Region: Weingarten

Erhaltet den historischen Heilig-Blut-Altar in der Basilika Weingarten!

Petition richtet sich an:
Pfarrgemeinderat St. Martin, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Land Baden-Württemberg

5.843 Unterschriften

Sammlung beendet

5.843 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet Juli 2026
  2. Sammlung beendet
  3. Einreichung vorbereiten
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Pfarrgemeinderat St. Martin, Diözese Rottenburg-Stuttgart, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Land Baden-Württemberg

Wir fordern die Diözese Rottenburg-Stuttgart und die Katholische Kirchengemeinde St. Martin Weingarten auf, den historischen Heilig-Blut-Altar in der Basilika dauerhaft zu erhalten und auf seinen geplanten Abbruch [1] oder seine Entfernung im Zuge der Neugestaltung der liturgischen Orte [2] zu verzichten. 

Begründung

Der Heilig-Blut-Altar ist weit mehr als ein liturgischer Ort. Er ist ein bedeutendes Zeugnis der Liturgiegeschichte, der sakralen Kunst und der Wallfahrtstradition in Weingarten. [3] 
Der heutige Altar entstand bereits Anfang der 1930er Jahre im Geist der Liturgischen Bewegung. [4] Er ermöglichte die Feier der Eucharistie zum Volk hin lange vor den Reformen des Zweiten Vatikanischen Konzils und besitzt damit eine außergewöhnliche kirchengeschichtliche Bedeutung. [5] 
Zugleich bildet der Altar aus Stuckmarmor mit seiner barocken Gestaltung eine harmonische Einheit mit dem Kirchenraum der Basilika und ist das Herz für die Hl. Blut-Reliquie. Er wurde eigens für diesen Ort geschaffen und prägt seit Generationen das Bild des Altarrums. Im Altar befindet sich die Reliquie des Heiligen Blutes, die für zahlreiche Pilgerinnen und Pilger Ziel der Verehrung und Mittelpunkt der traditionsreichen Heilig-Blut-Wallfahrt ist. [6] 
Die Basilika ist nicht nur Pfarrkirche, sondern zugleich eines der bedeutendsten Barockbauwerke Deutschlands und ein herausragendes Denkmal des Landes Baden-Württemberg. [7, 8] Veränderungen an einem derart einzigartigen Raum sollten sich am Grundsatz orientieren, historisch gewachsene und identitätsstiftende Elemente zu bewahren, wenn hierfür keine zwingenden Gründe entgegenstehen. 
Viele Gläubige, Pilger, Kunstinteressierte sowie Bürgerinnen und Bürger verbinden mit dem Heilig-Blut-Altar persönliche Erinnerungen und religiöse Erfahrungen. Sein Erhalt dient nicht allein dem Denkmalschutz, sondern bewahrt auch ein lebendiges Stück Glaubensgeschichte und regionaler Identität. [9] 
Deshalb fordern wir: 

  • den dauerhaften Erhalt des historischen Heilig-Blut-Altars an seinem angestammten Platz, da er als freistehender Altar die Liturgie nach dem 2. Vatikanischen Konzil (SC) vollumfänglich ermöglicht (SC, Artikel 124-128) [10] und die Anforderungen an einen Altar gemäß der Grundordnung des römischen Messbuchs vollumfänglich erfüllt. [11] 
  • den Verzicht auf dessen Abbruch oder Entfernung, 
  • einen offenen Dialog mit Gemeinde, Denkmalpflege, Fachleuten und der interessierten Öffentlichkeit. 

Die Basilika Weingarten ist ein herausragendes Kulturdenkmal von überregionaler Bedeutung. Mit dem historischen Heilig-Blut-Altar würde ein einzigartiges Zeugnis der Liturgie- und Kunstgeschichte verloren gehen, das nicht ersetzt werden kann. 
Deshalb bitten wir alle Verantwortlichen, die Planungen nochmals zu überdenken und gemeinsam mit Denkmalpflege, Fachleuten, Gemeinde und Öffentlichkeit nach einer Lösung zu suchen, die sowohl den liturgischen Anforderungen als auch der historischen und spirituellen Bedeutung dieses einmaligen Altars gerecht wird. Der Erhalt des historischen Heilig-Blut-Altars ist kein Festhalten an der Vergangenheit. Er ist ein Zeichen des Respekts vor der Geschichte dieses bedeutenden Wallfahrtsortes und der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen. 

