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  • Fortsetzung von "Bauausschuss mit der Brechstange"

    19-09-17 09:16 Uhr

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    Von den unzähligen Varianten eines angepassten Straßen- und Wegebaus hat man scheinbar noch nie etwas gehört oder es fehlt der Wille. Mit einem Monolog des Herrn Bürgermeister war der Besprechungspunkt jedenfalls beendet.

    Stichweg Tieckstraße und Lindenallee, zwei Straßen wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Das Problem ist das gleiche. Gleichgültigkeit, Kurzsichtigkeit und Prinzipienreiterei machen aus den letzten identitätsstiftenden Refugien betonierten Einheitsbrei. Scheinbar gelingt es überall rund um Fredersdorf, Straßen zu bauen ohne Bäume zu fällen, nur in Fredersdorf-Vogelsdorf gelingt das nicht.

    Eine Gemeinde, die etwas auf sich hält, zerstört weder ihre Alleen noch fällt sie ihre Eichen. Eine Bushaltestelle am Rathaus ist Standard und Attraktivität kommt nicht allein von Gehwegbreiten. Es liegt an uns, wie wir unser Umfeld gestalten für uns und unsere Kinder. Vögel singen jedenfalls nicht vom Bordstein, und saubere Luft kommt nicht aus dem Auspuff. Wir wissen es alle.

    Initiative „Lindenalle mit Linden“
    Text von Anja Bierau

  • 07.09.17 Bauausschuss mit der Brechstange

    17-09-17 11:43 Uhr

    Auf der Ausschusssitzung am 7. September ging es hoch her. Zum Thema Lindenallee traten allerhand Fragen auf, die selbst das Planungsbüro sprachlos machten. Beispielsweise ist die Verlegung der Straße nach Westen ein Rätsel, denn der Straßenraum ist auf dieser Seite ohnehin besonders eng. Umso mehr wird es rätselhaft, da auf der Ostseite der zusätzliche zwei Meter breite Streifen zwischen Fußweg und Gartenzaun frei bleibt.

    Frau Fliegner von der Initiative „Lindenallee mit Linden“ schlug abermals vor, diesen Streifen in die Aufteilung zu integrieren. Genau genommen muss der Straßenverlauf nur auf der bisherigen westlichen Straßenkante verbleiben, die Verbreiterung um einen Meter erstreckt sich nach Osten. Die Aufteilung wirkt harmonischer und als Nebeneffekt kann eine ganze Baumreihe erhalten bleiben.

    Fragen von Herrn Hinz nach dem Artenschutz und der Instandhaltungspflicht der geschützten Allee konnten nicht beantwortet werden.

    Der Hinweis von Herrn Schulze-Wagner aus Fredersdorf Nord, dass es sich hier nicht um irgendeine Straße handelt, sondern um „die Straße, die unser Rathaus schmückt, wo, wenn nicht hier, sollte die Gemeinde ihrem Leitbild Ausdruck verleihen!“, löste bei den Ausschussmitgliedern betroffene Gesichter und beim Publikum Beifall aus.

    Außerdem blieb die Frage nach einem möglichen Standort für eine Bushaltestelle unbeantwortet. Herr Krieger betonte, dass momentan keine gebraucht würde. Doch wie kann er wissen, dass es in den nächsten 30 Jahren so bleibt? Die geplante Mittelinsel unterbindet die Einrichtung langfristig. Perspektivisch haben wir nicht nur mehr Kinder, sondern auch mehr ältere Mitbürger in der Gemeinde. Herr Krieger konstatierte, es gäbe eine Haltestelle auf der Altlandsberger Chaussee, das Stück könne man laufen. Mehrere hundert Meter, wie ist das zu verstehen? Wenn jemand nicht mehr gut zu Fuß ist, ist dies ein erhebliches Hindernis. Sollen diejenigen, die keine Unterstützung haben, sehen wo sie bleiben? Schon beim nächsten ÖPNV-Konzept kann es sein, dass die Lindenallee wieder einbezogen wird. Die Straße müsste dann mit erheblichem Aufwand erneut umgebaut werden.

