Barmer Institut für Gesundheitsforschung, Bertelsmann Stiftung und Robert Bosch Stiftung schlagen im Richtungspapier zu mittel- und langfristigen Lehren - Zwischenbilanz nach der ersten Welle der Corona-Krise 2020 fordern das Barmer Institut für Gesundheitsforschung, die Bertelsmann Stiftung und die Robert Bosch Stiftung einen Abbau von Krankenhauskapazitäten und eine neue Kliniklandschaft, vor.
Im Vorfeld plädieren sie für eine differenziertere Finanzierung der Krankenhäuser mit stärkerer Fokussierung auf Großkliniken. Die Autoren des Richtungspapiers Prof. Dr. Busse und Prof. Dr. Augurzky sitzen parallel im Expertenrat zur Unterstützung für Krankenhäuser in der Corona-Epidemie und betreiben jetzt bereits eine ökonomische Selektionspolitik durch die von ihnen mitgetragenen differenzierten Ausgleichszahlungen für Covid-19-Behandlungen.
Die Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft beschreibt die verheerenden Folgen:
"In der ersten Corona-Welle im Frühjahr hatten alle Krankenhäuser eine Freihaltepauschale erhalten. Diese sei vielleicht etwas zu breit gestreut gewesen. Die jetzige Regelung von der Bundesebene ist aber so restriktiv, dass etwa die Hälfte der Krankenhäuser, die in der ersten Welle im Land die Versorgung der COVID-19-Patienten getragen haben, keine Unterstützung mehr erhalten. ... So sei vorgesehen, dass nur Krankenhäuser der so genannten erweiterten und umfassenden Notfallstufen eine Freihaltepauschale erhalten könnten, wenn in ihrem Land- oder Stadtkreis weniger als 25 % der Intensivbetten frei sind und die Inzidenz über 70 Fällen je 100.000 Einwohner liege. Häuser der Basisnotfallstufe dürften nur bei einer verschärften Notlage und nur nachrangig beauftragt werden. ... Ausgerechnet die SLK Lungenklinik Löwenstein erhält keine Freihaltepauschalen. Grund ist, dass sie keine Notfallstufe hat“, so der BWKGVorstandsvorsitzende, der gleichzeitig Landrat des Kreises Heilbronn und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der SLK-Kliniken ist. „Außerdem konterkarieren die Bundesvorgaben die Bemühungen des Landes, die Belastungen der zweiten Welle auf möglichst viele Schultern zu verteilen. Die Mitarbeiter in den Kliniken sind nach neun Monaten Krise zunehmend erschöpft und die Belegschaften durch Krankheitsfälle ausgedünnt. Auch deshalb wurde im Land ein regionales Versorgungskonzept entwickelt. Das Konzept mit sechs Versorgungsregionen, in denen sich die Häuser gegenseitig helfen, kann aber
nur funktionieren, wenn die Kliniken auch finanziell abgesichert sind. Dazu benötigen sie Freihaltepauschalen."
wir, die Initiatoren der Petition, wünschen ihnen alles Gute zum Weihnachtsfest und bedanken uns ganz herzlich für Ihre Unterstützung.
Bleiben sie gesund!
Wer sich weiter informieren möchte: Im Blog "Informationen" finden Sie ständig Neuigkeiten, z.B.:
Nr. (30) Die gezielte Vorbereitung und Einflussnahme der Prof. Busse / Augurzki auf das Bundesgesundheitsministerium
Nr. (29) Die Pressemitteilung zur Video-Pressekonferenz des neuen Bündnis Klinikrettung.
Wir alle wünschen uns ein schnelles Abflauen der Corona-Pandemie im Jahr 2021.
Wie groß ist der Einfluss von Prof. Dr. Reinhard Busse und Prof. Dr. Boris Augurzky?
