Basilika Weingarten: Bischof Dr. Krämer nimmt Petition entgegen Eine Delegation der Initiative „Pro-Heiligblutaltar“ hat am Mittwoch, 14. Oktober 2026, im Rottenburger Bischofshaus die Petition „Erhaltet den historischen Heilig-Blut-Altar Weingarten!“ an Bischof Dr. Klaus Krämer übergeben. Insgesamt 5.843 Menschen haben sich für den Erhalt des Altars von 1931 ausgesprochen. Wir berichteten dem Bischof, dass im Verhältnis zu den knapp 1.400 Unterstützern der Petition aus Weingarten lediglich 659 Katholiken an der Kirchengemeinderatswahl teilgenommen haben.
Anton Neubrand: Bürger aus Weingarten kämpfen für den Erhalt des bestehenden Heilig-Blut-Altars Mit ihrer großen Resonanz zeigt die Petition eindeutig, dass die Umgestaltung des Basilika-Altarraumes abgelehnt wird. „Eine Veränderung, wie durch den Künstler vorgestellt, würde unsere barocke Kirche total entfremden“, so äußerte sich der Urweingärtler. „Es braucht keine modifizierte Basilika. Die Gläubigen haben auch ein Mitbestimmungsrecht und es kann nicht sein, dass man sie hier übergeht“
Pfarrer Sedlmeier: Der Altar ist Teil der Lebensgeschichte ganzer Generationen Welche Bedeutung der Heilig-Blut-Altar für die Menschen in und um Weingarten hat, zeigte der aus Weingarten stammende Pfarrer Wolfgang Sedlmeier auf: Er betonte die Verbundenheit der Katholiken mit dem Heilig-Blut-Altar, indem er ein Foto des Altars, das ihm und vielen anderen Kindern von der Gemeinde als Andenken an die Erstkommunion überreicht wurde, mit zur Petitionsübergabe brachte. Zudem meinte er, dass die Zerstörung des jetzigen Altars einem Bildersturm gleichkäme. Man sei gut beraten, sich an Martin Luther zu halten, der riet, wenn die Menschen an den alten Bildern hingen, sie dort zu belassen, um die Gefühle deren nicht zu verletzten. In der Auseinandersetzung sei außerdem die Orientierung an der Zivilgesellschaft nützlich, die z.B. beim Streit um die Altstadt von Frankfurt oder bei der Fassade des Berliner Schloss nach Bürgerprotesten, die fortgeschriebenen Planungen aufgegeben und neu entschieden hätten. Für Sedlmeier bekäme das Pauluswort „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude“ in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung. „Der Altar sei für viele Menschen weit mehr als ein historisches Kunstwerk oder liturgisches Ausstattungsstück. Mit ihm verbinden sich Erinnerungen an Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Hochzeiten, Beerdigungen, Priesterweihen und Primizen“, sagte Pfarrer Sedlmeier. Generationen von Gläubigen haben vor diesem Altar die wichtigsten Stationen ihres Glaubens und ihres Lebens gefeiert.
Morgen, Sonntag, 18. Oktober: Öffentliche Petitionsübergabe vor der Basilika Nach Übergabe der Petition an Bischof Dr. Klaus Krämer werden wir auch Dekan Ekkehard Schmid und der Kirchengemeinderat von St. Martin, Weingarten die Petition übergeben. Die öffentliche Übergabe findet am morgigen Sonntag, 18. Oktober, um 16:00 Uhr auf dem Vorplatz der Basilika Weingarten statt. Dies soll deutlich machen, dass hinter den 5.843 Unterschriften viele Menschen stehen, denen der Erhalt des Heilig-Blut-Altars ein persönliches Anliegen ist.
Nach unserer Einschätzung- noch keine endgültige Entscheidung gefallen – Prozess ergebnisoffen Unser Eindruck aus dem Gespräch ist, dass Bischof Dr. Klaus Krämer die Petition ernst nimmt. Die Kirchengemeinde St. Martin, Weingarten hatte in der vergangenen Woche zu einer Informationsveranstaltung in die Basilika eingeladen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 21. Oktober, um 19:00 Uhr statt. Wir Initiatoren hoffen, dass viele Menschen aus Weingarten die Gelegenheit nutzen, ihre Kritik und Anliegen bei dieser Informationsveranstaltung offen einzubringen. Bei einer vergleichbaren Veranstaltung vor zwei Jahren kam es aus unserer Sicht zu erheblichen Spannungen.
