Info 20: Baumfällungen am Klinikpark – BUND Naturschutz fordert Aufklärung
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
in den vergangenen Tagen wurden im Bereich zwischen dem Fußweg von der Straßenbahnhaltestelle Uniklinik/BKH zum Bezirkskrankenhaus und dem Anbau „West“ auf dem Klinikgelände sämtliche Gehölze gefällt. Nach Einschätzung des BUND Naturschutz waren darunter etwa 15–20 Erlen und Weiden, teilweise mit erheblichen Stammumfängen.
Nach Auffassung des BUND Naturschutz fallen einzelne der gefällten Erlen aufgrund ihres Stammumfangs unter die Augsburger Baumschutzverordnung. Unabhängig davon ergibt sich bei Eingriffen dieser Größenordnung zumindest eine Prüf- bzw. Anzeigeerforderlichkeit gegenüber der Unteren Naturschutzbehörde.
Die Kreisgruppe Augsburg des BUND Naturschutz hat sich daher mit einem Schreiben an das Staatliche Bauamt gewandt und um Aufklärung gebeten. Konkret wird unter anderem gefragt:
● wer die Fällungen veranlasst und durchgeführt hat und aus welchem Anlass,
● ob die Maßnahmen vorab mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt wurden,
● wie viele Bäume insgesamt gefällt wurden und
● wie die Maßnahme fachlich eingeordnet wird.
Besonders erklärungsbedürftig erscheint der Zeitpunkt der Fällungen, da die Gehölze während der mehr als zehnjährigen Bauzeit des Anbaus „West“ offenbar kein Hindernis darstellten und auch keine akute Gefährdung des angrenzenden Fußwegs erkennbar war.
Der BUND Naturschutz fordert weiterhin Transparenz und frühzeitige Information über Eingriffe im und am Klinikpark und wird den weiteren Verlauf aufmerksam begleiten.
Mit besten Grüßen
Dr. Dietmar Kuhlmann
für die Kreisgruppe Augsburg
BUND Naturschutz in Bayern e.V.
Info 19: Wahlprüfsteine zum Neubau der Uniklinik Augsburg
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
mit der bevorstehenden Einleitung des Bauleitverfahrens durch die Stadt Augsburg tritt die Diskussion um den Neubau der Uniklinik in Augsburg in eine weitere entscheidende Phase. Vor diesem Hintergrund hat der BUND Naturschutz in den vergangenen Tagen sogenannte Wahlprüfsteine an Parteien und Mandatsträger verschickt. Ziel ist es, vor den anstehenden Kommunalwahlen Klarheit darüber zu gewinnen, wie sich die Parteien und ihre Vertreterinnen und Vertreter zur Standortfrage positionieren.
Angeschrieben wurden die Fraktionsvorsitzenden der in den Stadträten von Augsburg, Neusäß und Stadtbergen vertretenen Parteien sowie im Kreistag des Landkreises Augsburg. Zusätzlich haben die Landtagsabgeordneten aus Stadt und Landkreis Augsburg sowie die Ersten Bürgermeister bzw. die Oberbürgermeisterin der drei Städte die Wahlprüfsteine erhalten.
Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob der Neubau – wie derzeit vom Freistaat, der Uniklinik und der Stadt verfolgt – ausschließlich im Westen des bestehenden Klinikums erfolgen soll oder ob auch der Standort im Osten gleichwertig und ergebnisoffen im Verfahren geprüft wird. Eine Bebauung im Westen würde unter anderem die Zerstörung des heutigen Klinikparks bedeuten.
Mit den Wahlprüfsteinen möchten wir erreichen, dass die Bürgerinnen und Bürger vor der Wahl nachvollziehen können, welche Positionen Parteien und Mandatsträger zu einem Projekt vertreten, das medizinische Versorgung, Stadtentwicklung sowie Klima- und Naturschutz gleichermaßen betrifft.
Die Fragen greifen dabei Themen auf, die in der bisherigen Debatte aus unserer Sicht nicht ausreichend geklärt sind:
- die tatsächliche Ergebnisoffenheit des Verfahrens,
- die städtebauliche und verkehrliche Eignung der Standorte,
- die klimatischen und ökologischen Folgen einer Bebauung im Westen
- sowie die Frage einer überörtlichen Raumverträglichkeitsprüfung.
Wir hoffen nun auf eine rege Beteiligung aller Parteien an der Befragung. Die eingehenden Antworten werden auf der nachfolgend genannten Webseite des BUND Naturschutz veröffentlicht. Hier finden sich auch die Wahlprüfsteine zum Download.
Info 17: 2. Offener Brief an den Augsburger Stadtrat zur „Ergebnisoffenheit des Verfahrens"
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
wir haben am 9. Oktober unseren zweiten Offenen Brief an den Stadtrat der Stadt Augsburg versendet, den Sie in der Anlage finden. Darin nehmen wir Bezug auf unseren ersten Brief vom Juli dieses Jahres und auf die jüngste Stadtratsdebatte vom 25. September 2025 über den Antrag auf ein Ratsbegehren mit dem Ziel, die Bürgerinnen und Bürger selbst entscheiden zu lassen, ob der Klinikpark für den Neubau der Uniklinik geopfert werden darf.
Im Schreiben machen wir deutlich, dass die Entscheidung über den Standort des Uniklinik-Neubaus aus unserer Sicht längst gefallen ist – obwohl bislang keine gleichwertige und transparente Prüfung der beiden möglichen Baufelder „West“ und „Ost“ stattgefunden hat.
Gerade die Diskussion im Stadtrat hat gezeigt, dass der Begriff „ergebnisoffenes Verfahren“ vielfach benutzt wird, ohne klar zu benennen, was damit gemeint ist.
Für uns bedeutet Ergebnisoffenheit: eine faire, gleichwertige und transparente Prüfung beider realistischen Standorte.
Wir fordern deshalb eine klare politische Positionierung der Parteien – in Augsburg, aber auch in Neusäß und Stadtbergen – gerade mit Blick auf den bevorstehenden Kommunalwahlkampf, sowie mehr Transparenz bei der Definition des Begriffs „Ergebnisoffenheit des Verfahrens“.
Die Debatte zum Ratsbegehren ist im Livestream der Stadtratssitzung vom 25.09.2025 für 3 Monate abrufbar. Das Ratsbegehren wird ab Minute 19:00 behandelt.