20.05.2026, 03:36
Liebe Unterstützer:innen des Lügenmuseums,
am 7. Mai endete die Verhandlung zur Räumungsklage gegen das Lügenmuseum mit einem Vergleich: Das Lügenmuseum in Radebeul muss seinen bisherigen Standort im Gasthof Serkowitz endgültig aufgeben. Die klagende Stadt Radebeul darf die Räumung aber erst ab dem 30. September zwangsweise durchsetzen.
Im Vorfeld dieser Entscheidung haben sich insgesamt 3.066 Menschen mit dieser Petition ,,Rettet das Lügenmuseum in Radebeul" für den Erhalt des Kulturortes ausgesprochen. Gemeinsam bringen damit eine breite gesellschaftliche Sorge zum Ausdruck:
Die Frage, welchen Stellenwert kulturelle Freiräume, experimentelle Kunstorte und unabhängige Kulturinitiativen in unserer Gesellschaft haben. Heute und in Zukunft.
Kultur mehr als ein Kostenfaktor oder eine Frage kurzfristiger Praktikabilität. Orte wie das Lügenmuseum stehen für künstlerische Freiheit, für Austausch, für Reibung und für das Aushalten unterschiedlicher Perspektiven. Gerade darin liegt ihr Wert für eine lebendige Gesellschaft. Der Schutz und die Weiterentwicklung solcher Orte sind daher aus unserer Sicht eine gemeinschaftliche von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung.
Bereits am 17. Dezember 2025 haben wir diese Petition im Rahmen einer Stadtratssitzung an den Oberbürgermeister Bert Wendsche übergeben.
Mit der Übergabe dieser Petition wollten wir ausdrücklich den Dialog suchen, um gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen, die sowohl die berechtigten Interessen der Stadt als auch dem kulturellen Wert des Lügenmuseums Rechnung tragen.
Leider gab es darauf keine Reaktion. Ein offenes, konstruktives Gespräch, unabhängig aller juristischen Fragen, zur Zukunft der Kulturinstitution in Radebeul hat es
bis heute nicht gegeben.
Auch heute findet wieder eine Stadtratssitzung in Radebeul statt. Wir sind überzeugt, dass es weiterhin Aufmerksamkeit für die Beweggründe von mehr als 3.000 Menschen braucht. Ab 17 Uhr haben Bürger der Stadt die Möglichkeit, im Rathaus der Stadt Radebeul öffentlich Fragen zu stellen. Vielleicht kennt Ihr Menschen aus Radebeul, die das Lügenmuseum schätzen und bereit sind, im Stadtrat eine Frage zu stellen und den offenen Austausch für das Lügenmuseum zu fordern?
10.12.2025, 09:22
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
die Räumungsklage gegen das Lügenmuseum in Radebeul ist weit mehr als ein juristischer Vorgang. Sie berührt die grundlegende Frage, welchen Stellenwert wir kulturellen Freiräumen in unseren Städten und Gemeinden beimessen.
Wir sind überzeugt: Kultur darf weder von Bequemlichkeit noch allein von Finanzierbarkeit abhängig gemacht werden. Der Schutz und die Weiterentwicklung von Orten für Kunst, Austausch und kontroverse Debatten sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben – Aufgaben, die Dialogbereitschaft und das Aushalten unterschiedlicher Perspektiven erfordern.
Diese Haltung möchten wir am 17. Dezember 2025 mit der Übergabe unserer Petition – inzwischen fast 3.000 Stimmen stark – an den Radebeuler Stadtrat und Oberbürgermeister Bert Wendsche deutlich machen.
Wir freuen uns über alle, die diesen Moment unterstützen und vor Ort Präsenz zeigen:
Einwohnerfragestunde: 17:00 Uhr
Ort: Ratssaal des Rathauses Radebeul
Pestalozzistraße 6, 01445 Radebeul
Unsere Petition ist noch vier Tage online. Bitte unterstützt uns weiterhin, indem ihr sie teilt und verbreitet.
Mit herzlichen Grüßen
29.11.2025, 08:01
Das Lügenmuseum schwebt zwischen Leben und Tod. Vielleicht braucht es Glaube, in jedem Fall Hoffnung: Denn das Lügenmuseum lebt!
Das Lügenmuseum ist ein Ort der künstlerischen Produktion. Am Sonntag eröffnet die neue Ausstellung „Skeleton Dance“. Die Schau überführt mittelalterliche Totentanz-Motive in die Gegenwart und macht den künstlerischen Prozess unmittelbar erlebbar.
In gemeinsamer künstlerischer Praxis entstanden beeindruckende Werke: Zwölf Künstlerinnen und Künstler, eine Tänzerin und ein Musiker entwickelten Totentanz-Motive im Dialog mit Gedichten von Christian Morgenstern. Funktionslose Alltagsgewohnheiten wurden vor Ort in einen heiteren, kreativen Flow verwandelt und zu fabelhaften Bildwerken sowie skulpturalen Arrangements geformt.