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, nun ist es amtlich: Die in den vergangenen Wochen wiederholt öffentlich verbreitete Darstellung, der historische Heilig-Blut-Altar bzw. sein Sockel sei „marode“, ist fachlich nicht haltbar. Das bestätigt nun ausdrücklich Thomas Pehle, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Ravensburg, das die Basilika für das Land verwaltet. Auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung (14.10.2026) erklärt er unmissverständlich: „Aus unserer Sicht ist das fachlich nicht zutreffend. Bauschäden wurden durch uns bisher nicht festgestellt.“ Auch die rund 100 Jahre alten Stufen weisen zwar Gebrauchsspuren auf, stellen aber derzeit keine Gefahr dar. Damit ist klargestellt: Der historische Altar kann nach fachlicher Einschätzung des zuständigen Amtes nicht als marode bezeichnet werden. Ebensowenig lässt sich mit einem angeblich schlechten baulichen Zustand ein dringender Handlungsbedarf begründen. Auch die Sicherheit der Heilig-Blut-Reliquie ist gewährleistet; denn eine Alarmanlage ist vorhanden, wie das Bauamt bestätigt, und kann im Zuge der Sanierung technisch aktualisiert werden. Diese Klarstellung ist angesichts der vergangenen Wochen von besonderer Bedeutung. Denn die Behauptung eines „maroden“ Altars wurde wiederholt öffentlich in den Raum gestellt und konnte den Eindruck erwecken, der Erhalt des historischen Altars sei aus baulichen oder sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr verantwortbar. Diese Argumentation ist nun widerlegt. Unser Anliegen war und ist deshalb berechtigt: Es geht nicht um die Rettung eines angeblich baufälligen Altars, sondern um die Frage, ob ein kunst- und liturgiegeschichtlich bedeutendes Zeugnis der Weingartener Basilika erhalten bleiben soll. Am Sonntag, 18. Oktober, werden wir die Petition mit inzwischen fast 6.000 Unterschriften dem Kirchengemeinderat und Dekan übergeben. Allen, die mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des historischen Heilig-Blut-Altars eingestanden sind, gilt unser herzlicher Dank. Ihr Engagement hat wesentlich dazu beigetragen, dass nun Klarheit über den tatsächlichen baulichen Zustand geschaffen wurde. Nun gilt es umso mehr, sachlich, transparent und mit offenem Blick über die Zukunft des Altarraums zu sprechen.
Bei der Infoveranstaltung zur geplanten Neugestaltung des Altarraums in der Basilika Weingarten vor zwei Jahren war der Wunsch der Bevölkerung eindeutig: Der historische Heilig-Blut-Altar soll erhalten bleiben. Als wir im Sommer 2026 vom drohenden Abriss erfuhren, beschlossen wir zu handeln und starteten am 10.07.2026 eine Petition. Die Resonanz übertrifft alle Erwartungen: Inzwischen haben mehr als 5.400 Menschen unterschrieben, davon 2.949 aus dem Landkreis Ravensburg und mehr 1.340 aus Weingarten. Das ist ein deutliches Signal, das von den Verantwortlichen in Kirchengemeinde und Diözese ernst genommen werden muss. Gerade angesichts des vielfach betonten Prinzips der Synodalität ist es unverständlich, wenn eine solch weitreichende Entscheidung ohne umfassende Beteiligung der Gemeinde getroffen wird. Auch Kardinal Hollerich, der von der Causa Weingarten erfahren hat, kritisierte dieses Vorgehen deutlich und betonte: „Das Vorgehen von Pfarrer und Kirchengemeinderat in Weingarten, unter Ausschluss der Öffentlichkeit etwas zu beschließen, das die gesamte Gemeinde angehe und für alle von Belang sei, habe mit Synodalität nichts zu tun – im besten Fall sei es falsch verstandene Scheinsynodalität und pastoral ganz unangebracht. Wo bleibe bei einem solchen Vorgehen der Heilige Geist, die synodale Unterscheidung und Beratung? Man müsse bei einer so wichtigen Entscheidung die Gemeinde doch mitnehmen, nicht außen vor lassen.“ Für den Erhalt sprechen nicht nur die zahlreichen Unterschriften, sondern auch fachliche Einschätzungen. Ein kunsthistorisches und ein pastorales Gutachten liegen bereits vor; ein weiteres Gutachten aus kirchenbaulicher Perspektive ist in Arbeit. Der 1931 geweihte Altar wurde unter großer Beteiligung der Bevölkerung vollständig durch Spenden finanziert. Seit fast 100 Jahren ist er Teil der Geschichte und des religiösen Lebens in Weingarten. Generationen haben an ihm gebetet, Gottesdienste gefeiert und wichtige Lebensereignisse erlebt. Ein solches Zeugnis der Geschichte und der Verbundenheit der Menschen darf nicht leichtfertig aufgegeben werden. Der Heilig-Blut-Altar ist mehr als ein Ausstattungsstück: Er ist Teil der Identität Weingartens. Er muss bleiben. Die Petition läuft noch bis zum 11.10.2026. Wir danken allen, die sich für den Erhalt engagieren und bitten die Petition bei Bekannten und Freunden bis zum Sammlungsende weiterzuverbreiten.