Wer sich bereits mit der Richtlinienpapier des Barmer Institut für Gesundheitsforschung, der Bertelsmann Stiftung und der Robert Bosch Stiftung auseinandergesetzt hat, wer um die verringerte Covid-19-Freihaltepauschalen für Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung weiß, der wird anhand des nachfolgenden Interviews feststellen:
Es war alles argumentativ vorbereitet, der Einfluss von Prof. Dr. Reinhard Busse und Prof. Dr. Boris Augurzky auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist immens.
Lesen Sie bitte das Interview und im nachfolgenden Download die roten Kommentare von Klaus Emmerich dazu.
Neues Bündnis Klinikrettung.de fordert sofortigen Stopp der Schließungen von Krankenhäusern
von Katrin Kusche 21. Dezember 2020
Pressemitteilung von Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) e. V.:
In einer bundesweiten Videokonferenz hat sich heute das Bündnis Klinikrettung der Öffentlichkeit vorgestellt. Ziel des Bündnisses ist es, den sofortigen Stopp von Schließungen von Krankenhäusern zu bewirken. In Deutschland werden zum Jahresende zwanzig Krankenhäuser geschlossen sein, doppelt so viele wie im Durchschnitt der letzten Jahre. Betroffen sind im Corona-Jahr 2.144 Betten und circa 4.000 Stellen.
Dazu Laura Valentukeviciute, Vorstand von Gemeingut in BürgerInnenhand:
„Das Bündnis Klinikrettung hat sich gegründet, um klar machen: Die Menschen in Deutschland brauchen wohnortnahe stationäre Versorgung. Durch die aktuelle Politik gibt es immer weniger
Kliniken. Aber es gibt nicht weniger Kranke. Im Gegenteil: Aktuell füllen sich die Intensivstationen mit beängstigendem Tempo.“
Klaus Emmerich, Klinikvorstand i.R. und aktiv im Bündnis Klinikrettung, führt aus:
„Östlich der Metropolregion Nürnberg schlossen seit 2004 zehn von 34 Krankenhäusern, vier allein im Jahr 2020, drei seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Es ist Wahnsinn, dass das Krankenhaus Vohenstrauß im März und April noch Corona-Patienten intensivmedizinisch betreute, im zweiten Lockdown aber nicht mehr zur Verfügung steht.“
Manuel Humburg von der Initiative Krankenhaus Groß-Sand bleibt!“:
„Für Groß-Sand in Hamburg Wilhelmsburg sucht das Erzbistum Hamburg einen neuen Träger. Für uns kommt dafür nur ein Träger in Frage, der nicht Rendite-orientiert ist. Dafür sind der Erhalt von Grund-Regel und Notfallversorgung in Wilhelmsburg unverzichtbar. Sollte sich das ’nicht rechnen‘ muss die Versorgung durch eine städtische Übernahme sichergestellt werden. Gegen den akuten Pflegenotstand sollte die Pflegeschule als ‚Pflegecampus Wilhelmsburg‘ wieder eröffnet werden.“
Carl Waßmuth, Sprecher von Gemeingut in BürgerInnenhand ergänzt:
„Wir brauchen eine landesweite Klinikrettung. Sofort! Die fehlende Quantität schlägt sonst in fürchterliche Qualität um, bis hin zu steigenden Mortalitätsraten. Wir fordern Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf, zu garantieren, dass keine einzige Klinik mehr schließt.“
Pressekontakt: Carl Waßmuth, carl.wassmuth@gemeingut.org
Denn vom Einfluss der Gesundheitsberater und Stiftungen sind alle deutschen Krankenhäuser betroffen.
Es geht nicht um die konkrete Rettung eines Krankenhauses X am Standort Y. Presseberichte, die den Zusammenhang mit einzelnen Krankenhäuser herstellen, sind nicht im Sinne der Autoren. Dafür sind die Regionen verantwortlich.
Skandal NRW - der große Widerspruch
A) Wussten Sie: NRW-Krankenhausplanung sieht - trotz Corona - explizit Klinikschließungen vor?
B) NRW-Ministerpräsident Laschet fordert langen harten Lockdown und keine Gottesdienste zu Weihnachten.
Das passt nicht zusammen!
