22.10.2026, 11:28
Zwischenzeitliche Erklärung von NABU und 50Hertz zur Entstehung des Trassenvorschlags. Eingeständnis dass NABU die Prüfung einer westlichen Trasse angeregt und 50Hertz den konkreten Verlauf geplant hat.
Neuer Petitionstext:
Stromtrasse Korridor E: Landesdirektion Sachsen soll den ungeprüften Korridor ablehnen
Petition richtet sich an: Landesdirektion Sachsen, Referat 34 Raumordnung, Stadtentwicklung (Dienststelle Dresden, Stauffenbergallee 2, 01099 Dresden)
Region: Moritzburg
Wir fordern die Landesdirektion Sachsen auf, den Trassenkorridor E der 380-kV-Elbe-Oberlausitz-Leitung abzulehnen und gegenüber 50Hertz darauf hinzuwirken, dass die Leitung in den geprüften Korridoren A und D entlang der Autobahn A 13 gebaut wird.
Korridor E kam nach Abschlusswährend der Raumverträglichkeitsprüfung ins Verfahren: aber ohne förmliche öffentliche Auslegung, ohne Beteiligung der Gemeinden.
Diese Entscheidung prägt unsere Landschaft für mehr als 100 Jahre. Eine Schneise, die einmal geschlagen ist, bleibt, denn jede Nachfolgeleitung wird nach dem Bündelungsgebot wieder in dieselbe Trasse gelegt.
Die Gemeinden Moritzburg, Weinböhla, Niederau und Coswig haben Korridor E gegenüber der Landesdirektion abgelehnt.
Begründung
Bis Mai 2026 lief das Verfahren geordnet: vier Korridore (A bis D), im Herbst 2025 öffentlich ausgelegt, im Mai 2026 beurteilt. Ergebnis der Landesdirektion: A+D entlang der A 13 ist raumverträglich, weil die Trasse mit Autobahn und Bestandsleitungen bündelt und bisher unbelastete Gebiete weitgehend verschont; Moritzburg als Tourismusstandort mit dem Schloss wird geschont.
Dann tauchte Korridor E auf. 50Hertz schreibt selbst, er sei im Zuge der Beteiligung eingereicht worden und nicht Teil der Unterlagen gewesen. Weder Alternativenvergleich noch Raumverträglichkeitsprüfung hat er durchlaufen. Wer sich im Herbst 2025 geäußert hat, konnte zu E nichts sagen, es gab ihn noch nicht. Inzwischen legt die Landesdirektion den Untersuchungsrahmen für E bereits fest, wieder ohne die Bürger. Der NABU, dem der Vorschlag zugeschrieben wird, hat erklärt, ihn nie gemacht zu haben.
Was E bedeutet:
Masten von 70 Metern, so hoch wie ein Hochhaus mit 20 Stockwerken, in einer waldfreien Schneise von 100 Metern Breite. Rund achtAcht Kilometer davon durch den Friedewald, insgesamt etwa 100 Hektar Wald in einem Landkreis, der mit rund 15 Prozent Waldanteil zu den waldärmsten in Sachsen zählt. 50Hertz nennt als Grund für die Leitung die Chipfabriken im Dresdner Norden, Infineon und ESMC. Der Strom fließt nach Dresden. Die Schneise bleibt bei uns.
Niederau: Korridor E droht Großdobritz einer beispiellosen technischen Überlastung auszusetzen: Windenergieanlagen von geplanten 265 Metern Höhe und zusätzlich 70 Meter hohe Strommasten im Abstand von nur etwa 300 Metern – direkt im Sichtfeld der historischen Kirche (1881) und der Holländerwindmühle (1899). Eine solche massive Häufung technischer Großanlagen ist eine Zumutung. Sie opfert die gewachsene Kulturlandschaft den Interessen überregionaler Energieinfrastruktur und degradiert Großdobritz zum belasteten Standort.
Weinböhla: Die Trasse läuft östlich der Siedlung Neuer Anbau durch den Wald, dem Weinböhla zu großen Teilen den Titel „Staatlich anerkannter Erholungsort“ verdankt; der Freistaat Sachsen hat ihn erst im Dezember 2025 für zehn weitere Jahre bestätigt. Die Prädikatisierung würde durch diese Trasse faktisch zerstört. Die Trassenmasten sind mindestens dreifach so hoch wie unsere Aussichtstürme und würden den Panoramablick und das gesamte Landschaftsbild zerschneiden. Zudem wäre das schon lang geplante Feriendorf am Querweg 13, die Wohnhäuser im Neuen Anbau, die Fachklinik Heidehof, der Weinwanderweg sowie der Fernwanderweg E10, die Lobetanzwiese, und das FFH-Gebiet „Teiche und Gründe im Friedewald“ am Lockwitzbach massiv beeinträchtigt.
Coswig: Mindestens 20 Hektar Wald auf Coswiger Stadtgebiet gehen verloren. Betroffen sind der überregional bedeutende Karrasrundweg, die Frischluftschneisen, die die Stadt nachts kühlen, das denkmalgeschützte Forsthaus Kreyern, eines der ältesten Anwesen Coswigs, und der Bestattungswald Naturruhe Friedewald. Im FFH-Gebiet „Teiche und Gründe im Friedewald“ jagen Großes Mausohr und Mopsfledermaus, im Lockwitzbach lebt der Kammmolch, der kühle, beschattete Gewässer braucht.
Moritzburg: Von Steinbach bis Reichenberg, über Auer, Friedewald, Dippelsdorf und Buchholz, läuft die Schneise durch das LSG und an den Grenzen von Naturschutzgebiet Dippelsdorfer Teich, FFH-Gebiet „Moritzburger Teiche und Wälder“, Vogelschutzgebiet „Moritzburger Kleinkuppenlandschaft“ und einem Flächennaturdenkmal entlang; um den Teich liegen 14 geschützte Biotope. Vor Dippelsdorf teilt sie sich: nördlich zwischen Teich und Moritzburg oder südlich zwischen Dippelsdorf und Buchholz. So oder so stehen die Masten in Sichtweite der Lößnitzgrundbahn, die den Teich auf ihrem Damm quert, und des Roten Hauses der Brücke-Maler. Korridor E führt südwestlich am Schloss vorbei.
Der Netzausbau ist nötig, sein Bedarf steht im Netzentwicklungsplan. Mit A+D liegt eine geprüfte, von der Behörde bevorzugte Trasse vor. 50Hertz will im Frühjahr 2027 entscheiden, danach ist es zu spät. Unterschreiben Sie und geben Sie die Petition weiter.
Neue Begründung:
Die neue Trassenvariante E wurde durchvon 50Hertz niemalserst nach der öffentlichen Auslegung eingebracht und bis heute nie öffentlich vorgestellt und unter zwielichtigen Bedingungen plötzlich nachgeschoben,ausgelegt, ohne Beteiligung der Gemeinden und Verbände und der Bevölkerung. Sie durchschneidet den historischen Friedewald und vernichtet etwa 100 ha Mischwald.Mischwald.. Hier der 50Hertz link:https://www.50hertz.com/de/Netz/Netzausbau/ProjekteanLand/Elbe-OberlausitzLeitung/
Unterschriften zum Zeitpunkt der Änderung: 3.065