Die Initiatoren der Petition sowie die Mitglieder der Initiativgruppe "Pro Heiligblutaltar"
Die Petition wird noch verlängert - wir warten noch auf Rückmeldung
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
Vielen Dank für eure bisherige Unterstützung unserer Petition und die zahlreichen Unterschriften!
Die ursprünglich bis zum 30.09.2026 laufende Petition haben wir verlängert. Der Grund dafür ist, dass wir bislang noch keine abschließende Rückmeldung von allen Adressaten unserer Petition erhalten haben und daher auch noch keine konkreten Termine für die Übergaben feststehen.
Wir möchten die Petition nicht abschließen, bevor geklärt ist, wann und an wen wir die gesammelten Unterschriften übergeben können. Deshalb geben wir der Angelegenheit noch etwas Zeit und verlängern die Möglichkeit zur Unterstützung bis zum 11.10.2026.
Sobald wir Rückmeldungen haben und erste Übergabetermine anstehen, werden wir Sie selbstverständlich informieren.
Vielen Dank!
Neues Zeichnungsende: 11.10.2026 Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 5.204
Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition, wie bereits am 13.09.2026 angekündigt, freuen wir uns über ein „Gutachten unter Berücksichtigung theologischer Aspekte zum derzeitigen Heilig-Blut-Altar“. Die Bewertung aus dieser Perspektive durch eine anerkannte Professorin für Dogmatik und Dogmengeschichte bildet eine wichtige Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit dem Altar und seiner Bedeutung. Wir möchten uns bei allen, die die Petition unterstützt und damit ihr Interesse am Erhalt und an der angemessenen Würdigung des Altars zum Ausdruck gebracht haben, herzlich bedanken. Ihre Unterstützung hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Bedeutung dieses Anliegens öffentlich wahrgenommen wird.
Sonntag, 13.09.2026 Aktuelle Informationen zur Petition „Erhaltet den historischen Heilig-Blut-Altar in der Basilika Weingarten“ (UNGEKÜRZTER TEXT SIEHE PDF anbei)
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition zum Erhalt des historischen Heilig-Blut-Altars in der Basilika,
Wir – die Initiatoren der Petition, sind überwältigt, welchen Zuspruch wir bislang erreichen konnten. Die seit 10. Juli 2026 online zugängliche Petition hat mit derzeit mehr als 4060 Unterschriften insgesamt sehr große Resonanz aus der ganzen Welt, dem Umland, aber vor allem aus Weingarten gefunden. Bislang sind 1200 Unterschriften aus Weingarten eingegangen. Zahlreiche überregionale und regionale Medien haben darüber berichtet. Dass so viele Menschen aus Nah und Fern sich für den Erhalt dieses einzigartigen Altars aussprechen, zeigt dessen Stellung in den Herzen der Menschen und die große Verwunderung und Ablehnung des teuren Neuentwurfs. Wir fühlen uns in unserer Haltung sehr bestätigt. Der historische Heilig-Blut-Altar ist dabei nicht nur aus emotionalen Gründen wichtig: Ebenso aus pastoraler (Gutachten Prof. Dr. Mayer, Trier), kunsthistorischer (Gutachten Prof. Dr. Hecht, Erlangen) und liturgiegeschichtlicher Perspektive (der Altar ist ein weltweit einmaliges Denkmal der liturgischen Bewegung) gilt es dieses Kulturgut zu bewahren. Anderswo werden historische Zeugnisse dieser Art aufwendig restauriert, hier will man ein solches unwiederbringlich herausreißen und mit Druck umgestalten. Der Heilig-Blut-Altar erfüllt außerdem alle Kriterien, die das Zweite Vatikanische Konzil für eine Messfeier vorgesehen hat. (…) Der Basilika-Besucher nimmt sofort wahr: dieser Heilig-Blut-Altar ist etwas ganz Besonderes und kein Fremdkörper. Er fügt sich ein, als wäre er immer schon da gewesen.
