• Fridays for Future – Schulstreiks für den Klimaschutz

    at 08 Mar 2019 14:10

    Kaum ein Thema hat die Meinungen in den letzten Tagen und Wochen so gespalten wie die “Fridays for Future”-Bewegung. Ein großer Teil der Gesellschaft kann das Anliegen der Jugendlichen sehr gut verstehen. Sie gehen auf die Straße, um gehört zu werden. Sie demonstrieren, weil es ihre Zukunft ist, die die Politik und Wirtschaft seit Jahren aufs Spiel setzt. Für mehr Geld. Für mehr Wachstum. Für mehr Komfort und einen höheren Lebensstandard. Doch natürlich stellt sich da die Frage: Wären wir wirklich bereit auf all das zu verzichten? Die Jugendlichen, die nun seit einigen Wochen regelmäßig freitags die Schule schwänzen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren, haben darauf eine klare Antwort: Ja. Und sie machen deutlich: Wir haben keine Zeit mehr für Ausreden.

    „Why should I be studying for a future that soon may be no more, when no one is doing anything to save that future?”

    – Greta Thunberg, 16-jährige Klima-Aktivistin im Streik

    Doch worum handelt es sich bei Fridays for Future genau? Grundsätzlich schließen sich unter diesem Slogan in vielen Ländern zahlreiche Schüler und Studenten zusammen und bestreiken freitags die Schule oder Uni, um sich für den Klimaschutz einzusetzen.

    Vorbild und Leitfigur der Bewegung ist die schwedische Schülerin Greta Thunberg. Sie schwänzt nun schon seit August 2018 jeden Freitag den Unterricht und wird dies auch weiterhin tun – solange bis Schweden das Übereinkommen von Paris schließlich unterzeichnet und einhält. Und mit diesem Anliegen ist sie nicht alleine. Denn für viele bildet genau dieses Klimaübereinkommen die Diskussionsgrundlage. Es wurde bereits im Dezember 2015 auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen verabschiedet und beinhaltet unter anderem das bekannte und häufig zitierte 2-Grad-Ziel. Dieses besteht in dem Vorhaben, die durch Menschen verursachte globale Erwärmung im Verhältnis zu vorindustriellen Werten auf deutlich unter 2 Grad Celsius zu senken. Jedoch stand selbst dieses, nach aktuellen Messwerten nicht wirklich einhaltbare Ziel schon oft in der Kritik. Denn Studien belegen, dass auch die Reduktion der globalen Erwärmung auf 2 Grad nicht ausreichen wird, um durch den Klimawandel bedingte, irreversible Schäden und Katastrophen in der Zukunft zu verhindern. Aber abgesehen davon ist es letztlich einfach ein unumstößlicher Fakt, dass es nun allerhöchste Zeit wird, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen. Dennoch kommen von der Politik weiterhin keine vielversprechenden Bemühungen und Lösungsansätze.

    Aus diesem Grund haben sich Greta in den letzten Monaten weltweit zahlreiche Jugendliche angeschlossen, um nun mit Streiks auf die Relevanz dieser Thematik aufmerksam zu machen. So begründet die junge KIima-Aktivistin Greta Thunberg die Entscheidung zum Streik mit der Aussage „We can no longer save the world by playing by the rules. It’s time to rebel to save the future.” Am Freitag den 18. Januar wurde auch in Berlin ein Klimastreik organisiert, an dem nach Aussagen von “Fridays for Future” insgesamt circa 30.000 Jugendliche und junge Erwachsene teilgenommen haben. Es lässt sich nicht abstreiten: Die “Fridays for Future”-Bewegung ist mittlerweile deutlich mehr als ein leiser Hilferuf.

    Aber nicht alle befürworten das offensive Verhalten der Jugendlichen. So behaupten viele Gegner dieser Bewegung, die Schule zu schwänzen könne keine Lösung sein, auch wenn der Grund zunächst plausibel erscheint. Doch letztlich widersprechen die Jugendlichen dem ja auch gar nicht. Sie sind ebenso der Meinung, dass es auf Dauer keine Lösung sein kann, wöchentlich Unterricht oder Universität zu schwänzen. Das Problem besteht ja vielmehr darin, dass es keinen anderen Ausweg mehr zu geben scheint. Es reicht nicht mehr, nur gelegentlich die Stimme zu erheben. Die ein oder andere Petition zu starten. Alle bisherigen Versuche, die Politik zum Umdenken zu zwingen sind schließlich nicht geglückt. Stattdessen entfernen wir uns nur immer weiter vom 2-Grad Ziel, von weiteren Klimaschutzmaßnahmen und damit von einer lebenswerten Zukunft. Dabei sind wir uns diesbezüglich ja eigentlich einig: Wir alle finden die Vorstellung besorgniserregend, dass es unser Lebensumfeld, letztlich unsere gesamte Erde, in einigen Jahrzehnten schon nicht mehr so geben wird, wie wir sie heute kennen. Denn letztlich sitzen wir ja alle im selben Boot, kämpfen mit denselben Problemen und haben nur diese eine Welt, die es zu teilen und zu erhalten gilt.

    Stellen wir uns doch einmal folgende Situation vor: In 60 Jahren ist die Klimaerwärmung schon sehr viel weiter fortgeschritten. Den Nordpol wird es in der heutigen Form nicht mehr geben. Der ansteigende Meeresspiegel wird dazu geführt haben, dass zahlreiche Landstriche, Dörfer und Inseln überflutet wurden. Zudem ist die Anzahl an Klimakatastrophen vermutlich deutlich angestiegen. In dieser Situation werden uns unsere Enkel oder Urenkel fragen, wieso wir denn nicht schon früher etwas getan haben. Wieso wir nicht schon früher Maßnahmen ergriffen haben, um das Klima z

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