• Der Inhalt der Petition und Fakten zur Rechtslage „Hahnenkrähen“ im Kommentar

    at 19 Dec 2020 02:38

    Einen Kommentar

    Wenn der Hahn kräht…

    Bei dieser Petition geht es nicht nur um den Hahn – Hierfür hat unsere Gesetzgebung eigentlich ganz vernünftige Grundlagen, die jedoch leider nicht einheitlich ausgelegt werden und auch nicht jedem bekannt sind:

    Denn ortsübliche Emissionen sind per Gesetz generell zu dulden, sogar wenn sie „wesentlicher Lärm“ sind -BGB §906 (1). Genauso wie unwesentliche Emissionen nach diesem Paragraphen im Bürgerlichen Gesetzbuch zu dulden sind – und das sind sie, wenn sie die Emissionswerte nach TA-Lärm nicht erreichen.

    Im Dorfgebiet/Mischgebiet darf ein Hahn als Einzelschallereignis somit tagsüber (6-22 Uhr) 90 dB und nachts 65 dB erreichen – beim Beschwerdeführer gemessen und über den ganzen Tag oder Nacht gemittelt!
    Im Allgemeinen Wohngebiet sind es dann jeweils 5dB weniger und im reinen Wohngebiet 10dB weniger. In Gewerbegebieten 5dB mehr und im urbaner Lage 3dB mehr.

    Diese Werte schafft zumindest im Dorf-/Mischgebiet kaum ein Hahn zu knacken!

    Somit ist, dem bestehenden Gesetz nach, jeder Hahnenruf -zumindest im Außenbereich sowie Kern-, Dorf- und Mischgebieten -bei genügend Abstand sogar im Wohngebiet- generell zu dulden!

    Doch warum dann eine Petition?

    Leider gibt es in ganz Deutschland die kuriosesten Gerichtsurteile oder “Einigungen” zu Lasten der Nutztierhalter und auch Landwirte, vom Abschalten der Kirchenglocken zur Zeitangabe ganz zu schweigen.

    Die im Gesetz verankerte “Ortsüblichkeit” scheint zuviel Interpretationsspielraum zu zu lassen, und eine kostspielige Messung wird meist nicht durchgeführt.

    Es geht in der Petition daher nicht um einen Hahn, es geht generell darum, das Landleben mit all seinen Geräuschen und Gerüchen zu akzeptieren und es zu erhalten und zu schützen.

    Es geht darum dem Klagewahn der aufs Land ziehenden, meist “Stadtmenschen” die Stirn zu bieten und die schleichende Umwandlung in Schlafstädte vor den Toren der Metropolen zu stoppen.

    Es geht um Traditionen und einen möglichen Weg, weg von der Massentierhaltung, zurück zu kleinbäuerlichen Strukturen und privater Nutztierhaltung.

    Land-/Dorfleben soll noch Land-/Dorfleben bleiben dürfen! Auch in den alten Ortskernen, in denen vor nicht einmal 50 Jahren noch in jedem Hof ein Hahn krähte....

    16. November 2020

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