Bewahren wir den Heilig-Blut-Altar – für Weingarten, für die Wallfahrt und für unser gemeinsames kulturelles und geistliches Erbe.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Johannes Paul Weiß mit Dr. Alexander Reichle und alle die sich mit der Basilika Weingarten verbunden fühlen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Johannes Paul Weiß, Weingarten
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 10.07.2026
Sammlung endet: 11.10.2026
Region: Weingarten
Kategorie: Kultur

Diese Petition wurde in folgende Sprachen übersetzt

Neuigkeiten

  • Basilika Weingarten: Bischof Dr. Krämer nimmt Petition entgegen
    Eine Delegation der Initiative „Pro-Heiligblutaltar“ hat am Mittwoch, 14. Oktober 2026, im Rottenburger Bischofshaus die Petition „Erhaltet den historischen Heilig-Blut-Altar Weingarten!“ an Bischof Dr. Klaus Krämer übergeben. Insgesamt 5.843 Menschen haben sich für den Erhalt des Altars von 1931 ausgesprochen. Wir berichteten dem Bischof, dass im Verhältnis zu den knapp 1.400 Unterstützern der Petition aus Weingarten lediglich 659 Katholiken an der Kirchengemeinderatswahl teilgenommen haben.

    Anton Neubrand: Bürger aus Weingarten kämpfen für den Erhalt des bestehenden Heilig-Blut-Altars
    Mit ihrer großen Resonanz zeigt die Petition eindeutig, dass die Umgestaltung des Basilika-Altarraumes abgelehnt wird. „Eine Veränderung, wie durch den Künstler vorgestellt, würde unsere barocke Kirche total entfremden“, so äußerte sich der Urweingärtler. „Es braucht keine modifizierte Basilika. Die Gläubigen haben auch ein Mitbestimmungsrecht und es kann nicht sein, dass man sie hier übergeht“

    Pfarrer Sedlmeier: Der Altar ist Teil der Lebensgeschichte ganzer Generationen
    Welche Bedeutung der Heilig-Blut-Altar für die Menschen in und um Weingarten hat, zeigte der aus Weingarten stammende Pfarrer Wolfgang Sedlmeier auf: Er betonte die Verbundenheit der Katholiken mit dem Heilig-Blut-Altar, indem er ein Foto des Altars, das ihm und vielen anderen Kindern von der Gemeinde als Andenken an die Erstkommunion überreicht wurde, mit zur Petitionsübergabe brachte.
    Zudem meinte er, dass die Zerstörung des jetzigen Altars einem Bildersturm gleichkäme. Man sei gut beraten, sich an Martin Luther zu halten, der riet, wenn die Menschen an den alten Bildern hingen, sie dort zu belassen, um die Gefühle deren nicht zu verletzten. In der Auseinandersetzung sei außerdem die Orientierung an der Zivilgesellschaft nützlich, die z.B. beim Streit um die Altstadt von Frankfurt oder bei der Fassade des Berliner Schloss nach Bürgerprotesten, die fortgeschriebenen Planungen aufgegeben und neu entschieden hätten. Für Sedlmeier bekäme das Pauluswort „Wir sind nicht Herren eures Glaubens, sondern Diener eurer Freude“ in diesem Zusammenhang eine große Bedeutung. „Der Altar sei für viele Menschen weit mehr als ein historisches Kunstwerk oder liturgisches Ausstattungsstück. Mit ihm verbinden sich Erinnerungen an Taufen, Erstkommunionen, Firmungen, Hochzeiten, Beerdigungen, Priesterweihen und Primizen“, sagte Pfarrer Sedlmeier. Generationen von Gläubigen haben vor diesem Altar die wichtigsten Stationen ihres Glaubens und ihres Lebens gefeiert.

    Morgen, Sonntag, 18. Oktober: Öffentliche Petitionsübergabe vor der Basilika
    Nach Übergabe der Petition an Bischof Dr. Klaus Krämer werden wir auch Dekan Ekkehard Schmid und der Kirchengemeinderat von St. Martin, Weingarten die Petition übergeben. Die öffentliche Übergabe findet am morgigen Sonntag, 18. Oktober, um 16:00 Uhr auf dem Vorplatz der Basilika Weingarten statt. Dies soll deutlich machen, dass hinter den 5.843 Unterschriften viele Menschen stehen, denen der Erhalt des Heilig-Blut-Altars ein persönliches Anliegen ist.
     
