• Änderungen an der Petition

    07.09.2018 14:08 Uhr

    Ergänzung Erstunterzeichner


    Neue Begründung: Wir erleben derzeit einen erstarkenden Rechtspopulismus, mit dem ein neues Selbstbewusstsein rechtspopulistischer Akteur_innen einhergeht sowie eine besorgniserregende Normalisierung geschichtsrevisionistischen Gedankenguts durch das Führungspersonal der AfD („Denkmal der Schande“, „Vogelschiss“).Vor diesem Hintergrund stehen Gedenkstätten und Einrichtungen der historisch-politischen Bildung zunehmend unter Druck. Holocaustrelativierung und die Verhöhnung der Opfer des NS finden inzwischen vermehrt auch an den Orten der Erinnerung und des Gedenkens statt – wie dies zuletzt der Besuch einer AfD-Gruppe aus dem Wahlkreis von Fraktionschefin Alice Weidel in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen auf erschütternde Weise illustriert: Im Rahmen des vom Bundespresseamt finanzierten Besuchs wurden von Teilnehmer_innen die Existenz von Gaskammern in Zweifel gezogen, die KZ-Verbrechen relativiert und verharmlost.
    Die politischen Stiftungen, die als Reaktion auf das Scheitern der Weimarer Republik im postnationalsozialistischen Deutschland etabliert wurden, leisten einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftspolitischen und demokratischen Bildung in Deutschland und sollen ein möglichst breites Publikum erreichen; dafür werden ihnen öffentliche Mittel in Form der Globalzuschüsse aus dem Haushalt des Bundesministeriums des Innern gewährt. Mit der staatlichen Förderung der Desiderius-Erasmus-Stiftung wird das zweifelhafte Geschichtsbild, welches von ihrem Führungspersonal vertreten wird, nicht nur eine offizielle Anerkennung finden, sondern perspektivisch weite Teile der Bevölkerung in einem gesellschaftspolitischen Klima erreichen, in dem es ohnehin bereits möglich ist, die Existenz der Shoa offen anzuzweifeln und zu „fake news“ zu erklären. Bleibt eine kritische Prüfung dieser Stiftung aus, setzt die Politik ein falsches Signal für die Entwicklung unserer Demokratie.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Dr. Meron Mendel, Direktor der Bildungsstätte Anne Frank (Initiator)
    **Erstunterzeichner*innen**
    - Dr. Reiner Becker, Philipps-Universität Marburg
    - Prof. Dr. M. Brumlik, Goethe Universität Frankfurt sowie Selma Stern Zentrum für jüdische Studien, Berlin/Brandenburg
    - Dr. Andreas Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“
    - Dr. Detlef Garbe, Direktor der KZ-Gedenkstätte Neuengamme
    - Christoph Heubner, Exekutiv Vizepräsident Internationales Auschwitz Komitee
    - Dr. habil. Klaus Holz, Generalsekretär der Evangelischen Akademien Deutschland
    - Dr. Hans-Christian Jasch, Direktor der Gedenk- und Bildungsstätte, Haus der Wannsee-Konferenz
    - Sanem Kleff, Vorstandsvorsitzende von Aktion Courage e.V
    - Anetta Kahane, Vorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung
    - Prof. Dr. Doron Kiesel, Wissenschaftlicher Direktor der Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland
    - Prof. Dr. Beate Küpper, Hochschule Niederrhein
    - Dr. Thomas Lutz, Stiftung Topographie des Terrors
    - Ruediger Mahlo, Repräsentant der Claims Conference in Deutschland
    - Prof. Dr. Paul Mecheril, Center for Migration, Education and Cultural Studies, Universität Oldenburg
    - Prof. Dr. Astrid Messerschmidt, Bergische Universität Wuppertal
    - Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer, ehem. Leiter der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität Frankfurt/Main
    - Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma
    - Dr. Miriam Rürup, Direktorin des Instituts für die Geschichte der deutschen Juden
    - Prof. Dr. Sybille Steinbacher, Leiterin des Fritz-Bauer-Instituts und Inhaberin des Lehrstuhls zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust am Historischen Seminar der Goethe-Universität Frankfurt am Main
    - Dr. Jens-Christian Wagner, Geschäftsführer Stiftung niedersächsische Gedenkstätten
    - Dr. Mirjam Wenzel, Direktorin des Jüdischen Museums Frankfurt
    - Jutta Weduwen, Geschäftsführerin Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.

    Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 74 (73 in Deutschland)

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