• Die Petition ist bereit zur Übergabe - Sollen die Öffentlich-Rechtlichen gendergerecht sprechen? — Offener Brief an Karin Fischer vom DLF

    at 10 Jul 2020 13:50

    Liebe Unterzeichner,
    auf Grund der coronabedingten Einschränkungen des öffentlichen Lebens wurden die Unterschriften noch nicht übergeben. Zum aktuellen Stand des Gender-"Diskurses" hier Ausschnitte aus meinem offenen Brief an Karin Fischer vom DLF zu ihrer Sendung "Sollen die Öffentlich-Rechtlichen gendergerecht sprechen?" Den kompletten Brief gibt es auf Anfrage hier: sabinemertens(at)t-online.de oder demnächst auf der Netzseite der AG Gendersprache im VDS e.V.
    Vom neuen Zeitalter der Aufklärung her gedacht war das Gender-Mainstreaming eine ziemlich kurze Episode ;-)

    Es grüßt euch herzlich,
    Sabine Mertens

    Ihre Sendung www.deutschlandfunk.de/judith-sevinc-basad-vs-anatol-stefanowitsch-sollen-die.2927.de.html?dram:article_id=479445
    "Sollen die Öffentlich-Rechtlichen gendergerecht sprechen?"

    Nein, sehr geehrte Frau Fischer, das sollen sie ganz sicher nicht!
    Ihre Frage ist rhetorisch, genauer gesagt scheinheilig, denn im DLF wird ja schon überwiegend gegendert. Sicher werden Sie uns bald als Ergebnis Ihrer Scheinermittlung-von-Volkes-Meinung mitteilen, daß Sie Ihren Bildungsauftrag und die Informationspflicht des Senders noch ernster nehmen und Ihre Gender-Anstrengungen weiter intensivieren müssen. Denn es gibt ja unter den „ normalen“ Bürgern noch zu viele, die sich durch Sprechen und Schreiben wie ihnen der Schnabel gewachsen ist als ungeeignet erweisen für politische Bevormundung aller Art. Zu viele Störenfriede, die es entgegen dem polarisierenden Identitäts- und Opferentschädigunsgesabbel für wichtiger halten, mit allgemein menschlichen Aussagen gesamtgesellschaftliche Probleme anzusprechen, anstatt bei jeder Gelegenheit alle seit tausenden von Jahren unterdrückten Bevölkerungsgruppen und ihre intersektionale Schädigungsart ausdrücklich zu erwähnen.

    Ein Moderator sollte neutral sein. Ihre Moderation ließ allerdings nicht den leisesten Zweifel daran, daß Sie [...] das Standardhochdeutsch für unterdrückerisch und deshalb gefährlich halten, und daß Sie von dem weiblichen Gast, der es verteidigte, befremdet waren. Indem Sie sich mit dem Gefälligkeitswissenschaftler verbrüderten [...], vermittelten Sie den Eindruck, als wäre Gendersprache gesellschaftlicher Konsens [...]. Falls Sie es noch nicht wußten: Korrektes Deutsch hat mehr Befürworter als das Genderneusprech, aber leider keine so große Lobby wie die genderpolitische Meinungselite, zu der Sie als Medienmacher gehören. Aber es tut nicht mal was zur Sache, daß die Mehrheit der Deutschen gendern für unsinnig hält. Sprachgebrauch ist keine Sache von Mehrheiten!

    [...] Gendersprache ist nicht (von unten) gewachsen, sondern wird uns von oben eingebläut. Da machen sich z.Zt. ein paar besonders impertinente Genderfunktionäre nützlich, indem sie die mediale Verabreichung des Genderneusprechs weiter eskalieren: Anstatt der bisherigen Doppelnennung der Geschlechter, oder neutralisierenden Verlaufsformen wie "Studierende“ oder "Zufußgehende", probiert man nun, wieviel mehr Aufmerksamkeit zu erzielen ist, wenn man als generische Form ausschließlich weibliche Formen gebraucht, nach dem hämischen impliziten Motto: die Männer dürfen sich gern "mitgemeint" fühlen. Das Genderkrönchen ist der glottale Stop, wie Sie ihn ja auch im DLF zu Gehör bringen. Er macht aber nicht die Gender-Lücke hörbar, sondern u.a. eine unfaßbare Wissenslücke der Genderlobbyisten und ihrer Mitläufer. [...]

    Die breite Masse weiß leider noch nicht, in welchem Ausmaß sich die ideologische Genderverblendung schon strukturell niedergeschlagen hat. Sie weiß nicht, daß [...] Begriffe wie „Mann" und „Frau" oder „jemand" politisch unliebsam geworden sind und (nach amerikanischem Vorbild) durch geschlechtsneutrale Begriffe wie „Person" ersetzt, oder daß „Mutter" und „Vater" durch Nichtworte wie "Elter 1 und 2" ausgetauscht wurden. [...]

    Die wenigsten wissen, daß die Freiwilligkeit, auf die sich Genderlobbyisten gern herausreden, nur vorgetäuscht ist. Als Autor eines Fachartikels habe ich unlängst selbst erlebt, daß man mich unter Androhung von Nichtveröffentlichung meines Textes zum gendern zwingen wollte. Tröstlich und zugleich bitter ist da das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts: Das sogenannte generische Maskulinum erfaßt "nach dem allgemeinen Sprachgebrauch und Sprachverständnis Personen jeden natürlichen Geschlechts“. Was läuft falsch in diesem Land, daß unser höchstes Verfassungsorgan eine solche Selbstverständlichkeit feststellen muß? [...]

    Hören Sie auf, Sprache für politische Zwecke zu instrumentalisieren, hören Sie auf, den sozialen Anpassungsdruck in Richtung politischer Korrektheit weiter zu erhöhen. Hören Sie auf, Gender-Gegner zu verleumden, indem Sie sie als rechts(radikal), antifeministisch, homophob, rassistisch, antisozial, antidemokratisch, fremdenfeindlich, deutschtümelnd, oder ewig gestrige Fortschrittsverweigerer inszenieren, für die der Beifall immer "von der falschen Seite“ kommt. [...]

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