20.02.2026, 08:32
Bürgermeister Haf hat die Übergabe der Petition und ein Gespräch verweigert. Gemeinsam mit dem Architekturforum Allgäu planen wir deshalb nach der Wahl eine Informationsveranstaltung.
Zur unabhängigen, unvoreingenommenen und fachlich fundierten Information.
Pressemitteilung:
Petition endet: Transparenz und Neubewertung gefordert
Die Online-Petition endete am 15. Februar. „Bürgermeister Haf hat es versäumt, die geäußerten Bürgerbedenken ernst und kurzzeitig den Fuß vom Gas zu nehmen, um dieses wichtige Thema im Wahlkampf nicht weiter zuzuspitzen“, bilanziert Joachim Wohlfart. Der Bürgermeister hat die Petition mehrfach öffentlich als „wertlos“ und „rechtlich unzulässig“ bezeichnet. „Diese rechtliche Einordnung ist nachweislich falsch und damit haltlos“, so Wohlfart. Und die Klassifizierung als „wertlos“ bezeichnet der Initiator der Petition als Ausdruck mangelnder Bürgernähe und als undemokratisch. „Das ist meine klare Auffassung und ich überlasse die persönliche Einschätzung gerne jedem selbst“, so Wohlfart. Darüber hätte er gerne mit dem Bürgermeister persönlich gesprochen, dieser stehe für einen Übergabetermin jedoch nicht zur Verfügung. „Eine direkte Begegnung hat der Bürgermeister in seiner Mail an den Briefkasten oder seinen Hauptamtsleiter delegiert“, so Wohlfart.
Das Architekturforum Allgäu wird nach der Wahl eine Informationsveranstaltung im Pfarrheim anbieten. „Unser 2001 gegründeter gemeinnütziger Verein befasst sich mit der Gesamtheit aller kulturellen, gesellschaftlichen, ökologischen, finanziellen, technischen und ästhetischen Aspekte des Entwickelns, Planens, Bauen, Umbauens und Erhaltens unserer gebauten Umwelt“, erläutert dessen Geschäftsführer Franz Schröck. Baukultur umfasse nicht nur Architektur im engeren Sinne, sondern alle Prozesse, Akteure und Rahmenbedingungen, die unsere Städte, Dörfer und Landschaft prägen, von der ersten Idee bis zur langfristigen Nutzung und nachhaltigen Pflege, erläutert Schröck. Mit diesem Grundansatz wird das Architekturforum in einer unabhängigen Veranstaltung fachlich fundiert und unvoreingenommen über alle Aspekte dieser komplexen Thematik informieren. „Aus dieser unabhängigen und ungefilterten Information kann sich durchaus ein Bild ergeben, das Anlass für ein Bürgerbegehren ist. Das dann auch nicht mehr einfach als wertlos und rechtlich unzulässig ignoriert werden kann“, so Wohlfart.
Verpasste Chance Ursache für heutige Misere
Nach eigenen Angaben motiviert Wohlfart der Leitspruch „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“. Er sehe die Verantwortung für die heutige Situation eindeutig bei SPD und Pfrontner Liste: „Ich bin der festen Überzeugung, dass vor 20 Jahren eine große Chance vertan und damit die Ursache für die Schließung des Alpenbades sowie die jetzige Misere gelegt wurde.“ 2006 hat der damalige CSU-Bürgermeisterkandidat Dr. Thomas Jahn eine Privatisierung von Eisstadion und Alpenbad vorgeschlagen. Solche geldsparenden Private-Public-Partnership-Modelle (PPT) können Haushaltsmittel für andere Projekte freimachen und hätten es gleichzeitig ermöglicht, das Alpenbad nicht nur zu renovieren, sondern auch zu attraktivieren und nachhaltig im Bestand zu sichern. In Zusammenarbeit mit dem privaten Partner wäre durch den Bau eines Hotels und einer mit dem Alpenbad verbundenen Wellnessanlage eine für den gesamten Ort wichtige touristische Erschließung möglich gewesen. Verbunden mit vertraglichen Regelungen, die die gewohnte Nutzung durch Vereine und familienfreundliche Eintrittspreise festschreiben und darüber hinaus ein Wellnessangebot auch für Einheimische bietet, erläutert Wohlfart.
SPD und Pfrontner Liste wiesen die vorgeschlagene Privatisierung mit den Worten zurück: „So konzipierten wir das Hallenbad gemeinsam bewusst als günstiges Familienbad, das auch Vereinen und Schulen zur Verfügung steht“. Mit dem auf den Gegenkandidaten gemünzten Seitenhieb „Die auf zahlreichen Gebieten führende Gemeinde Pfronten brauche nicht den parteipolitischen Streit, den ein „offensichtlich einseitig informierter Außenstehender“ hineintrage, sondern das bewährte, sachliche Miteinander der erfolgreichen vergangenen Jahre“, zitiert Wohlfart aus der Berichterstattung.
Grundsätzlich prüfen – nachhaltig entscheiden
Wo diese „bewusst konzipierte Strategie“ und das Wegwischen dieses Vorschlages eines als „offensichtlich einseitig informierten Außenstehenden“ geführt hat, musste Pfronten bei der Schließung des Alpenbades erleben, spannt Wohlfart den Bogen zur heutigen Situation. Und ergänzt, dass der heutige Bürgermeister damals schon Gemeinderat war und im Bürgermeisterwahlkampf als Moderator von Wahlkampfveranstaltungen aufgetreten ist.
Es lohne sich deshalb, nach der Wahl noch einmal grundsätzlich hinzuschauen und alles im Zusammenhang genau zu durchdenken, um dieses Mal nicht wieder zu kurz zu springen, sondern eine umfassende, vernünftige und nachhaltige Lösung zu erreichen, appelliert Wohlfart.