09.04.2026, 13:04
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
vielen Dank für Ihre Unterstützung meiner Petition.
Inzwischen zeigen viele Rückmeldungen ein klares Bild:
Die Probleme mit Temu sind nicht verschwunden –
sie bestehen weiter, nur in veränderter Form.
Besonders die Werbung bleibt problematisch:
- wichtige Bedingungen sind oft kaum sichtbar
- Angebote wirken einfacher, als sie tatsächlich sind
- viele Menschen erkennen die Einschränkungen erst im Nachhinein.
Mehrere Betroffene berichten, dass sie sich auf Angebote verlassen haben, die sich später als nicht einlösbar herausgestellt haben.
Das Entscheidende dabei:
Selbst aufmerksame Nutzer können die tatsächlichen Bedingungen oft nicht vollständig erkennen.
Gerade Menschen mit begrenztem Budget sind davon besonders betroffen.
👉 Deshalb meine Bitte:
Unterstützen Sie die Petition weiterhin und teilen Sie sie in Ihrem Umfeld.
Je mehr Menschen informiert sind, desto größer ist die Chance, dass sich etwas ändert.
🔗 https://www.openpetition.de/!rdrql
Vielen Dank für Ihre Unterstützung
Siegrid de Vries-Reichel
30.03.2026, 09:18
Am 16.03.2026 ist ein Artikel über die Petition in der regionalen Presse erschienen.
Es zwei Versionen:
Online-Artikel (come-on.de)
Print-Artikel (Märkische Zeitung / Lokalteil)
Autorin: Sarah Lorencic
Online-Veröffentlichung:
https://www.come-on.de/volmetal/meinerzhagen/70-jaehrige-geht-gegen-temu-vor-ich-bin-sowas-von-wuetend-94215851.html
Der Beitrag greift die Kritik an den Werbemethoden von Temu auf und zeigt, dass das Thema auch über die Petition hinaus öffentliche Aufmerksamkeit erhält.
Seit der Veröffentlichung ist auch ein Anstieg der Unterstützerzahlen zu verzeichnen.
10.03.2026, 10:02
Oben zu sehen:
Screenshot einer Temu-Werbeanzeige, gesehen am 5. März 2026 um 20:00 Uhr innerhalb der Smartphone-App „2248: Two Square“.
Ein weiteres Beispiel für Temu-Werbung
Am 5. März 2026 erschien auf meinem Smartphone erneut eine Temu-Werbung, in der Smartphones mit der Aussage beworben wurden, man könne sie „für 0 € bekommen“.
Der Screenshot entstand um 20:00 Uhr innerhalb der Smartphone-App „2248: Two Square“. Der entscheidende Hinweis erscheint jedoch nur sehr kurz und teilweise auf kaum lesbarem Hintergrund:
„Nur für neue App-User mit qualifizierenden Bestellungen innerhalb von 24 Stunden.“
Damit wird zunächst der Eindruck eines kostenlosen Angebots erzeugt, während die tatsächlichen Bedingungen kaum wahrnehmbar sind.
Kurzer Rückblick:
* In meiner Petition habe ich bereits den Fall geschildert, dass ich ein von Temu beworbenes Tablet dem Sohn meiner Pflegerin schenken wollte. Dabei stellte sich heraus, dass der Begriff „Neukunde“ offenbar nicht nur auf die Person bezogen wird, sondern auch auf das verwendete Smartphone.
* Der Temu-Kundendienst bestätigte mir diesen Zusammenhang ausdrücklich per E-Mail. Dort heißt es:
„Diese Werbung richtet sich nur an neue Nutzer. Da dieses Gerät zuvor in ein bestehendes Temu-Konto eingeloggt war, wird es als Gerät eines bestehenden Nutzers betrachtet und ist nicht für die Belohnung berechtigt.“
* Das bedeutet: Wenn ein Smartphone bereits früher einmal mit einem Temu-Konto genutzt wurde – auch durch eine andere Person –, wird dieses Gerät offenbar nicht mehr als „neu“ akzeptiert. In diesem Fall kann man folgerichtig ebenfalls nicht mehr als „Neukundin“ an der Aktion teilnehmen.
* Diese technische Einschränkung wird in der Werbung jedoch nicht deutlich erklärt.
* Ich frage mich daher weiterhin, ob die Verbraucherzentrale wirklich im Blick behält, ob Temu seine abgegebene Unterlassungserklärung tatsächlich einhält.
16.02.2026, 04:14
Die Petition hat in kurzer Zeit bereits 70 Unterstützer erreicht. Das Anliegen stößt weiterhin auf Resonanz und wird öffentlich diskutiert. Um weiteren interessierten Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit zur Mitzeichnung zu geben und die öffentliche Diskussion fortzuführen, verlängern wir die Laufzeit.
