Mindestschutz und Antwort von Schau auf Linz

19.09.2014 08:53 Uhr

"Mindestschutz wäre dringend notwendig!"

Diese vorrangigen Gründe veranlassten mich damals die Petition zu starten:

1. Schutz von Habitaten vieler gefährdeter und stark gefährdeter Arten.
2. Gefährdung von Tieren auf Wegen und Straßen die durch deren Lebensräumen führen.
3. Der Schutz eines urwaldtypischen ökologisch wertvollen und sensiblen Mischwaldbiotops.
4. Möglicher Bau einer Autobahnumfahrung durch den Wald, der Habitate von Tieren zerstören könnte.
5. Vermutlicher Austausch von Schmetterlingspopulationen mit nahem Natura 2000 Traun-Donau-Auen Europaschutzgebiet.
6. Quelle für umliegende Gebiete, was das Ausschwärmen von Arten betrifft.

Zum Mindestschutz:

Nur drei Hausbesitzer benützen die Schiltenbergstraße, die durch diesen schützenswerten Wald führt. Der gesetzliche Schutz umfasst unter anderem auch den Schutz von Lebensräumen..
Mein vordergründiger Gedanke war nun, den dort lebenden Tieren nicht nur das gefahrlose Überqueren dieser Straße zu ermöglichen. Echsen, Reptilien und Insekten (Schmetterlinge) benötigen hier besonderen Schutz, da sich diese Tiere vermehrt auf der Fahrbahn aufwärmen.
Tiere werden hier von ein und mehrspurigen Kraftfahrzeugen angefahren und liegen mitunter schwer verletzt, im Todeskampf, am Straßenrand.
Überfahrene geschützte und gefährdete Arten gehören hier zu meinen furchtbarsten Erlebnissen, die ich als Forscher einfach nicht tolerieren kann und werde.

Die einseitig weit vom Fahrbahnrand angebrachte Fahrverbotstafel, mit der Zusatztafel "Ausgenommen Anliegeverkehr und Radfahrer", wurde einfach übersehen, da diese für die Autofahrer schlecht sichtbar aufgestellt war.
Die Errichtung von Schranken wäre die beste Lösung für die durch den dortigen Verkehr gefährdeten Tiere gewesen, wo sich die Fahrzeuglenker, vor Ort, wiederholt nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeitsbegrenzung von 40 km/h hielten, die der Situation nicht angepasst erscheint.
Außerdem trägt der oben genannte Umstand dazu bei, das diese Straße als Umfahrungsstraße genutzt wird, welche den für die Tiere untragbaren Zustand noch verschärft.
Die drei Hausbesitzer würden diese Straße auch nicht benötigen, da die Bundesstraße 1 direkt neben deren Häusern vorbeiführt. Das Anbringen eines Schrankens nach deren Häusern wäre somit ebenfalls möglich.

Die Antwort des Magistrats auf mein Ansuchen lautete:

Es wurde uns mitgeteilt, dass ein Schranken oder ein komplettes Fahrverbot nicht umgesetzt wird, da es sich um eine Öffentliche Verkehrsfläche handelt. Auch ist eine Reduktion von 40 km/h auf 30 km/h in diesem Fall nicht zielführend. Die Fahrverbotsschilder "Ausgenommen Anliegeverkehr und Radfahrer" werden zur besseren Sichtbarkeit neu angebracht. Die Einhaltung der Straßenverkehrsordnung wird von der Polizei kontrolliert, die wir über Ihr Anliegen informiert haben.

Schau.auf.Linz (4.9.2014, 13:33 Uhr)

Als Verhaltensforscher muss ich mich, mit der bescheidenen Lösung, vorerst leider abfinden.
Für die Verantwortlichen, die meine Daten erhalten, könnte dieses jedoch eine Gewissensfrage darstellen, wie mit dieser dort bestehenden für die geschützten Tiere jedoch untragbaren Situation zukünftig umgegangen wird.

Ein Natura 2000- Naturschutzgebiet hätte, dieses ökologisch wertvolle Waldbiotop, durchaus werden können.
Bei zukünftigen Naturschutzprojekten sollte unbedingt der Aspekt "Individuenanzahl gefährdeter Arten in einem Gebiet" neu bewertet werden, da es sich wissenschaftlich um eine völlig veraltete Ansicht handelt.
Die gefährdeten Schmetterlingsarten fluktuieren nämlich ziemlich stark, was deren Individuenanzahl betrifft. Durch die klimabedingte Erderwärmung wird es zu Populationsverschiebungen in andere Gebiete kommen, welches meinerseits bereits beobachtet wurde.

"Wenn genügend Argumente dafür sprechen, wäre es vorteilhaft, wenn zukünftig auch Einzelpersonen die Möglichkeit hätten Naturschutzansuchen einreichen zu können."

