125 Glottertälerinnen und Glottertäler haben bereits unterschrieben. Somit fehlen nur noch 25 weitere Unterschriften bis zum praktisch und psychologisch sehr wertvollen Quorum von 150 (von openPetition aufgrund der Einwohnerzahl Glottertals berechnet).
Wenn jede/r Fünfte von uns jetzt noch eine/n weitere/n Unterstützer/in finden könnte, wäre es bereits geschafft.
Wird das Quorum erreicht, ist das laut openPetition ein Indikator, dass ein Thema aus Sicht einer erheblichen Anzahl von Bürgerinnen und Bürgern relevant ist. Mit diesem Thema sollten sich also die gewählten Entscheidungstragenden befassen.Bei Erreichen des Quorums wird open Petition von den zuständigen Entscheidungstragenden eine Stellungnahme einfordern und in einer Übersicht sowie auf der jeweiligen Petitionsseite veröffentlichen.
Am letzten Dienstag fand im Rathaus ein von den fünf Initiatoren der Petition angeregtes und vom Geschäftsführer der STEG aus Stuttgart organisiertes Gespräch im Rathaus mit Gemeindeverwaltung (Bürgermeister und Hauptamtsleiter), Beraterfirma STEG (Geschäftsführer und Projektleiter) und zwei Initiatoren der Petition statt. Leider waren nicht wie erbeten auch Vertreter des Gemeinderats dabei, der sich somit nicht daran beteiligen konnte, für gegenseitiges Verständnis zu sorgen und Möglichkeiten für eine gemeinsame Vorgehensweise zu diskutieren.
Wir Initiatoren hatten die Hoffnung, endlich Klarheit über den Prozess zu erhalten und möglichst einen gemeinsamen Weg aus dem aktuellen Konflikt zu finden. Leider blieb auch bei dieser Gelegenheit die immer noch offene Frage nach der geplanten Dialogphase während der letzten fünf Monate weiterhin unbeantwortet. Fehlende Transparenz zieht sich durch das Projekt wie ein roter Faden. Transparenz ist aber die Grundlage für Vertrauen.
Stattdessen existiert weiter ein enormer Zeitdruck durch die nun für den 14./15. Juli geplante Klausur des Gemeinderats. Die Ergebnisse der Klausur sollen dann den Bürgerinnen und Bürgern – in Präsenz oder online – mit der Möglichkeit zur Rückmeldung vorgestellt werden. Wesentliche Änderungsmöglichkeiten sind dabei unrealistisch. Eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erst nach Fertigstellung der Strategie Glottertal 2040 kann und wird sich nicht mehr mit dem - von den Ministerien geforderten - Gesamtblick auf die Gemeinde befassen können. Jedenfalls gibt es hierfür weder eine Zusage noch einen Beschluss des Gemeinderats. Damit werden die Systematik der Förderung und die Versprechungen im Zusammenhang mit der Bürgerversammlung auf den Kopf gestellt.
Im Raum steht nun ein letzter Versuch, durch eine Verschiebung der Klausur Raum und Zeit für einen konstruktiven Dialog über einen gemeinsamen Weg in die Zukunft Glottertals mit einer echten Bürgerbeteiligung zu schaffen.
Wir hoffen sehr, dass die inzwischen weit über 100 Unterschriften von Glottertälerinnen und Glottertälern bei den Verantwortlichen Gehör finden. Es ist an der Zeit für eine Politik des Gehörtwerdens auch in Glottertal. Dafür ist es noch nicht zu spät, aber es wird immer schwieriger für die Verantwortlichen, je später sie damit anfangen. Wer will findet Wege ...
Die Klausur des Gemeinderats wurde offenbar um vier Wochen verschoben. Diese Zeit wollen wir nutzen, um noch mehr Bürgerinnen und Bürgern eine Stimme zu geben und Gehör zu verschaffen.
Neues Zeichnungsende: 31.07.2026 Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 94 (79 in Glottertal)
heute Abend um 19:30h ist eine Gemeinderatsitzung, die sich auch mit dem Thema Gemeindeentwicklungskonzept befasst. Vielleicht eine Gelegenheit, Interesse zu zeigen und die aktuellen Diskussionen zu diesem Thema mal live mitzuverfolgen. Ich habe auch wieder drei Fragen vorbereitet, die ich am Anfang an die Verwaltung stellen werde 😊.
Es gibt weiterhin keine Initiative seitens der Verwaltung oder Gemeinderat, zu meinen Vorschlägen das Gespräch zu suchen oder über mögliche Vorbehalte gegen bzw. Vorteile von Bürgerbeteiligung in einen gemeinsamen Dialog zu treten.
Stattdessen wird vor allem wiederholt, dass die Zeit dränge. Und es wird der Eindruck erzeugt, dass bei einer Antragsstellung erst im nächsten Jahr evtl. keine Fördergelder mehr da sind. Das verunsichert die Bürgerinnen und Bürger sehr, weil eine Förderung für die anstehenden Aufgaben notwendig sind. Diese „Argumentation“ halte ich für unseriös und unverantwortlich. Mit einem solchen Totschlagargument wird jede Debatte verhindert, ein Dialog findet aus Angst vor fehlender Förderung nicht mehr statt.
