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  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    29-08-17 14:20 Uhr

    Pet 3-18-17-2124-024623Gesundheitsfachberufe
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 23.06.2016 abschließend beraten und
    beschlossen:
    Die Petition der Bundesregierung – dem Bundesministerium für Gesundheit und dem
    Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – zu überweisen.
    Begründung
    Der Petent möchte erreichen, dass der Begriff "Alten- und Krankenpflege" durch den
    Begriff "Senioren- und Krankenpflege" ersetzt wird.
    Er führt aus, dass die gewünschte Umsetzung gemeinsam vom Bundesministerium für
    Arbeit und Soziales (BMAS) und vom Bundesministerium für Familie, Senioren,
    Frauen und Jugend (BMFSFJ) mit den Ländern vorgenommen werden solle. Der
    Begriff der Altenpflege sei negativ behaftet und nicht mehr zeitgemäß. Das Wort „Alte“
    sei respektlos und diffamierend und könne durch den Begriff „Senioren“ ersetzt
    werden. Er sei ehrenamtlicher Patientenrechtler und geschäftsführender Vorsitzender
    eines Patientenschutzvereins und verwundert, dass der Begriff „Alte“ bislang noch
    nicht ersetzt worden sei.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des Deutschen
    Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 28 Mitzeichnende haben das
    Anliegen unterstützt. Der Petitionsausschuss hat im Rahmen seiner
    parlamentarischen Prüfung der Bundesregierung Gelegenheit gegeben, ihre
    Auffassung zu dem Anliegen darzulegen. Die Prüfung des Petitionsausschusses hatte
    das im Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Die Bundesregierung hat mitgeteilt, dass es nicht nur in der Alltagssprache, sondern
    auch in den verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen unterschiedliche
    Auffassungen dazu gebe, welche Begriffe die Gruppe der älteren Menschen am
    Treffendsten beschreiben. Eine Aussage, ab wann Menschen als „alt“ bezeichnet
    werden können, ist nicht möglich. Die Bundesregierung hat auf den Sechsten Bericht
    zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland – Altersbilder in
    der Gesellschaft; BT-Drs: 17/3815 – Bezug genommen und ausgeführt, dass häufig

    typologische Unterscheidungen anhand des chronologischen Alters als Bezugsgröße
    zur Differenzierung von Altersphasen herangezogen werden.
    In manchen Studien würde zwischen den „jungen Alten“ und den „neuen Alten“
    unterschieden. Die „jungen Alten“ seien die 45- bis 60-Jährigen, die „neuen Alten“ die
    60- bis 75-Jährigen. In anderen Studien würden die 60- bis 75-Jährigen als die „jungen
    Alten“, die 75- bis 90-Jährigen als die „alten Alten“, die 90- bis 100-Jährigen als die
    „Hochbetagten“ und die über 100 Jahre alten Menschen als die „Langlebigen“
    charakterisiert. Mit dem Begriff „Senioren“ werde teilweise die Gruppe von Menschen
    bezeichnet, die älter als 65 Jahre sind, da dieses Alter für die Nacherwerbsphase
    stehe.
    Der Petitionsausschuss stellt fest, dass es keine feststehende gesetzliche Definition
    des Begriffes der Senioren oder des Seniors bzw. der Seniorin gibt. Auch nicht jeder
    ältere oder hochaltrige Mensch identifiziert sich mit diesem Begriff. Die
    Bundesregierung hat mitgeteilt, dass sich in einer Studie der Karstadt-Quelle-
    Versicherungen und TNS Emnid im Jahr 2000 rund 80 Prozent der mindestens
    60-Jährigen mit der Formulierung „jung geblieben“ identifizieren. 75 Prozent der
    mindestens 70-Jährigen akzeptierten den Begriff „Senior“. Die 56- bis 65-Jährigen
    würden sich dagegen eher in die Kategorien „45plus“ und „im mittleren Alter“
    einordnen. Dies zeigt, dass keine allgemeingültige Aussage möglich ist, welcher
    Begriff eindeutig präferiert wird.
    Im Bereich der Pflege gibt es gegenwärtig drei Fachausbildungen:
    - zur Altenpflegerin/zum Altenpfleger,
    - zur Gesundheits- und Krankenpflegerin/zum Gesundheits- und Krankenpfleger,
    - zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/zum Gesundheits- und
    Kinderkrankenpfleger.
    Die Bundesregierung plant derzeitig eine Reform dieser Pflegeberufe. Es soll eine
    generalistische Pflegeausbildung eingeführt werden mit der Folge, dass sich die
    Berufsbezeichnung nicht mehr an Altersgruppen orientieren wird.
    Der Petitionsausschuss hält die Petition für geeignet, in die Planungen mit einbezogen
    zu werden und empfiehlt daher, die Petition der Bundesregierung – dem
    Bundesministerium für Gesundheit und dem BMFSFJ – zu überweisen, da diese
    Ministerien in gemeinsamer Federführung an der Umsetzung der Neuregelungen
    arbeiten.

    Begründung (PDF)