14.01.2026, 06:27
Konkretisierung der Forderung, da es zu Missverständnissen und Falschinterpretationen kam kam.
Textanpassung wegen Zeichenbegrenzung.
Neuer Petitionstext:
Mit dem Leitspruch "Wir"Wir sind eine Schule für alle"alle" werben die IGS Schulen - erfolgreich, wie die Bewerberzahlen belegen. Um dieses Versprechen jedoch einhalten zu können, müssen mehr Plätze in dieser Angebotsform geschaffen werden, denn aktuell bleibt dieses Angebot für hunderte Schüler und Schülerinnen im Kreis Mainz-Bingen verwehrt.
Als Eltern beobachten wir mit großer Sorge den anhaltenden Mangel an Schulplätzen an den Integrierten Gesamtschulen in unserer Region.
In den letzten Jahren mussten zahlreiche Kinder trotz Eignung an den bestehenden IGS Schulen abgewiesen werden. (2021: 446 Plätze, 717 Anmeldungen > 271 Absagen; 2022/23:Absagen; 2022/23: 446 Plätze, 739 Anmeldungen > 293 Absagen; 2024/25: 446 Plätze, 795 Anmeldungen > 349 Absagen; Durchschnittliche Ablehnungsquote 40%, Tendenz steigend). Die IGS Schulen im Kreis, wie z.B. Nieder Olm, Oppenheim und Ingelheim, stoßen regelmäßig an ihre Kapazitätsgrenzen. Für viele Familien bedeutet das lange Schulwege, unsichere Übergänge nach der Grundschule und eine große Belastung in der Bildungsplanung.
Viele Kinder landen auf Grund des Mangels an IGS-Plätzen auf einer, für sie falsche Schulform. Kinder mit einem mittleren Lernniveau werden nach Erhalt der Ablehnung durch überfüllte IGSen auf Gymnasien geschickt und stehen dort unter einem enormen Druck. Andere Kinder landen auf einer Realschuleeiner Realschule plus, nur um dort unterfordert zu sein und nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen zu können. Dazwischen gibt es nichts mehr! Und währenddessen laufen die öffentlichen Gymnasien und Realschulen plus über, da sie die abgelehnten Kinder der IGSen zusätzlich mit aufnehmen müssen, obwohl diese gar nicht dorthin möchten.Ein nachträglicher Wechsel ist nur noch zwischen Gymnasium und Realschule plus möglich, da die IGS Schulen in der Regel bis zur 9. Klasse keine Schüler mehr aufnehmen.
Der Fehler liegt im rheinland-pfälzischen Schulsystem und nicht an der Leistung oder dem Können der Kinder, jedoch bleibt genau dieses Gefühl bei den Kindern hängen!
Statt Handlungsbedarf zu sehen, wird es von den Verantwortlichen hingenommen, dass Kinder nach einer Ablehnung an einer IGS in andere für sie suboptimale Schulformen abgeschoben werden. Nur um dann überfordert zu sein und bei einem dann häufig erneuten notwendigen Schulformwechsel, aus ihrer sozialen und gewohnten Struktur herausgerissen zu werden, erneut das Gefühl des Versagens vermittelt bekommen und wieder in einer Schulform landen, die nicht ihren Leistungsmöglichkeiten entspricht!
Die Kinder sind es, die es ausbaden müssen und sich den Herausforderungen Tag für Tag stellen müssen und wir Eltern verzweifeln an der Starrheit des Systems und der Ignoranz der Verantwortlichen.
IGS Schulen bieten alle Abschlüsse an, somit bieten sie für alle Schüler und Schülerinnen ein modernes, inklusives und vielfältiges Angebot. Es gibt nicht nur Gymnasium oder Realschule plus, es gibt auch etwas dazwischen und dies braucht Platz der dringend geschaffen werden muss! Ein ausreichendes, regionales Angebot an IGS Plätzen würde die aktuelle Überflutung der Gymnasien und Realschulen plus vermeiden, langfristig lösen und allen dazwischen eine leistungsgerechte Förderung bieten.
Engpässe dürfen nicht nur auf die öffentlichen Gymnasien und Realschulen plus abgewälzt werden, nur weil diese am Ende der Anmeldekette stehen. Die IGS Schulen müssen ebenfalls Verantwortung in dieser Situation übernehmen und eine frühzeitige Prüfung veranlassen, wie viele Kinder zusätzlich zu den standardisierten 4 Zügen in IGS Schulen aufgenommen werden können. Dieser Beitrag muss schon in der Bewerbungsphase geleistet und angeboten werden so dass das Gesamtsystem anteilig eine Entlastung erhält.