Der Natur- und Artenschutz wird zukünftig einen immer höheren Stellungswert in unserer modernen Gesellschaft erlangen.
Daher sollte die Errichtung von weiteren Schutzgebieten forciert werden, was für unser Wohlbefinden entscheidend sei!

Das Naherholungsgebiet Schiltenbergwald bleibt mein Geheimtipp für künftige Schutzmaßnahmen in Linznähe!

Das war mein letzter Beitrag bezüglich dieser Petition.
Zukünftig werde ich mich voll und ganz der Verhaltensforschung von Schmetterlingen widmen. Mit meinen Ergebnissen und neuen Erkenntnissen aus der Feldforschung wird es vorrangig mein Ziel sein, wertvolle Biotope (Wiesen, Wälder und Brachflächen) schützen zu lassen.
Meine zukünftigen Veröffentlichungen werden nicht nur Lehrzwecken dienen, sondern auch der Sensibilisierung des Menschen für den Erhalt unserer stetig schwindenden Natur.

Mein Leitspruch lautet:
"Die Weisheit eines Menschen spiegelt sich im Umgang mit der Natur wider!"

In dieser Richtung haben wir noch sehr viel Nachholbedarf.

Alles erdenklich Gute!

Mit herzlichen Grüßen
Franz Huebauer

Herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und Information der Naturschutzabteilung des Landes OÖ.

26.08.2014 08:23 Uhr

Emailantwort vom 08.08.2014 vom Amt der Oö. Landesregierung
Direktion für Landesplanung, wirtschaftliche und ländliche Entwicklung
Abteilung Naturschutz. Im Auftrag von Herrn Dir. Gottfried Schindlbauer

Zu Ihrem Schreiben vom 6. August 2014 darf ich Ihnen hinsichtlich einer Unterschutzstellung des Schiltenbergwaldes folgende fachliche Information geben:

Der Schiltenbergwald in Ebelsberg ist neben dem Schachenwald bei Kremsmünster und dem Hametwald bei Sierning sowie dem Forstholz bei St. Florian eine der größten geschlossenen Waldflächen im Zentralraum rund um Linz.
Seine Erholungs- und Wohlfahrtsfunktion für die im Nahbereich wohnende Bevölkerung ist sicherlich unumstritten. Dennoch wird aus naturschutzfachlicher Sicht der gesamte Waldkomplex in seiner Wertigkeit als eher durchschnittlich gesehen. Es kommen nach dem derzeitigen Wissensstand weder besonders gefährdete Tier- und Pflanzenarten in einer höheren Konzentration vor, noch ist von einer ausgeprägten Naturbelassenheit des Waldes zu sprechen. Eine Feststellung als Landschaftsschutzgebiet oder Geschützter Landschaftsteil wird derzeit aus fachlicher Sicht als nicht vordringlich gesehen. Die Waldfläche unterliegt ohnehin den Bestimmungen des Forstgesetzes, das für derartige Waldbereiche grundsätzlich einen ausreichenden rechtlichen Schutz bietet (z.B. sind Rodungen bewilligungspflichtig).
Zum besseren Verständnis unserer fachlichen Beurteilung möchten wir noch auf die generelle Vorgangsweise bei Schutzgebietsausweisungen in Oberösterreich hinweisen. Anhand von rein fachlichen Kriterien werden Planungen von Schutzgebieten gereiht. In dieser „Prioritätenreihung“ sind derzeit ungefähr 250 schützenswerte Gebiete mit einem zum Teil hohen Gefährdungsgrad und hoher naturschutzfachlicher Bedeutung aufgelistet. Diese Gebiete werden entsprechend der fachlichen Bedeutung und den zur Verfügung stehenden Ressourcen bearbeitet. Zudem werden nationale Schutzgebiete in Oberösterreich generell nur im Einvernehmen mit den Grundeigentümern verordnet, weswegen oftmals längere Verhandlungsphasen erforderlich sind.
Wir bitten Sie um Verständnis, dass deshalb in absehbarer Zukunft eine Unterschutzstellung nicht in Aussicht gestellt werden kann.

Mit freundlichen Grüßen

für Dr. Gottfried Schindlbauer

Leider wurde diese Petition abgewiesen.
Dennoch möchte ich zum Artenschutz auf der Schiltenbergstraße, die durch den Wald führt, bauliche Maßnahmen erwirken, damit der Lebensraum seltener Tierarten bestmöglich geschützt wird.
Der Link hierzu: schau.auf.linz.at/meldungen/detail.html?id=/_data/messages/messages/message_0006267
Nochmals vielen Dank an alle Mitwirkenden!

Mit freundlichen Grüßen
Franz Huebauer