25.02.2015, 07:41
Die neu gegründete Bürgerinitiative hatte zu einem Informationsabend zum Thema Windkraftanlage eingeladen.
24. Februar 2015
Onlineredaktion Jörg Beumelburg-Nordbrock
Bürgerinitiative fürchtet bei weiteren Windkraftparks um die Lebensqualität
Zu einer heftigen Debatte ist es kürzlich bei einer Bürgerbesprechung zwischen den Bürgern und der Politik gekommen. Der Grund dafür ist, dass der Bau eines Windparks mit acht Windanlagen an der Hatter Landstraße in einer jeweiligen Gesamthöhe von 200 Metern entstehen soll. Doch dieses Vorhaben wollen die Bürgerinnen und Bürger nicht einfach so hinnehmen.
Gemeinde Hatten | Hatterwüsting - „Kein Manhatten“ heißt es in einer Petition, die unter anderem Günter Osterloh und Peter Franz sowie weitere Gegner des geplanten Windparks an der Hatter Landstraße, auf den Weg brachten. Zwar ist die Bürgerinitiative grundsätzlich nicht gegen Windkrafträder, sie fordern dennoch die Gemeinde dazu auf, die Gesamthöhe auf maximal 100 bis 150 Meter zu reduzieren.
Der Windparkt soll raumverträglich und mit Augenmaß entstehen heißt es darin weiter. So brodelt vor allem ein Streit darum, dass die Bürger nicht ausreichend in die Planung mit einbezogen worden seien. Zwar lagen die Unterlagen zum laufenden Bauleitverfahren über die Weihnachtstage vergangenen Jahres öffentlich aus, doch das hielt die Bürgerinitiative für einen falschen Zeitpunkt.
Die Bürgerinitiative macht deutlich, dass sie mit den verantwortlichen Politikern in einem konstruktiven Dialog eintreten wollen, um zu erreichen, dass der Bau in der angedachten Höhe geändert wird.
Sie befürchten nicht nur eine enorme gesundheitliche Gefährdung insbesondere der dortigen Anlieger durch Lärmemissionen und Windschatten, sondern ebenso eine Einschränkung des Erholungswertes. Außerdem würde bei einer niedrigeren Höhe die Nachtbeleuchtung wegfallen.
Zugleich fürchten die Anwohner um den Werteerhalt ihres Grundbesitzes. Für sie soll eine Anlage nach Augenmaß entstehen. An dem Abend wurde vor allem über die gesundheitlichen Schäden, die solche Windräder verursachen, diskutiert.
Der Vorwurf von Günter Osterloh, Bezirksvorsteher aus Munderloh richtet sich vor allem dahingehend, als dass die Bevölkerung nicht genügend in die Planungen einbezogen worden seien. Diesen Vorwurf warf jedoch Bürgermeister Christian Pundt energisch zurück. Immerhin sei über das Thema immer wieder berichtet worden. Außerdem können die Gemeindebewohner jederzeit an öffentlichen Ausschusssitzungen teilnehmen, was bislang nur selten oder garnicht in Anspruch genommen wurde. Dennoch richtete Osterloh einen Appell an den Bürgermeister, die Interessen der Bürger entsprechend umzusetzen.
Zur Bürgerinitiative gehört auch Peter Franz vom Imkereiverein. Er gab zu bedenken, dass gleichfalls die Natur vor allem Insekten, Vögel und Fledermäuse von den Windrädern betroffen wären. Zwar können sich Wildtiere an solche Einschränkungen gewöhnen, doch die Reaktionen auf die Windräder bei einigen Vogelarten sind die Auswirkungen sehr unterschiedlich. Manche ignorieren dies, andere wiederum verlagern zeitweise oder für immer ihren Lebensraum in andere Gebiete und bei so manchen Arten kann sich sogar der Bestand verringern.
Er fürchtet tiefgreifende Beeinträchtigungen in der Ökologie. Vor allem fallen viele Fledermäuse durch Windkraftanlagen zum Opfer. Zwar können sie den Rotorblättern auch im Dunkeln ausweichen, aber im Unterdruck auf der Rückseite der Anlagen platzen ihre Lungen.
Insgesamt sollen 18 Windkraftanlagen in der Gemeinde Hatten entstehen. Viele Wohngebäude wären davon betroffen und bei einigen würden sie näher als derzeitig 500 Meter Mindestabstand an den Häusern stehen. Für die Mitglieder der neuen Bürgerinitiative wäre das eine nicht zumutbare Situation. In dem Rundbrief heißt es, dass allein der Turmfuß die Ausmaße von einem Einfamilienhaus hat. Zusätzlich werden die Rotoren mit einem Durchmesser von mehr als 100 Metern in der geplanten Bauhöhe den Schall in große Bereiche des Areals tragen. So können sich die Anlieger abends und nachts, wenn die Taggeräusche nachlassen, auf ein beständiges Brummen und Wummern einstellen. Besonders betroffen wären die Einwohner von Hatterwüsting, Munderloh und Kirchhatten.
Die Hatter Initiative gibt sich noch nicht geschlagen, obwohl langsam Bewegung in diese Angelegenheit kommt. Denn nach Vorschlag der Hatter Sozialdemokraten soll es erneut eine Begehung an der Hatter Landstraße geben. Hierzu sollen alle Ratsmitglieder mit eingebunden werden. Genauso ist die Gemeindeverwaltung aufgefordert, sich über die möglichen Konsequenzen im Fall einer Höhenreduzierung bei der EWE einzuholen.
Auch wenn die Gemeinde Hatten den Bau eines Windparks nicht verhindern kann, da ihr sonst eine Verhinderungsklage ins Haus stehen könnte, so hat sie zumindest das Recht, größere Abstände zwischen den Windkraftanlagen festzulegen. Seit 2010 gibt es ein rechtsgültiges Urteil, dass die Gemeinden geeignete Flächen zur Verfügung stellen