• Der Empfang der Petition wurde bestätigt

    at 05 Apr 2020 21:56

    Liebe Unterstützende,

    in Zeiten der Krise ist es wichtig, dass man zusammensteht und sich an Regeln hält, die dem Gemeinwohl dienen, auch wenn sie die eigene Freiheit einschränken. Verantwortliche Politiker, die als anpackend wahrgenommen werden, genießen ein steigendes Ansehen, sofern die Maßnahmen nachvollzogen werden können. Das ist verständlich und bis zu einem gewissen Grad auch richtig. Dennoch darf zu wesentlichen Fehlentwicklungen auch in dieser Zeit nicht geschwiegen werden.

    Sie haben unsere Petition „Stoppt das Krankenhaussterben im ländlichen Raum“ zu einer Zeit unterstützt, als niemand an eine Pandemie dachte. Gerade auch aus heutiger Sicht erweist sich dies als eine kluge Entscheidung.

    Vor der Krise allerdings wurde der Bettenabbau vor allem begründet mit dem Hinweis auf die viel geringere Bettenkapazität in anderen Ländern (Großbritannien 2,5 Betten pro 1000 Einwohner, USA 2,8, Italien 3,2, Frankreich 6, im Vgl. Deutschland 8). Jetzt beobachten wir die katastrophale Krankenhausversorgung in eben diesen Staaten. Gerade auch die US-amerikanische Gesundheitspolitik, die aus Krankenhäuser Profit-Center gemacht hat, kann die eigene Bevölkerung nicht annährend adäquat versorgen. Unsere bundesdeutsche Krankenhauspolitik hat sich diese zum Vorbild genommen.

    Jetzt werden hier verantwortliche Politiker nicht müde zu betonen, wie gut das deutsche Krankenhauswesen im Vergleich aufgestellt sei. Sie weisen auf die relativ hohe Zahl an Intensivbetten hin. An allen Kliniken werden aufschiebbare Behandlungen abgesagt, Betten freigehalten und Intensivstationen erweitert. Kürzlich geschlossene Kliniken werden reaktiviert und Messehallen zu Lazaretten umgebaut. Trotz jahrelanger Unterfinanzierung engagieren sich die Pflegekräfte und Ärzte bis an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit und setzen ihre Gesundheit aufs Spiel.

    Vom Ausland wird Deutschland wegen seiner flächendeckenden Versorgung und wegen der vergleichsweise hohen Bettenzahl beneidet.

    Doch wer jetzt glaubt, dass in Zeiten der Pandemie die Politik der Klinikschließungen gestoppt wird, sieht sich getäuscht. Weiterhin werden Krankenhäuser weiter geschlossen. Der Rettungsschirm für Krankenhäuser angesichts der Pandemie sieht offensichtlich keine Rettung für diese Häuser vor. Im Schatten der Krise werden weiter Fakten geschaffen und eine Verschlechterung der Krankenversorgung in Kauf genommen. Die Patienten der zu schließenden Kliniken müssen entweder entlassen oder in andere Krankenhäuser verlegt werden. Sie fallen als Puffer aus, um ggf. Patienten von anderen überlasteten Kliniken zu übernehmen. Vom Ziel der Ökonomisierung des Krankenhauswesens wird nach wie vor nicht abgewichen.

    Sie können sich täglich aktuell über die Entwicklung informieren unter www.kliniksterben.de

    Wir dürfen Sie aufmerksam machen auf ein sehr gutes kritisches Statement zur gegenwärtigen Kliniksituation unter
    www.nachdenkseiten.de/?p=59423

    und bitten Sie auch, die folgende Petition zu unterstützen:
    www.gemeingut.org/schwerpunktthema-privatisierung-stoppen/#Petition3

    Wir wünschen Ihnen ein frohes Osterfest.
    Bleiben Sie wachsam und gesund!

