• Beschluss des Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft

    12.08.2016 00:00 Uhr

    Auszug aus dem Bericht des Petitionsausschusses (Stadt ) Nr. 1 1 vom 12.08.2016

    Der Ausschuss bittet, folgende Eingabe für erledigt zu erklären, weil die Stadtbürgerschaft
    keine Möglichkeit sieht, dr n Eingabe zu entsprechen:

    Eingabe Nr.: S 19/75

    Gegenstand:
    Erhalt des Streichelzoos in Gröpelingen

    Begründung:
    Der Petent setzt sich dafür ein, den Streichelzoo im Wilden Westen in Gröpelingen zu erhalten.
    Zusammen mit dem Spielhaus und der Suppenküche sei unter dem Dach des Wilden Westen ein
    niedrigschwelliges, lebendiges Zentrum gemeinschaftlichen Lebens und Miteinanders über
    kulturelle Grenzen hinaus entstanden. Der Streichelzoo sei eine gut besuchte Freizeiteinrichtung
    und habe vielen Menschen eine sinnvolle Beschäftigung ermöglicht. Mit der Schließung des
    Streichelzoos werde Kindern, Eltern und Anwohnern eine w ichtige Erlebniswelt und ein
    wesentlicher Bestandteil des Projekts Wilder Westen genommen. Ein kostenloser Ort der
    Begegnung und des Miteinanders gehe verloren. Kinder, die ansonsten keinen Kontakt zu Tieren
    haben, werde ein sozialer Lernort in einem berei ts jetzt stark benachteiligten Stadtteil genommen.
    Die Petition wird von 744 Mitzeichnerinnen und Mitzeichnern unterstützt.

    Der Petitionsausschuss hat zu dem Vorbringen des Petenten eine Stellungnahme der Senatorin
    für Soziales, Jugend, Frauen, Integrat ion und Sport eingeholt. Außerdem hatte der Petent die
    Möglichkeit, sein Anliegen im Rahmen der öffentlichen Beratung persönlich vorzutragen. Unter
    Berücksichtigung dessen stellt sich das Ergebnis der parlamentarischen Prüfung
    zusammengefasst wie folgt dar :

    Der Streichelzoo ist Anfang der 2000er Jahre als Beschäftigungsprojekt gegründet worden.
    Langzeitarbeitslose Personen sollten den Betrieb des Zoos sicherstellen. Im Laufe der Zeit ist es
    nicht gelungen, zusätzliche Mittel zu akquirieren, um unabhängig von Fördermitteln zu arbeiten.
    Gleichzeitig wurden Zuschüsse mehr und mehr reduziert. Ende 2015 konnte der
    Beschäftigungsträger von 27 Beschäftigungsstellen nur noch neun besetzen. Da der Träger nur für
    die besetzten Stellen Mittel erhält, hat er mittlerw eile mitgeteilt, dass er insolvent ist.

    Auch die Anforderungen an die Tierhaltung, wie z.B. die Umsetzung von Tierschutzmaßnahmen
    und die tierpädagogische Anleitung vor Ort, sind deutlich gestiegen. Dies führt zu Personal - und
    Kostensteigerungen, die m it den vorhandenen Kapazitäten nicht aufgefangen werden können.
    Darüber hinaus hat sich ein Sanierungsstau an den Gebäuden ergeben. Deshalb hat man die
    Entscheidung getroffen, den Streichelzoo zu schließen.

    Der Petitionsausschuss bedauert die Entwicklun g sehr. Er verkennt nicht, welche Bedeutung der
    Umgang mit Tieren für die soziale Entwicklung von Kindern, gerade in einem schwierigen Stadtteil
    hat. Gleichwohl kann er das Anliegen des Petenten nicht unterstützen. Die Tiere sind mittlerweile
    anderweitig untergebracht worden, so dass der Erhalt des Streichelzoos nicht mehr möglich ist.
    Wichtig erscheint dem Ausschuss jetzt, das Projekt Wilder Westen als sozialpolitisches Projekt mit
    der Hausaufgabenhilfe, dem Spielhaus und der Suppenküche zu erhalten.

    Begründung (PDF)

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