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  • Beschluss des Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags

    18-11-15 15:12 Uhr

    Pet 3-17-10-789-048945Jagdwesen
    Der Deutsche Bundestag hat die Petition am 25.09.2014 abschließend beraten und
    beschlossen:
    Das Petitionsverfahren abzuschließen, weil dem Anliegen nicht entsprochen werden
    konnte.
    Begründung
    Der Petent möchte erreichen, dass die Bogenjagd in Deutschland erlaubt wird.
    Er führt aus, dass es sich bei der Bogenjagd um die älteste, naturverbundenste und
    auch die waidgerechteste Jagdform handele. Die Bogenjagd sei bereits in
    17 europäischen Ländern anerkannt. Deutschland solle dem folgen. Immer mehr
    Tiere würden in den städtischen Lebensraum der Menschen eindringen. Eine
    Bejagung mit den in Deutschland zulässigen Jagdmethoden sei kaum mehr möglich.
    Bei der Bogenjagd gebe es keine störenden Knallgeräusche. Gerade die
    Knallgeräusche würden in der Bevölkerung auf Ablehnung stoßen. Die Bogenjagd
    sei daher eine gute Alternative, auch für die Jagd in bewohnten Gebieten, in denen
    die Gefahr von Querschlägern zu groß sei.
    Es handelt sich um eine öffentliche Petition, die auf den Internetseiten des
    Deutschen Bundestages veröffentlicht und diskutiert wurde. 202 Mitzeichnende
    haben das Anliegen unterstützt. Die parlamentarische Prüfung hatte das im
    Folgenden dargestellte Ergebnis:
    Das Jagdrecht in Deutschland hat das Ziel, einen gesunden, artenreichen und
    angepassten Wildbestand durch angemessene jagdliche Nutzung nachhaltig und
    flächendeckend sicherzustellen. Die Lebensräume des Wildbestandes sollen
    erhalten bleiben und Wildschäden möglichst vermieden werden. Die Pflicht zur Hege
    ergibt sich aus § 1 Abs. 2 Bundesjagdgesetz (BJagdG). Viele der Anforderungen, die
    sich aus dem Tierschutz ergeben, lassen sich mit der Bogenjagd nicht erfüllen. Es
    bestehen gesetzliche Beschränkungen der Jagd, wie das Bejagungsverbot in

    Schonzeiten, das Verbot bestimmter Jagdarten und Fanggeräte, die Pflicht, Wild vor
    vermeidbaren Schmerzen und Leiden zu bewahren.
    Gemäß § 19 Abs. 1 Nr. 1 BJagdG ist die Jagd mit Schrot, Posten, gehacktem Blei,
    Bolzen oder Pfeilen, auch als Fangschuss, auf Schalenwild und Seehunde verboten.
    Nach § 19 Abs. 1 Nr. 2 a BJagdG sowie § 19 Abs. 1 Nr. 2 b ist eine Auftreffenergie
    auf 100 m von mindestens 1000 Joule bei Rehwild und Seehunden, sowie
    mindestens 2000 Joule bei dem übrigen Schalenwild vorgeschrieben.
    Das Wissen über das zu bejagende Wild oder die Beschaffenheit der Landschaft und
    Vegetation reicht zudem allein nicht aus. Der Jäger muss daher in der Jägerprüfung
    „ausreichende Kenntnisse der Tierarten, der Wildbiologie, der Wildhege, des
    Jagdbetriebes, der Wildschadensverhütung, des Land- und Waldbaus, des
    Waffenrechts, der Waffentechnik, der Führung von Jagdwaffen und der Führung von
    Jagdhunden haben.“ Zudem muss er Wissen in der Behandlung des erlegten Wildes
    unter besonderer Berücksichtigung der hygienisch erforderlichen Maßnahmen, in der
    Beurteilung der gesundheitlich unbedenklichen Beschaffenheit des Wildbrets,
    insbesondere auch hinsichtlich seiner Verwendung als Lebensmittel, nachweisen. Er
    muss weiterhin über Kenntnisse im Jagd-, Tierschutz- sowie Naturschutz- und
    Landschaftspflegerecht verfügen.
    Soweit mit der Petition kritisiert wird, dass die Bevölkerung durch mögliche
    Querschläger gefährdet sei, stellt der Petitionsausschuss fest, dass die Jagd an
    Orten, an denen die Jagd nach den Umständen des Einzelfalles die öffentliche Ruhe,
    Ordnung oder Sicherheit stört oder das Leben von Menschen gefährdet, gemäß § 20
    Abs. 1 BJagdG verboten ist.
    Der Petitionsausschuss hält die gesetzlichen Regelungen für sachgerecht. Er
    empfiehlt daher, das Petitionsverfahren abzuschließen, da dem Anliegen nicht
    entsprochen werden konnte.Begründung (pdf)