    Die Initiatoren der Petition „Stoppt das Krankenhaussterben im ländlichen Raum“
    Dr. Rainer Hoffmann Oberbürgermeister Walter Hartl Hans-Peter Nitt

  • Petition in Zeichnung - Stellungnahme des Gesundheitsausschusses

    at 27 Feb 2020 14:22

    Liebe Unterstützende,

    der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages hat openPetition eine Stellungnahme zur Petition zukommen lassen. Diese können Sie hier lesen:

    ---

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    wir teilen Ihre Forderung, dass die Krankenhausversorgung, aber auch die ambulante medizinische und pflegerische Versorgung in ländlichen Regionen sichergestellt werden muss. Das gilt in besonderer Weise für die Chirurgie, Innere Medizin, Geburtshilfe und Pädiatrie. Diese muss bedarfsgerecht für alle Patientinnen und Patienten zur Verfügung stehen. Die Sicherstellungszuschläge-Regelungen des G-BA stellen hierfür eine wichtige Grundlage dar. Um die Gesundheitsversorgung im Sinne der Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht zu erhalten, ist allerdings eine grundlegende Reform der Krankenhausplanung nötig. Dazu gehört eine engere Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Planung. Dazu ist auch eine Abkehr von der bisherigen rein bettenbezogenen Planung erforderlich. Die bisherige Krankenhausplanung hat es nicht vermocht, die im internationalen Vergleich deutlich erkennbaren und zum Teil erheblichen Überkapazitäten gerade in städtischen Ballungsgebieten zu vermeiden. Es gibt überdies einen deutlichen Zusammenhang zwischen der Qualität und der Anzahl der vom jeweiligen Haus erbrachten Leistungen. Zum Wohl der Patientinnen und Patienten sollten spezialisierte Leistungen jenseits der Grundversorgung daher zur Sicherstellung einer hohen Versorgungsqualität stärker als bisher gebündelt werden. Auch die Investitionsfinanzierung muss endlich auf stabile Beine gestellt werden: Eine solide Finanzierung verteilt Kosten und Mitspracherechte fair auf die Schultern der Beteiligten, unterstützt Strukturänderungen wie den Abbau von Überkapazitäten und sorgt durch nachhaltig gut aufgestellte Krankenhäuser für eine gute medizinische Versorgung auf dem Land und in der Stadt in Deutschland.

    Krankenhäuser sollten zudem nicht allein gedacht werden, sondern gerade in ländlichen Gegenden, aber auch in strukturschwachen, städtischen Regionen ist es wichtig die gesamte Gesundheitsversorgung im Blick zu haben. Wir fordern deshalb Gesundheitsregionen. Damit wollen wir flexible Gestaltungsmöglichkeiten vor Ort schaffen und eine auf die jeweiligen Bedürfnisse abgestimmte und vernetzte Versorgung ermöglichen. Krankenkassen, ambulante Gesundheitseinrichtungen und Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Apothekerinnen und Apotheker sowie therapeutische Berufe arbeiten in diesen Regionen Hand in Hand zusammen. Sie haben so ein gemeinsames Interesse, die Versorgung der Menschen in der Region zu sichern und deren Gesundheit zu verbessern.

    Durch die Gemeinschaftsaufgabe Regionale Daseinsvorsorge wollen wir Akteure in den Regionen dabei unterstützen, solche Gesundheitsregionen zu gründen. Hierzu gehören etwa der Aufbau der notwendigen Managementstrukturen, Beteiligungsmöglichkeiten für die Menschen vor Ort sowie die laufende Evaluation der Versorgungsqualität. Zusätzlich wollen wir wo vor Ort benötigt telemedizinische und mobile Versorgungsangebote, den barrierefreien Zugang zu Versorgungseinrichtungen, sowie den Aufbau von bedarfsgerechten Gesundheits- und Pflegezentren, Pflegeberatungsstellen oder die häusliche Pflege entlastende kommunale Betreuungsinfrastrukturen fördern. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe die bessere Verzahnung der Mobilitätsangebote mit Angeboten von Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu unterstützen, damit Fahrpläne und Öffnungszeiten aufeinander abgestimmt sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB

  • Die Petition wurde eingereicht

    at 14 Feb 2020 14:54

    Liebe Unterstützende,

    die Unterschriften zur Petition "Stoppt das Krankenhaussterben im ländlichen Raum!" wurden heute an das Bundesministerium für Gesundheit übergeben. Helfen Sie uns, noch mehr Menschen von der Übergabe zu informieren!

    openPetition hat dazu Social Media-Posts erstellt. Bitte teilen, teilen, teilen:

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    Jedes “Gefällt mir” (Like), aber vor allem geteilte Inhalte (Shares) sorgen dafür, dass noch mehr Menschen von der Übergabe erfahren.

    Vielen Dank für das Engagement!

    Ihr openPetition-Team

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