26.07.2026, 21:06
Liebe Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren,
mit zunehmender Trockenheit und steigenden Temperaturen gewinnt die Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in Deutschland immer mehr an Bedeutung. Gleichzeitig wird intensiv darüber diskutiert, wie sich die Brandlast bereits im Vorfeld reduzieren lässt.
Ergänzend zur bereits versandten Fassung möchten wir eine aktuelle Entwicklung berücksichtigen: Die anhaltende Waldbrandsaison dieses Sommers in Südeuropa sowie erste Vegetationsbrände in verschiedenen Regionen Deutschlands unterstreichen erneut die Relevanz des Themas und geben Anlass, die nachfolgende Fragestellung nochmals in den aktuellen Kontext zu stellen.
Bekannte Maßnahmen sind das Anlegen von Brandschutzstreifen, die Pflege von Vegetationsflächen oder der gezielte Einsatz großer Weidetiere zur Verringerung der Biomasse. Doch eine Frage wird bislang kaum gestellt:
Könnten auch heimische Wildkaninchen einen kleinen, bislang unterschätzten Beitrag leisten?
Wildkaninchen halten durch ihre intensive Fraßtätigkeit Gräser und Kräuter kurz. Dadurch verändern sie die Vegetationsstruktur. Wie groß dieser Effekt im Hinblick auf die Brandlast tatsächlich ist, wurde – soweit uns bekannt – bisher kaum wissenschaftlich untersucht.
Ein Blick auf aktuelle und jüngste Waldbrände in Europa – etwa in Griechenland, Spanien und Portugal – zeigt zudem, dass der Unterwuchs der Wälder (Gräser, Sträucher und abgestorbene Biomasse am Boden) eine entscheidende Rolle für die Ausbreitungsgeschwindigkeit und Intensität von Feuerereignissen spielt. Berichte und Lagekarten des European Forest Fire Information System (EFFIS) sowie des Copernicus Emergency Management Service (EMS) dokumentieren dies regelmäßig: https://effis.jrc.ec.europa.eu/ und https://emergency.copernicus.eu/ . Auch Medienberichte zur Waldbrandsaison der letzten Jahre in Südeuropa heben immer wieder die Bedeutung des Unterwuchses als Brandbeschleuniger hervor.