Neu: Zusammenschluss zur Initiative „Pro-Heiligblutaltar“ Ebenso möchten wir Ihnen ein weiteres freudiges Ereignis mitteilen: Engagierte zum Erhalt des Heiligblutaltars haben sich zur Initiative „Pro-Heiligblutaltar“ zusammengeschlossen. Wir bedanken uns ausdrücklich bei allen Unterstützern, den vielen handschriftlichen Sammlern und allen, die die Petition verbreiten. Die Initiativgruppe vertritt nun unser Anliegen und kann via E-Mail kontaktiert werden: pro-heiligblutaltar@web.de Wir haben ein großes Anliegen, mit dem wir Sie alle mit dieser Nachricht erreichen wollen. Die Petition läuft noch bis zum 30. September 2026. Auch kann bis dahin noch handschriftlich gesammelt werden. Es wäre schön, wenn alle, die unterzeichnet haben, mindestens noch einen Weiteren aus dem Kreis ihrer Freunde/ Bekannten/ Familienmitglieder finden würden, die sich auch der Sache anschließen würden und die Petition unterzeichnen.
Abgrenzung von Unwahrheiten Selbstverständlich sei darauf hingewiesen: Niemand wird zur Unterschrift gezwungen, wir grenzen uns bewusst von dieser von der Kirchengemeinde behaupteten Unwahrheit ab: – „Gemeindemitglieder würden „massiv bedrängt“, die Petition zu unterschreiben, auch unter Behauptung falscher Tatsachen“ (EWTN, 27.08.2026). Auch auf folgende, nicht der Realität entsprechende Behauptungen in Medien sei hingewiesen: – „Zumal der Altar ohnehin renovierungsbedürftig sei, auch die Stufen drumherum seien ausgetreten“ (DIE ZEIT, 01.08.2026) ebenso wurde von einem „maroden Sockel“ berichtet (SWR, SWR, 25.08.2026, domradio.de, 02.09.2026). Aus „optischer Sicht“ ist der Altar nach unserem aktuellen Kenntnisstand vollkommen intakt, es gibt keine ausgetretenen Stufen, ebenso scheint es keinen maroden Sockel zu geben. Ein Baugutachten, welches die angebliche „Baufälligkeit“ des Altares bestätigt, wurde von der Pfarrgemeinde bisher nicht veröffentlicht. Wir fordern daher die Diözese Rottenburg-Stuttgart zur Vorlage eines entsprechenden Gutachtens oder zum öffentlichen Widerruf dahingehender Stellungnahmen auf. (...)
Wir haben diese Petition gestartet, um den Verantwortlichen vor Augen zu führen, dass die Basilika in Weingarten nicht nur eine kleine Dorfkirche ist, sondern die größte Barockkirche nördlich der Alpen, mit bedeutsamer Ordenshistorie und ein Wallfahrtsziel von Gläubigen und Pilgern aus der ganzen Welt! Daher sollten so weitreichende Entscheidungen hier besonders behutsam und im Gespräch mit der Öffentlichkeit getroffen werden, nicht nur auf Ebene KGR, Pfarrer und Diözese. Wie geht es nun weiter? Wir sammeln noch bis Monatsende und planen dann die Übergabe der Petition. Hierzu erhalten alle Unterstützer in den kommenden Wochen weitere Informationen.