Neues Zeichnungsende: 08.09.2026
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 70
25.01.2026, 16:11
Warum dieses Update notwendig ist
Diese Petition richtet sich
nicht gegen Menschen, die bei TEMU einkaufen.
Nicht gegen China als Land.
Sie richtet sich gegen Strukturen und Systeme,
die fairen Wettbewerb und Verbraucherschutz unterlaufen –
und gegen Geschäftsmodelle,
die durch Intransparenz und aggressive Expansion
demokratische Regeln herausfordern.
Was auf den ersten Blick wie günstige Werbung und harmlose Schnäppchen wirkt, folgt einer klaren Struktur.
PDD Holdings (Mutterkonzern)
↓
Pinduoduo
↓
TEMU
↓
Temu Europe / Germany
↓
Endkunden
Aggressive Werbestrategien,
psychologischer Kaufdruck
und permanente Verfügbarkeit
sind kein Zufall.
Sie sind Teil eines systematisch aufgebauten Vorgehens.
Die Auswirkungen betreffen
nicht nur Verbraucherinnen und Verbraucher,
sondern zunehmend auch den europäischen Handel
und bestehende Marktstrukturen.
Struktur, Abhängigkeit und Folgen
Diese vereinfachte Darstellung zeigt
die strukturelle Einbindung von TEMU
in einen übergeordneten Konzern.
Sie macht deutlich:
TEMU ist kein isolierter Akteur,
sondern Teil eines größeren wirtschaftlichen Systems.
Die wahren Kosten „billiger“ Ware
tragen oft nicht nur diejenigen,
die sie produzieren.
Sie zeigen sich auch dort,
wo lokale Händler verschwinden,
Arbeitsplätze verloren gehen
und Märkte aus dem Gleichgewicht geraten.
Geschäftsmodelle mit extrem niedrigen Preisen
funktionieren häufig nicht allein
über den Warenverkauf,
sondern über die systematische Auswertung
von Nutzungs- und Verhaltensdaten.
Der Preis ist dann nicht das Produkt –
sondern die eigene Privatsphäre.
Was einmal umfassend erfasst
und ausgewertet wurde,
lässt sich nicht einfach rückgängig machen.
Europa reagiert –
langsam, aber spürbar.
Doch während Regulierungen entstehen,
wächst das System weiter.
QUELLEN
Die folgenden Quellen zeigen,
dass es sich nicht um einen Zufall,
sondern um ein systematisch aufgebautes Vorgehen handelt.
Schwerpunkt: Werbung · Manipulation · Verbraucher · Produktsicherheit
Öffentlich-rechtliche Medien (Kernbelege)
ARD
ARD Story: „Temu – Ramsch oder Revolution?“ (18.12.2024)
ZDF
„Die Spur: Der Temu-Hype“ (Jan 2024)
MrWissen2go: „Die Wahrheit über Temu“ (Okt 2023)
NDR
Markt: „Shoppen bei Temu – Gefahr für Verbraucher?“ (Jan 2025)
„Dürfen die das? Temu-Hype – gefährlich günstige Geschenke“
WDR
Servicezeit – Produkttests, CE-Kennzeichnung, Anleitungen
RBB
Super Markt: „Temu – unfassbar günstig, aber auch gut?“
Thematische Schwerpunkte
aggressive Werbung / Dauerbeschallung
Dark Patterns & Kaufdruck
mangelhafte Produktsicherheit
fehlende CE-Kennzeichnung
Verbraucherschutz
15.01.2026, 11:37
Inhaltlicher Hintergrund zum Bild – Wilhelm Busch und die „Haul“-Kultur
Das Bild ist in Anlehnung an Wilhelm Busch gewählt, konkret an die Figur der „frommen Helene“.
Wilhelm Busch beschreibt darin eine Person, die nach außen tugendhaft, moralisch und fromm erscheint, in Wahrheit jedoch ein Doppelleben führt. Mit scharfem Witz entlarvt er Scheinheiligkeit, Bigotterie und gesellschaftliche Doppelmoral. Die Geschichte arbeitet mit Ironie, Überzeichnung und moralischer Kritik, getragen von Text und Zeichnung.
Das häufig zitierte „Schnaps! Das war sein letztes Wort“ ist zwar keine wörtliche Textstelle aus „Die fromme Helene“, stellt jedoch eine verbreitete Verdichtung des zentralen Motivs dar. Das tatsächliche Busch-Zitat lautet sinngemäß:
„Wer Sorgen hat, hat auch Likör.“
Der Kern ist klar:
Sorgen, innere Leere oder Konflikte werden nicht gelöst, sondern überdeckt – durch Alkohol, Ablenkung, Verdrängung.
Genau dieser Mechanismus findet sich heute in der sogenannten „Haul“-Kultur wieder.