    Das neue Regenentwässerungskonzept wirft ebenfalls Fragen auf. Denn zukünftig wird das gesamte Wasser von den Nebenstraßen, der Lindenallee und zusätzlich von Teilen der L30 in einem einzigen Rohr gesammelt und gestaut, bis es unter den Bahngleisen hindurch „kontrolliert“ abfließt. Hinzu kommt noch das Wasser von der Bahnhofstraße. Solch ein Regenkanal ist teuer und in der Unterhaltung aufwändig. Ist er verstopft oder überlastet, wird es prekär. Was wenn dann bei Sturzregen, wie kürzlich in Neuenhagen, das Wasser aus den Gullys schießt? Die Frage nach der zusätzlichen Wassermenge für die Unterführung Mühlenfließ, die schon heute am Limit ihrer Kapazität ist, blieb ebenfalls unbeantwortet. Die Initiative plädiert für eine zumindest teilweise Versickerung zur Entlastung des Systems beispielsweise im vorhandendenen Verdrießgraben oder über Rigolen unter der Fahrbahn.

    Es kam auch die Frage auf, ob 2 mal 2m breite Fußwege nicht erheblich am Bedarf vorbei geplant sind. Wäre ein breiter Fußweg (Rad frei) und ein schmalerer Radweg nicht angemessener?

    Viele Fragen und Vorschläge notierte sich Herr Krieger auf einen Zettel und versicherte eilig, sie bis zur Entscheidung der Gemeindevertreter zu beantworten. Auf diese Weise kam es – trotz der großen Zahl profunder Einwände – zu keinem einzigen Änderungsantrag. Die Planung wurde mit vier zu zwei Gegenstimmen zur Empfehlung beschlossen. Wird hier aus Bequemlichkeit eine offensichtlich mangelhafte Planung durchgedrückt, und sei es mit der Brechstange?

    Wird die Lindenallee gebaut, wie sie derzeit geplant ist, haben wir den „Pistencharme“ der neuen L30 am Rathaus übernommen. Uninspiriert, steril und belanglos. In der Diskussion wird deutlich, dass im Briefing an das Planungsbüro die Wiederherstellung der Allee nicht enthalten war. In einem Ort, der sich in seinem Leitbild als „Grüne Gemeinde” definiert, schwer nachvollziehbar. Ein Einsehen, diesen Punkt zu ergänzen, existiert nicht. Mag sein, dass die Dimensionierung des Regenkanals tief ins Erdreich dringt. Doch auch dafür gibt es heute Möglichkeiten, die keine weiträumige Rodung erfordern. Es ist anzunehmen, dass ein erfahrenes Planungsbüro wie ibp dies bei entsprechendem Auftrag zu berücksichtigen weiß.

    Auch die Tieckstraße stand auf der Tagesordnung. Die Ablehnung von Einwohnern der Fällung von 15 jungen, gesunden und prächtigen Eichen besteht nach wie vor. Sicher, der Beschluss ist gefasst. – Doch wenn sich herausstellt, dass etwas Irrtümliches beschlossen wurde, sollte es möglich sein, den Beschluss aufzuheben und neu abzuwägen. Das sah auch Frau Boßdorf so. Herr Sept wandte ein, dass unter besonderen Erfordernissen ein Abweichen von der DIN-Norm möglich sein muss. Doch nicht in unserer Gemeinde! Hier gibt es zwischen grundhaftem, teurem (anliegerfinanzierten) Ausbau und einer Sandstraße laut Herrn Krieger nichts.

  • Änderungen an der Petition

    30-08-17 07:39 Uhr

    Die Petition wurde auf eine Gesamtdauer von drei Monaten statt sechs Wochen geändert, da die Entscheidungsfindung der Gemeinde sich hinauszögern wird. So können wir noch länger Unterstützer finden.


    Neuer Sammlungszeitraum: 3 Monate