiedenen Seiten unternommen wurden, um den Altar zu erhalten. Aus den vier „Siegerentwürfen“ des Ideenwettbewerbs 2024 wurde Entwurf 1b von Herrn Zauner ausgewählt und umgesetzt. Aus unserer Sicht blieb anschließend kein ausreichender Raum für eine weitere öffentliche Diskussion – Sie sollen, so der Zeitungsartikel vom 25.07.26 (siehe auch unter "Neuigkeiten" auf der Petitionsseite), sogar noch abwarten, bis die Pläne fertig sind. Diesen Prozess hat die Petition mittlerweile beschleunigt. Das Ausmaß der Umbauten geht weit über den Altarraum hinaus, wie auf der Homepage der Pfarrgemeinde zu sehen ist (https://katholisch-weingarten.de/wp-content/uploads/2026/08/Zur-Grundidee-hinter-dem-neuen-liturgischen-Raumkonzept-01.08.2026.pdf).
Wer in Zukunft die Reliquie in der Stele verehren will, muss dem Allerheiligsten den Rücken zukehren. Wer die im Altar befindliche Reliquie sehen will, muss erst um den Ambo, der mitten in der Sichtachse geplant ist, herumgehen. Die derzeitige, eindeutige Symbolik von der Anamnesis/Erinnerung an das Kreuzesopfer Christi auf dem Altartisch und unten im Altar wird damit aufgegeben. Damit ist aber die Lösung, die Sie alle uneingeschränkt mit Ihrer Unterschrift fordern, nämlich den bisherigen Altar einfach zu belassen, endgültig vom Tisch gefegt!
Für diese Option bei Bischof, Dekan und Kirchengemeinderat Gehör zu finden, ist seit Jahren nicht gelungen. Aus unserer Sicht entsteht auch am Ende des oben genannten Artikels in der Schwäbischen Zeitung der Eindruck, dass Gegenstimmen pauschal als verletzend, manipulativ oder Druck ausübend dargestellt werden. Im Zusammenhang mit einer Online-Petition erscheint uns dies nur schwer nachvollziehbar.
Man kann nur hoffen und beten, dass Bischof, Dekan und Kirchengemeinderat von Gott mit salomonischer Weisheit und einem „hörenden Herzen“ gesegnet werden (vgl. 1 Kön 3,9). Wir wollen endlich gehört werden und sammeln unbeirrt weiter, bis dies der Fall ist!
Bitte helfen Sie dabei mit und verbreiten die Petition aktiv bei Ihren Freunden und Bekannten. Jede Stimme zählt! Danke für Ihre Unterstützung.
08/01/2026, 03:09
Betrachtung zur Predigt:
Der heutige Heilig-Blut-Altar wurde am 8. November 1931 feierlich eingeweiht. Am Nachmittag hielt Abt Michael von Witowski eine Festpredigt, in der er auf die Besonderheiten des neuen Heilig-Blut-Altares hinwies. Für die Liturgische Bewegung war vor allem die aktive Teilnahme des Kirchenvolkes an den liturgischen Feiern wichtig. Er fragt daher:
„War es nicht schön, als wir alle zusammen um den Altar, den neugeweihten standen, als wir alle von uns wussten, nicht nur der Priester, nicht nur der Pontifex am Altar ist bestellt, hineingestellt als ein Gesandter Gottes, als ein Gesandter Christi, sondern jeder von uns? Wir alle haben die Gebete Christi gesprochen, aus unserem Herzen, unserem Mund hat Christus gesprochen, wir gehörten dazu, eine große starke Einheit.“
Das Chorgitter, das trennt, ist versetzt. Alle sind einmütig – geradezu synodal – um den Altar versammelt. Alle können bei der Eucharistie, die auf dem Altar gefeiert wird, jetzt die Reliquie im Altar sehen: das Blut Jesu in Gestalt des Weines und in Form der Reliquie.
Wichtig ist nicht nur die Verbindung mit den Christen heute, sondern auch mit den Christen durch die Jahrhunderte. Die Reliquien von Abt Alto, der die Benediktiner ursprünglich nach Weingarten brachte, mit dem Benediktiner Bonifatius, dem „Apostel der Deutschen“, und mit dem „Apostelfürsten“, dem heiligen Petrus, machen die Basilika (damals noch Münster) zum Schwäbischen Sankt Peter.
Alle sind berufen, wie Petrus, der Fels, zu lebendigen Steinen zu werden, auf denen Christus seine Kirche in schweren Zeiten gründet. Und die Zeiten waren damals wirklich düster, gerade war die Wirtschaftskrise mit horrender Inflation und Börsencrash noch nicht völlig überstanden, das Ende der Weimarer Republik bahnte sich an und die zunehmende Radikalisierung der Nationalsozialisten zeichnete sich ab. In diesen Zeiten sammelte die Bevölkerung von Weingarten für „ihren“ Altar, sogar Kinder gaben ihre Groschen, und die Leuchter und das Kreuz als wertvoller Altarschmuck wurden vom Weingartner Schlossermeister Josef Pfleghar gestiftet. Der Altar selbst war vom Stukkateur- und Marmoriermeister Karl Richard Mayer-Rosa in Neuhausen/Fildern gefertigt. Abt von Witowski schließt seine Predigt mit einer an Christus gerichteten Betrachtung zum derzeitigen Heilig-Blut-Altar, die auch in die heutige Zeit (wieder) passen könnte:
„Christus wir haben verstanden, was du uns sagst durch den neuen Altar. Christus du vertraust auf mich, Christus, du streckst mir die Hand entgegen, Christus du sagst auch zu mir: Du bist ein Petrus, du bist ein Fels und auf diesen Felsen, katholisches Herz, auf diesen Felsen, auf dich will ich heute in diesem Branden und Wogen einer todfeindlichen Welt meine Kirche bauen. So kommt denn, lernt von diesem Altar, lernt von denen, die darin wohnen, lernt von denen, dessen Opfer darauf liegt, lernt von der Gestalt dieses Altars. Alles das sagt dir: Gott will dich! Das ist nicht ein Altar, irgendeiner, das ist ein Aufruf Gottes, darum hat er ihn gestellt in diese Kirche, wo nicht bloß aus der hiesigen Pfarrei die Gläubigen kommen, sondern aus dem ganzen schönen katholischen Land.“
Prof. Dr. Annemarie C. Mayer, Trier