Die Ausstellung fungiert als Blitzableiter zwischen deutscher Vorschriftenkultur und der Überdosis an Individualisierung und verzweigt sich in die Gegenwart. Besuchende erleben den künstlerischen Prozess zwischen Ideen, Materialien und Zeitgeist hautnah und im unmittelbar im Austausch mit den Künstlerinnen und Künstlern.
Mit „ Skeleton Dance“ zeigt das Lügenmuseum, dass Totentanz nicht nur an Vergänglichkeit erinnert, sondern als zeitgenössisches Kunstereignis die Gegenwart herausfordert und die Zukunft mitdenkt.
Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:
Sophie Altmann (E-Harfe), Basse, Andrea Dorschner, Lutz Fleischer, Maria Frinzel, Marion Kahnemann, Max Klinger, Klaus Liebscher, Amir Nikou (Gesang), Sylvia Pásztor, Cornelia Rank, Rose Schulze, Irina von Toll (Tanz), Pierre Vlček, Dorota Zabka, Reinhard Zabka
29.11.2025, 07:53
Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
das Landgericht Dresden hat die Räumungsklage der Stadt Radebeul gegenüber dem Lügenmuseum bestätigt. Die Betreiber des Museums haben beim Landgericht eine Sicherheitsleistung hinterlegt, um die Vollstreckung des Räumungstitels vorerst auszusetzen. Eine Vollstreckung, die einen Totalschaden und existenzielle Vernichtung des Gesamtkunstwerks bedeuten würde. Damit bleibt Zeit, um weiterhin nach konstruktiven Lösungen für die Zukunft des Kulturortes zu suchen.
Das Lügenmuseum ist seit vielen Jahren im historischen Gasthof Serkowitz beheimatet und prägt diesen Ort als kulturelles Projekt und künstlerisches Gesamtkunstwerk. Die aktuelle Situation stellt das Museum und die beteiligten Künstler vor große Herausforderungen. Gleichzeitig zeigt die öffentliche und mediale Resonanz, wie wichtig vielen Menschen der Erhalt dieses besonderen Kunst- und Kulturortes ist.
Runder Tisch am 8. Dezember
Der Freundeskreis des Lügenmuseums lädt am 8. Dezember zu einem Runden Tisch ein, um gemeinsam über Perspektiven für die Zukunft des Hauses ins Gespräch zu kommen. Auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Öffentlichkeit haben ihre Teilnahme zugesagt. So wird auch Martin Dulig, Mitglied des sächsischen Landtags, das Gespräch begleiten. Erwartet wird unter anderem eine Stellungnahme der Stadt zu den weiteren Schritten.
Eure Unterstützung ist wichtig wie nie zuvor!
Unsere Petition kann nur noch bis zum 14. Dezember 2025 unterschrieben werden. Jede einzelne Unterstützung stärkt das Anliegen, dass die Zukunft des Lügenmuseums in einem offenen Dialog und unter Beteiligung der Öffentlichkeit geklärt wird.
Vielen Dank für Ihre bisherige Unterstützung und Ihr Interesse am Fortbestand des Lügenmuseums.
25.10.2025, 11:42
Einladung zum Runden Tisch im Lügenmuseum Radebeul
Thema: „Wie kommt die Kuh vom Eis?" oder ausloten der Möglichkeiten
Datum: Sonntag, 26. Oktober 2025, 17 – 18 Uhr
Ort: Lügenmuseum, Gasthof Serkowitz, Radebeul
Nach einem Besuch von Dr. Markus Pieper von der Stiftung Sächsische Gedenkstätten schlug er in einem Schreiben an Oberbürgermeister Bert Wendsche vor, Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Verwaltung, Politik und Bürgerschaft zu einem Runden Tisch einzuladen, um gemeinsam über den Erhalt des Lügenmuseums zu beraten.
Diese Anregung greifen wir auf und laden herzlich zu dieser Gesprächsrunde ein. Ziel ist es, in einer festgefahrenen Situation wieder Bewegung zu schaffen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft des Museums zu entwickeln.
Hintergrund:
Für den 28. Oktober 2025 ist vor dem Landgericht Dresden eine Räumungsklage angesetzt. Gleichzeitig liegt dem Oberbürgermeister ein konkretes Kaufangebot vor, das den Fortbestand des Lügenmuseums am jetzigen Standort sichern wird.
Zahlreiche Briefe an Vertreterinnen und Vertreter der Stadt wurden bislang nicht weitergeleitet. Damit geht es beim Runden Tisch auch um eine Vermittlung von Informationen und um die Möglichkeit, direkt miteinander ins Gespräch zu kommen.
Der Runde Tisch versteht sich als Versuch, mit der Stadt, Verwaltung und Unterstützerinnen und Unterstützer in einem respektvollen und konstruktiven Dialog Wege zu finden, die den Erhalt dieses besonderen Kulturortes ermöglichen.