16.09.2026, 11:52
Anfang September hat die Uni Hohenheim die aktuelle Studie "Demokratie-Monitor 2026" von Prof. Dr. Frank Brettschneider veröffentlicht (siehe auch letzte Neuigkeit "Das Gehörtwerden ist wichtig").
„Die Bürgerinnen und Bürger wollen gar nicht unbedingt selbst entscheiden. Sie wollen aber transparent und verlässlich informiert werden und mitreden können“, fasst Prof. Dr. Brettschneider die Ergebnisse zusammen.
„Von Demokratie-Müdigkeit kann keine Rede sein“, betont Prof. Brettschneider. „Die Ergebnisse der Partizipationsforschung sind eindeutig: Damit sich Menschen an Politik beteiligen, müssen drei Voraussetzungen gegeben sein. Sie müssen wollen, sie müssen können und sie müssen gefragt werden.“
Teil 2 der Studie beschäftigt sich ab Seite 21 mit Dialogischer Bürgerbeteiligung. Die wesentlichen Erkenntnisse lauten wie folgt:
- "Knapp zwei Drittel der Befragten in Deutschland wünschen sich eine Demokratie, in der zwar grundsätzlich die gewählten Repräsentanten die politischen Entscheidungen treffen, in der sie aber vorher die Bürgerinnen und Bürger anhören und deren Empfehlungen in ihre Überlegungen einbeziehen. Dieser Wunsch ist seit 2021 sehr stabil." (S. 14)
- "Die Menschen in Deutschland schätzen dialogische Beteiligung als sehr wichtig ein. Am wichtigsten finden sie sie auf kommunaler Ebene (87 % der Befragten finden dialogische Beteiligung auf kommunaler Ebene wichtig), dann auf Landes-Ebene (74 %) und schließlich auf Bundes-Ebene (67 %). Gegenüber dem Vorjahr gab es praktisch keine Veränderung." (S. 22)
- "Auch wenn die Menschen in Deutschland dialogische Beteiligung wichtig finden, so würden doch nicht alle an entsprechenden Beteiligungsformaten teilnehmen. 20 Prozent haben gar kein Interesse daran, sich zu beteiligen. 40 Prozent wollen sich selbst nicht konkret beteiligen, aber sie wollen über den Fortgang der Dinge informiert werden. Weitere 40 Prozent sind bereit, sich selbst auf dem Weg dialogischer Bürgerbeteiligung einzubringen." (S. 27)