08.04.2026, 08:05
📝 Wohnen neu denken
Die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum darf sich nicht ausschließlich auf Zahlen, Mietspiegel und Fördermodelle beschränken.
Es geht um mehr:
➡️ um Lebensrealitäten
➡️ um Würde
➡️ um gesellschaftlichen Zusammenhalt
Die aktuelle Entwicklung zeigt, dass bestehende Systeme – insbesondere die KdU-Angemessenheitsgrenzen – vielerorts nicht mehr mit dem realen Wohnungsmarkt vereinbar sind.
Das führt nicht nur zu strukturellen Problemen bei der Wohnungssuche, sondern zunehmend auch zu sozialer Unsicherheit.
Dabei wird oft übersehen:
Wohnen ist mehr als Quadratmeter und Mietpreis.
Es ist Rückzugsort, Stabilität und Grundlage für ein funktionierendes Leben.
Wenn Menschen gezwungen sind, ihren Wohnraum unter nicht realistischen Bedingungen anzupassen, entstehen Folgekosten – sozial, gesundheitlich und gesellschaftlich.
Deshalb braucht es ein Umdenken.
Ein möglicher Ansatz liegt in der stärkeren Förderung von Mehrgenerationen-Wohnmodellen, kombiniert mit:
- der Aktivierung von Leerstand
- der Aufwertung bestehender Immobilien
- neuen gemeinschaftlichen Wohnformen mit individueller Privatsphäre
- realistisch angepassten sozialen Mietgrenzen
Ziel muss es sein, Wohnen wieder als das zu verstehen, was es ist:
Ein Grundbedürfnis – kein permanenter Unsicherheitsfaktor.
Die Herausforderung ist komplex – aber lösbar, wenn wir bereit sind, neue Wege zu gehen und bestehende Strukturen zu hinterfragen.
Susanne Elisabeth Lünsmann-Füllgraf, am 08.04.2026