Deshalb fordern wir:
- Schaffung zusätzlicher Klassenzüge an den bestehenden IGSen für die aktuellen hohen Geburtenjahrgänge. Konkret: Ein zusätzlicher Klassenzug, temporär an jeder der 4 IGSen im Landkreis, je nach Bedarfsentwicklung für die Schuljahre 26/27, 27/28, 28/29. Dadurch Schaffung von 120 zusätzlichen Schulplätzen in den Überlastungsjahren im Landkreis in dieser Schulform. (Nicht als Dauerlösung gedacht)
- Schaffung neuer IGS Plätze durch Raumnutzungsoptimierungen sowie Erweiterung durch alternative Lösungen (Überprüfung von möglicher Umwandlung vonUmwandlung von Räumlichkeiten oder Nutzung freier Räumlichkeiten, Schaffung von übergangsweise Containeranbauten etc.)Räumlichkeiten)
- Optimierung des Bewerbungsverfahrens: Kommunikation und Austausch unter den IGSen - Angabe von mehreren IGSen bei der Bewerbung als Zweit- oder Drittwahl
- Aktives Angebot und Kommunikation mit den aktuell betroffenen Familien
- Bau neuer IGS Schulen an den Brennpunkt-Grenzstandorten Bodenheim/Nackenheim, Region Heidesheim/Klein-WinternheimRegion Heidesheim/Klein-Winternheim und somit eine Entzerrung der Überlastung an den Standorten Ingelheim, Oppenheim und Nieder-Olm. Die Vermeidung von Kreisabwanderungen und Überlastung der IGSen kreisfremder Schulen. Folglich auch eine Verkürzung der Schulwege.
- Überprüfung und Transparenz des Schulentwicklungsplans, liegen hier noch die richtigen Daten zu Grunde? Wenn der Bau einer Schule 8 Jahre dauert, kann ein 5-Jahresplan nicht die Grundlage sein. Hier muss langfristiger mit mehr Weitsicht geplant werden oder kurzfristiger gehandelt werden!
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 986 (916 in Landkreis Mainz-Bingen)
11.01.2026, 11:16
Im Zusammenhang mit unserer Petition erreichen uns immer wieder Rückfragen und Anmerkungen zur kurzfristigen Forderung nach mehr IGS-Plätzen. Insbesondere wird geäußert, dass bestehende Integrierte Gesamtschulen aus Platz- und Personalgründen keine weiteren Kinder aufnehmen könnten und dass eine Erweiterung das pädagogische Konzept der IGS gefährden würde. Diese Einwände nehmen wir ernst und möchten sie an dieser Stelle einordnen.
Zunächst ist uns wichtig klarzustellen:
Unsere Forderung zielt nicht darauf ab, bestehende IGSen ohne entsprechende Voraussetzungen „einfach größer zu machen“. Niemand fordert, Klassen zu überfüllen, Differenzierungsräume zu streichen oder Fachräume zu reduzieren. Das pädagogische Konzept der IGS – individuelle Förderung, Binnendifferenzierung, Teamarbeit und Ganztagsstrukturen – ist für uns nicht verhandelbar.
Gleichzeitig zeigt die Praxis, dass eine Erweiterung von IGSen grundsätzlich möglich ist, wenn sie geplant, schrittweise und mit den notwendigen Ressourcen erfolgt.
Ein sehr gutes Beispiel ist die IGS Mainz-Bretzenheim, die seit Jahren erfolgreich 6-zügig arbeitet. Dort funktioniert das IGS-Konzept auch in größerer Struktur – mit Differenzierungsräumen, Fachunterricht und stabiler Unterrichtsqualität.
Entscheidend ist also nicht die Größe einer Schule, sondern die Rahmenbedingungen, unter denen sie wächst.
Eine Erweiterung bedeutet aus unserer Sicht:
zusätzliche räumliche Kapazitäten (Unterrichts-, Fach- und Differenzierungsräume),
eine angepasste Schulentwicklungsplanung,
sowie eine schrittweise personelle Ausstattung.
Zum häufig angeführten Lehrkräftemangel möchten wir deutlich sagen:
Dieser betrifft alle Schulformen gleichermaßen – Gymnasien, Realschulen plus, Grundschulen ebenso wie IGSen. Der Lehrermangel kann daher kein spezifisches Argument gegen die Erweiterung von IGSen sein. Im Gegenteil: Gerade IGSen sind vielerorts sehr gefragt bei Lehrkräften, da sie moderne pädagogische Konzepte, Teamarbeit und Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Uns ist bewusst, dass der Neubau weiterer IGSen ein zentraler Baustein für die Zukunft ist. Neubauten benötigen jedoch viele Jahre Vorlaufzeit. Angesichts der akuten und jährlich wiederkehrenden Ablehnungszahlen halten wir es für notwendig, mehrgleisig zu handeln:
durch den Ausbau geeigneter bestehender IGS-Standorte und durch die langfristige Planung neuer IGSen im Landkreis.
Unser Ziel ist es, das bewährte Konzept der IGS mehr Kindern wohnortnah zugänglich zu machen, ohne qualitative Abstriche. Dass Kinder weite Schulwege in andere Städte auf sich nehmen müssen, weil es vor Ort keinen Platz gibt, ist aus unserer Sicht weder zeitgemäß noch gerecht.
Unsere Forderung richtet sich nicht gegen pädagogische Qualität – sie setzt sie voraus.