A) Die beabsichtigten Krankenhausschließungen in NRW und seine Folgen für Deutschland
Eskalationsstufe 1: Das Bundesland Nordrhein Westfalen gab 2019 die Bertelsmann Studie "Zukunftsfähige Krankenhausversorgung
Simulation und Analyse einer Neustrukturierung der Krankenhausversorgung am Beispiel einer Versorgungsregion in Nordrhein-Westfalen" heraus. *1)
Eskalationsstufe 2: In Folge der Studie forderte die Bertelsmann-Stiftung 2019 nur 600 statt 1.925 bundesdeutsche Krankenhäuser. *1)
Eskalationsstufe 3: Nordrhein Westfalen verabschiedet im Jahr 2020 eine neue Krankenhausplanung mit dem Ziel Krankenhäuser zu schließen. *2) *3)
Eskalationsstufe 4: Die gleichen Berater, Bertelsmann-Stiftung und Autoren Prof. Dr. Rainhard Budde und Prof. Dr. Boris Augurzki, wollen die Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung in Integrierte Versorgugnszentren mit überwiegender ambulanten Versorgung umwandeln, das sind mindestens 56%. *4) *5)
B) Die Forderungen von Ministerpräsident Laschet zum harten Lockdown *6)
Mit Blick auf die angespannte Corona-Lage hat Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet eine Diskussion über Gottesdienste an Weihnachten angestoßen. ... Laschet machte zudem klar, dass er nicht mit einem Ende des Lockdowns am 10. Januar rechnet. "Im Moment ist nicht mal der Hauch einer Möglichkeit dafür da, dass man darüber redet", sagte er auf die Frage nach Öffnungen.
Herr Ministerpräsident Armin Laschet:
Seien Sie angesichts der Corona-Entwicklung konsequent!
Schützen Sie Ihre Bevölkerung!
Setzen Sie dauerhaft jegliche Klinikschließung in NRW aus.
Die Bürger zeigen überwiegend Verantwortung.
Jetzt brauchen wir Ihre Verantwortung für die Bürger!
*1) Studie Publikation (bertelsmann-stiftung.de)
*2) Ärzteblatt: Reform der Krankenhausplanung für Nordrhein-Westfalen vorgelegt, Reform der Krankenhausplanung für Nordrhein-Westfalen vorgelegt (aerzteblatt.de)
*3) Kommentar: Trotz Corona: NRW-Krankenhausplanung sieht explizit Klinikschließungen vor, Trotz Corona: NRW-Krankenhausplanung sieht explizit Klinikschließungen vor | Gemeingut in BürgerInnenhand
*4) Studie: Publikation (bertelsmann-stiftung.de)
*5) Kommentar: Kahlschlag der deutschen Krankenhäuser verhindern! | Gemeingut in BürgerInnenhand
*6) Tagesthemen: Weihnachten in der Pandemie, Laschet sieht Gottesdienste skeptisch, Weihnachten in der Pandemie: Laschet sieht Gottesdienste skeptisch | tagesschau.de
Im Gegenteil: Das Barmer Institut für Gesundheitsforschung, die Bertelsmann Stiftung und die Robert Bosch Stiftung wollen sehr viele weitere Klinikschließungen.
Im Gegenteil: Das Barmer Institut für Gesundheitsforschung, die Bertelsmann Stiftung und die Robert Bosch Stiftung wollen sehr viele weitere Klinikschließungen.
Werden die Bürger nicht gefragt sondern lediglich die Gesundheitsberater Bertelsmann, Busse, Augurzki & Co, dann werden mindestens 56% der Krankenhäuser (Grund- und Regelversorger) *) zu integrierten Versorgungszentren mit überwiegend ambulanter Ausrichtung umgewandelt.
Das ist das "Aus" der wohnortnahen klinischen Versorgung in ländlichen bzw. dünn besiedelten Regionen.
*) Annahme. Mindestens alle Krankenhäuser unter 200 Betten gehören der Grund- und Regelversorgung an (1.086 von 1.925 = 56%)