    Nach unserer Einschätzung- noch keine endgültige Entscheidung gefallen – Prozess ergebnisoffen
    Unser Eindruck aus dem Gespräch ist, dass Bischof Dr. Klaus Krämer die Petition ernst nimmt. Die Kirchengemeinde St. Martin, Weingarten hatte in der vergangenen Woche zu einer Informationsveranstaltung in die Basilika eingeladen. Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 21. Oktober, um 19:00 Uhr statt. Wir Initiatoren hoffen, dass viele Menschen aus Weingarten die Gelegenheit nutzen, ihre Kritik und Anliegen bei dieser Informationsveranstaltung offen einzubringen. Bei einer vergleichbaren Veranstaltung vor zwei Jahren kam es aus unserer Sicht zu erheblichen Spannungen.  
     
     

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    nun ist es amtlich: Die in den vergangenen Wochen wiederholt öffentlich verbreitete Darstellung, der historische Heilig-Blut-Altar bzw. sein Sockel sei „marode“, ist fachlich nicht haltbar.
    Das bestätigt nun ausdrücklich Thomas Pehle, Leiter des Amtes für Vermögen und Bau Baden-Württemberg in Ravensburg, das die Basilika für das Land verwaltet. Auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung (14.10.2026) erklärt er unmissverständlich: „Aus unserer Sicht ist das fachlich nicht zutreffend. Bauschäden wurden durch uns bisher nicht festgestellt.“ Auch die rund 100 Jahre alten Stufen weisen zwar Gebrauchsspuren auf, stellen aber derzeit keine Gefahr dar.
    Damit ist klargestellt: Der historische Altar kann nach fachlicher Einschätzung des zuständigen Amtes nicht als marode bezeichnet werden. Ebensowenig lässt sich mit einem angeblich schlechten baulichen Zustand ein dringender Handlungsbedarf begründen. Auch die Sicherheit der Heilig-Blut-Reliquie ist gewährleistet; denn eine Alarmanlage ist vorhanden, wie das Bauamt bestätigt, und kann im Zuge der Sanierung technisch aktualisiert werden.
    Diese Klarstellung ist angesichts der vergangenen Wochen von besonderer Bedeutung. Denn die Behauptung eines „maroden“ Altars wurde wiederholt öffentlich in den Raum gestellt und konnte den Eindruck erwecken, der Erhalt des historischen Altars sei aus baulichen oder sicherheitstechnischen Gründen nicht mehr verantwortbar.
    Diese Argumentation ist nun widerlegt.
    Unser Anliegen war und ist deshalb berechtigt: Es geht nicht um die Rettung eines angeblich baufälligen Altars, sondern um die Frage, ob ein kunst- und liturgiegeschichtlich bedeutendes Zeugnis der Weingartener Basilika erhalten bleiben soll.
    Am Sonntag, 18. Oktober, werden wir die Petition mit inzwischen fast 6.000 Unterschriften dem Kirchengemeinderat und Dekan übergeben.
    Allen, die mit ihrer Unterschrift für den Erhalt des historischen Heilig-Blut-Altars eingestanden sind, gilt unser herzlicher Dank. Ihr Engagement hat wesentlich dazu beigetragen, dass nun Klarheit über den tatsächlichen baulichen Zustand geschaffen wurde.
    Nun gilt es umso mehr, sachlich, transparent und mit offenem Blick über die Zukunft des Altarraums zu sprechen.

Der Altar wurde 1931 von den Benediktinern, die nach dem Ende des Kaiserreiches 1922 aus England wieder nach Weingarten gekommen waren (davor waren Männerklöster im Königreich Württemberg verboten), erbaut. Das haben sie nicht alleine gemacht, sondern mit Unterstützung der Bevölkerung von Weingarten. Vor diesem Altar haben wir die Erstkommunion empfangen, geheiratet, zum Hl. Blut gebetet... Es ist ein echter "Volksaltar", mit den Menschen durch ihre Lebensgeschichten verbunden - Finger weg!

Der neue Altar soll 150.000 € kosten. Im Haushalt sind derzeit 142.800 € dafür veranschlagt. Ist das nur der Altar? Wieviel kosten die Stelen, der Ambo? Wieviel der Abbruch des bisherigen Altars? Wieviel der neue Fußboden, der tiefergelegte Priestersitz? Was gewinnt man für all dieses Geld, was bisher nicht geht? Wenn es darauf keine klare Antwort gibt, braucht es die Petition nicht. Dann hat sich das Projekt von selbst erledigt... Um welchen Preis wird weiter modernisiert auf Teufel komm raus?

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