Fakt ist jedoch, dass es die Städtebauförderung bereits seit 1971 (!!!) gibt. Sie ist ein Erfolgsmodell und wird stetig weiterentwicklt. Es gibt keinen Grund zu Befürchtungen, dass die Förderungen eingestellt werden. Zum 50jährigen Jubiläum der Städtebauförderung heißt es:
"Alles Bauliche, das mit Fördermitteln geschaffen wird, muss auch mit Leben erfüllt werden. Grundlage für lokales Handeln ist daher das kommunale Strategiekonzept, das unter Beteiligung der Stadtgesellschaft entwickelt und umgesetzt wird. Städtebauförderung und bürgerschaftliches Engagement gehen Hand in Hand. Erst die Bürgerinnen und Bürger machen aus einem Gebäude einen lebendigen Treffpunkt und aus einem Quartier einen Lebensmittelpunkt. Die Städtebauförderung trägt dazu bei, dass sich die Menschen dort, wo sie zu Hause sind, wohl und geborgen fühlen. Städtebauförderung schafft Heimat!"
„Die frühzeitige und umfassenden Beteiligung der Menschen vor Ort war und ist einer der zentralen Faktoren für eine erfolgreiche Gebietsentwicklung im Rahmen der Stadtentwicklung.“
Die STEG hat zu diesem Jubiläum ein Video über die Erfolgsfaktoren der Städtebauförderung produziert. Sehr aufschlussreich sind die Erläuterungen der Erfolgsfaktoren „integrativ“ (Stelle im Video: 13min 57s) und „akzeptiert“ (Stelle im Video: 16min 28s):
13min 57s: „Integrierte Stadtentwicklungskonzepte sind die Voraussetzung für jede Kommune, um Städtebaufördermittel auch zu erhalten, zunächst den Gesamtblick auf die Kommune zu richten, was soll in den 10 … 20 nächsten Jahren tatsächlich vor Ort passieren, um dann zu sagen, okay und hier haben wir ein Gebiet mit entsprechenden Missständen und da wollen wir ganz konzentriert dann in dieser integrierten Art und Weise die Städtebaufördermittel einsetzen.“
16min 28s: „Die Städtebauförderung ist von Anfang an, also seit 1971, immer damit verknüpft, dass eine sehr frühzeitige und auch dauerhafte Beteiligung der Menschen in den Quartieren vor Ort stattfindet ... Sie werden integriert in die Überlegungen zur Neugestaltung des Sanierungsgebietes, aber auch in die Überlegungen zur Umsetzung der Maßnahmen. Insofern ist diese Vorgehensweise eben dazu auch geeignet, dass die Maßnahmen in hohem Maße Akzeptanz vor Ort finden … Thema Partizipation in einer wunderbaren Ausprägung.“
Die STEG selber propagiert also – richtigerweise – die sehr frühzeitige Beteiligung der Menschen. Und sie macht auch klar, dass zuerst der Gesamtblick zu ermitteln ist und dann ein Gebiet mit Missständen festgelegt wird. Dass dieser Prozess in Glottertal umgekehrt werden soll, ist inzwischen offensichtlich. Man kennt die Sanierungsmaßnahmen und definiert nachträglich das Sanierungsgebiet. Der geforderte Gesamtblick würde aber mit der geforderten frühzeitigen und umfassenden Bürgerbeteiligung mit hoher Wahrscheinlichkeit zu anderen oder erweiterten Maßnahmen für den Antrag führen.
Eine gemeinsam Entwicklung der „Strategie Glottertal 2040“ ist also nach wie vor nicht vorgesehen… Wenn aber Schnelligkeit vor Qualität geht, dann ist eine Beteiligung nun mal nicht möglich. Der versprochene Dialog, der seit Ende Ende Januar im Zeitplan steht wurde nicht einmal begonnen.
In der Bürgerversammlung am 05.02.2026 wurde ein Zeitplan präsentiert mit einem langen dicken Pfeil "Dialog". Inzwischen sind vier Monate vergangen, aber der Dialog ist spurlos verschwunden.
Wer hat wo mit wem über was in welchem Format einen Dialog geführt? Wurden die Bürgerinnen und Bürger etwa im Dialog mitgenommen und keiner hat es gemerkt?
Allianz Vielfältige Demokratie der Bertelsmannstiftung:
"Bürgerbeteiligung ist die Teilhabe und Mitgestaltung gesellschaftlicher Akteure an einem Planungs- und Entscheidungsprozess durch gegenseitige Information, Konsultation und Kooperation. Gute Beteiligung stärkt das Vertrauen in politische Entscheidungen und die Legitimation von Entscheidungen. Sie fördert eine Bürgerbeteiligungskultur. Sie stärkt die vielfältige Demokratie in Deutschland.
Jedoch werden Beteiligungsprozesse nicht immer gut gemacht. Häufig fangen die Verantwortlichen zu spät mit der Bürgerbeteiligung an oder sie lassen sich nicht ausreichend Zeit für den komplexen Prozess. Das aber schadet der Bürgerbeteiligung insgesamt: Bürgerinnen und Bürger machen bei neuen Bürgerbeteiligungsangeboten nicht mehr mit; Initiatoren verzichten zukünftig auf Bürgerbeteiligung. Deshalb muss Bürgerbeteiligung qualitätsvoll gemacht sein.
Die folgenden zehn Grundsätze für die Qualität von Bürgerbeteiligung haben sich in zahlreichen Projekten als Erfolgsfaktoren für gute Bürgerbeteiligung bewährt und sind geeignet, gute und gelingende Beteiligung zu befördern.
Sie geben Ihnen Orientierung und Sicherheit. Sie eröffnen die Chance, dass Ihr Beteiligungsangebot erfolgreichund für alle Beteiligten zufriedenstellend und gewinnbringend ist."