11.01.2026, 11:16
Im Zusammenhang mit unserer Petition erreichen uns immer wieder Rückfragen und Anmerkungen zur kurzfristigen Forderung nach mehr IGS-Plätzen. Insbesondere wird geäußert, dass bestehende Integrierte Gesamtschulen aus Platz- und Personalgründen keine weiteren Kinder aufnehmen könnten und dass eine Erweiterung das pädagogische Konzept der IGS gefährden würde. Diese Einwände nehmen wir ernst und möchten sie an dieser Stelle einordnen.
Zunächst ist uns wichtig klarzustellen:
Unsere Forderung zielt nicht darauf ab, bestehende IGSen ohne entsprechende Voraussetzungen „einfach größer zu machen“. Niemand fordert, Klassen zu überfüllen, Differenzierungsräume zu streichen oder Fachräume zu reduzieren. Das pädagogische Konzept der IGS – individuelle Förderung, Binnendifferenzierung, Teamarbeit und Ganztagsstrukturen – ist für uns nicht verhandelbar.
Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass eine Erweiterung von IGSen grundsätzlich möglich ist, wenn sie geplant, schrittweise und mit den notwendigen Ressourcen erfolgt.
Ein sehr gutes Beispiel ist die IGS Mainz-Bretzenheim, die seit Jahren erfolgreich 6-zügig arbeitet. Dort funktioniert das IGS-Konzept auch in größerer Struktur – mit Differenzierungsräumen, Fachunterricht und stabiler Unterrichtsqualität.
Entscheidend ist also nicht die Größe einer Schule, sondern die Rahmenbedingungen, unter denen sie wächst.
Eine Erweiterung bedeutet aus unserer Sicht:
zusätzliche räumliche Kapazitäten (Unterrichts-, Fach- und Differenzierungsräume),
eine angepasste Schulentwicklungsplanung,
sowie eine schrittweise personelle Ausstattung.
Zum häufig angeführten Lehrkräftemangel möchten wir deutlich sagen:
Dieser betrifft alle Schulformen gleichermaßen – Gymnasien, Realschulen plus, Grundschulen ebenso wie IGSen. Der Lehrermangel kann daher kein spezifisches Argument gegen die Erweiterung von IGSen sein. Im Gegenteil: Gerade IGSen sind vielerorts sehr gefragt bei Lehrkräften, da sie moderne pädagogische Konzepte, Teamarbeit und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Uns ist bewusst, dass der Neubau weiterer IGSen ein zentraler Baustein für die Zukunft ist. Neubauten benötigen jedoch viele Jahre Vorlaufzeit. Angesichts der akuten und jährlich wiederkehrenden Ablehnungszahlen halten wir es für notwendig, mehrgleisig zu handeln:
durch den Ausbau geeigneter bestehender IGS-Standorte und durch die langfristige Planung neuer IGSen im Landkreis.
Unser Ziel ist es, das bewährte Konzept der IGS mehr Kindern wohnortnah zugänglich zu machen, ohne qualitative Abstriche. Dass Kinder weite Schulwege in andere Städte auf sich nehmen müssen, weil es vor Ort keinen Platz gibt, ist aus unserer Sicht weder zeitgemäß noch gerecht.
Unsere Forderung richtet sich nicht gegen pädagogische Qualität – sie setzt sie voraus.