17.12.2025, 07:15
Leserzuschrift zu: "Politik diskutier erneut über ein Böllerverbot an Silvester", WAZ 16.12. 2025
Mein persönliches Fazit nach knapp zwölf Monaten nach dem Start meiner online-Petition auf openPetition am 5. Januar 2025 zur Begrenzung der Böllerei zum Jahreswechsel von Silvesterabend 18:00 Uhr bis 2:00 Uhr in der Neujahrsnacht: Eine gewisse Ernüchterung, aber auch Zuversicht und der unbeugsame Wille, die Thematik auf die Agenda des neu gewählten Stadtrates zu platzieren!
Es kann nicht sein, dass seinerzeit der Ennepe-Ruhr-Kreis mit Wirkung zum 31.August 2025 ein kreisweites Nachtmähverbot für Mähroboter per Allgemeinverfügung erließ, jedoch – bezogen auf Witten – die Politik sich bislang außerstande sieht, die Böllerei zum Jahreswechsel auf maximal 8 Stunden zu begrenzen, was – unter bestimmten Voraussetzungen – auch unter der aktuellen Sprengstoffverordnung möglich wäre. So wird auch dieses Mal zum bevorstehenden Jahreswechsel spätestens ab dem 29. Dezember 2025 – Verkaufsstart der Feuerwerksartikel – bis in die erste Januarwoche des neuen Jahres hinein die Böllerei andauern, trotz der hohen Feinstaubbelastung, ein No-Go für Asthmatiker, als auch ein No-Go für in Panik geratene Haus- und Wildtiere sowie trotz Überlastung von Polizei und Rettungsdiensten und überlasteten Notaufnahmen. Aber es geht auch anders: Ich erwarte und hoffe, dass die Fraktionen im Wittener Stadtrat parteiübergreifend bis zum 30. Juni 2026 einen rechtskonformen Antrag zur Begrenzung der Böllerei zum Jahreswechsel 2026/2027 zur Vorlage an den Bürgermeister Dirk Leistner erarbeiten, damit das Stadtoberhaupt eine entsprechende Verfügung unterschreiben kann.
Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Düsseldorfer Landtag unter Vorsitz der Wittener MdL Verena Schäffer und Wibke Brems, hat in ihrem am 10. Dezember 2025 veröffentlichten Forderungskatalog unter anderem gefordert: “ Böller mit reiner Knallwirkung sollen schnellstmöglich aus dem Verkauf verschwinden, weil sie ein hohes Verletzungsrisiko haben und der gesellschaftliche Nutzen in keinerlei Verhältnis zu den Gefahren steht“. Ein Schritt in die richtige Richtung!
Wilfried Böckmann