„Haul“ (englisch für Fang, Beute, Ausbeute) bezeichnet in sozialen Medien das Präsentieren von Einkäufen – häufig in Form von Videos, in denen Menschen euphorisch Pakete auspacken, oft von Plattformen wie Temu, Shein oder ähnlichen Anbietern.
Auf YouTube und anderen Plattformen finden sich massenhaft solche Videos:
Menschen präsentieren den Inhalt orangefarbener Tüten und Pakete, häufig mit Artikeln, die objektiv betrachtet kaum gebraucht werden, teils bizarr wirken und nicht selten schnell im Müll landen.
Der emotionale Effekt ist dennoch eindeutig:
Der „Haul“ macht glücklich - kurzfristig.
Genau hier liegt die inhaltliche Verbindung:
So wie bei Wilhelm Busch Sorgen mit Likör überdeckt werden, werden heute Leere, Stress, Frust oder Unzufriedenheit durch Kaufrausch und Konsuminszenierung überdeckt.
Dieses Bild greift diese Parallele bewusst auf.
Es ist kein dekoratives Element, sondern eine visuelle Verdichtung dieser Kritik.
17.10.2025, 07:51
🟧 Update 1 – Temu und die Illusion von einem Geschenk
Seit den Beschlüssen und Leitlinien des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) und anderer Verbraucherschutz-Organisationen in den vergangenen Jahren gilt in Deutschland eine klare Verpflichtung:
Verbraucher sollen wahrheitsgemäß und transparent informiert werden – insbesondere dort, wo digitale Angebote nur scheinbar kostenlos sind.
Diese Petition richtet sich nicht gegen Menschen, die bei Temu einkaufen.
Jede und jeder darf frei entscheiden, wo eingekauft wird.
Unsere Kritik gilt allein den Methoden und Mechanismen, mit denen Temu Vertrauen erschleicht:
Lockangebote, Datensammelei und manipulative Werbung,
die den Eindruck eines Geschenks erzeugen, obwohl tatsächlich persönliche Daten, Geräte-IDs und Kaufverhalten als Gegenleistung dienen.
Das vermeintlich Gratis-Angebot wird so zum Tauschgeschäft auf Kosten des Vertrauens.
🔄 Warum dieses Update jetzt nötig ist
Dieses Update ist entstanden, weil sich die Situation weiterentwickelt hat:
Inzwischen gibt es weitere Petitionen und Initiativen auf anderen Plattformen – darunter change.org und europa.eu –, die sich mit den fragwürdigen Methoden von Temu und ähnlichen Anbietern beschäftigen, etwa zu Themen wie Lockangebote, Datenmissbrauch und fehlender Herkunftstransparenz.
Diese Initiativen zeigen: Das Problem ist längst kein Einzelfall mehr und erfordert gemeinsames Handeln.
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte Temu bereits im Frühjahr 2024 abgemahnt.
Temu gab daraufhin eine Unterlassungserklärung ab – und der vzbv kündigte öffentlich an:
„Der Verbraucherzentrale Bundesverband wird im Blick behalten, ob sich der Anbieter an seine Unterlassungserklärung hält.“
(Pressemitteilung „Nach vzbv-Abmahnung: Temu bessert nach“, vzbv.de, März 2024)
Auch heise.de berichtete damals mit den Worten:
„Er verspricht, Temu im Auge zu behalten.“
(heise online, März 2024)
Doch trotz dieser Zusage wurde bislang kein neuer Bericht veröffentlicht, der zeigt, ob Temu die Auflagen tatsächlich erfüllt hat.
🟧 Daher laden wir die Initiatorinnen und Initiatoren anderer Petitionen ein,
die sich ebenfalls mit Temu oder ähnlichen Plattformen befassen:
Unterstützt bitte unsere Petition mit eurer Unterschrift – wir werden im Gegenzug auch eure Anliegen teilen und verlinken, um gemeinsam mehr öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen.
👉 Hier geht’s zur Petition:
www.openpetition.de/!rdrql
📚 Beispiele und Quellen
NZZ, Spiegel, RND und andere Medien haben die Daten- und Werbepraktiken von Temu mehrfach kritisch beleuchtet.
Auch der Big Brother Award 2024 verweist auf genau diese Mechanismen – die Kombination aus aggressiver Datensammlung und emotionaler Kundenansprache.
Die Verbraucherzentrale NRW rät bereits öffentlich zur Vorsicht bei Temu-Lockangeboten.
🌿 Warum wir weitermachen
Diese Petition soll nicht moralisieren, sondern aufklären – und dazu beitragen, dass der Verbraucherschutz wieder
entschlossener handelt.
Mit jedem Klick und jeder Unterschrift wächst der Druck auf Online-Konzerne wie Temu, ihre Praktiken transparenter, Datenschutz und ressourcenschonender zu gestalten – im Interesse einer fairen und nachhaltigen digitalen Zukunft.
Version 3l – Endfassung, Oktober 2025