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Protestaktion

openPetition geht morgen am 21. März für 24 Stunden offline und macht damit deutlich, wohin Artikel 13 führen kann.

Nach Artikel 13 sollen Online-Plattformen künftig selbst dafür verantwortlich sein, Urheberrechte zu prüfen. Die unzähligen Inhalte, die Nutzerinnen und Nutzer hochladen, können sie nur mit so genannten automatischen Upload-Filtern kontrollieren.

Das Problem: Computerprogramme können Ironie, Satire und Zitate nicht erkennen.
Die Konsequenz: Vorauseilende Zensur oder Existenzrisiko durch unbegrenzte Haftung.
Die eigentliche Frage: Sollen Algorithmen entscheiden, was wir sehen dürfen?
Unsere Antwort: Urheberrechte schützen, ja, aber nicht auf Kosten der Meinungsfreiheit.

Eine Reform des Urheberrechts bedroht das Internet - und damit uns alle! Ich protestiere und gehe zur Demo.

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Eingabe: Runden Tisch einsetzen - Ausnahmen ermöglichen

    17.03.2019 22:55 Uhr

    Eingabe an die Landessynode

    Sehr geehrter Herr Präsident,
    liebe Schwestern und Brüder,

    eigentlich hätte die Landeskirche viel Grund zum Feiern, nämlich 100 Jahre Überwindung des Landesherrlichen Kirchenregiments und Einführung der Sächsischen Kirchenverfassung 1922. Stattdessen erleben wir durch die Strukturreform die flächendeckende Zerstörung bewährter demokratischer Leitungsformen der örtlichen Gemeinden.

    Als Initiative, deren Unterschriftensammlung mittlerweile über 8500 Unterstützer zählt, möchten wir uns erneut an Sie als die Vertretung aller Kirchgemeinden wenden. Wir haben Fragen und Anregungen zu folgenden drei Themenkomplexen der Strukturreform.

    1. Mit dem Beschluß vor einem Jahr über die Kirchengesetze zur Regionalisierung hat die Landessynode der Strukturreform ein Ziel gegeben und einen Rahmen, der den Gemeinden einer Region ein paar Varianten ermöglicht. Allerdings hat die Synode keine Vorgaben zum Ablauf des Regionalisierungsprozesses gemacht. Dieser wird bestimmt von Entscheidungen des Landeskirchenamts, dem Geschick des Kirchenbezirks und zum kleinsten Teil von den Kirchgemeinden selbst. Sachfragen werden je nach Adressat unterschiedlich beantwortet. Was hier geht, ist dort nicht möglich.

    Will die Landessynode den laufenden Prozeß steuern und will sie für einen einigermaßen fairen Ablauf sorgen? Wie erfährt die Landessynode eigentlich die Punkte, in denen sie kirchengesetzlich nachsteuern muß? An wen können sich Gemeinden wenden, wenn es bei der Umsetzung nicht funktioniert? Ist es korrekt, die Wiederbesetzung einer Pfarrstelle an die Durchführung von Strukturmaßnahmen zu binden?

    Deshalb bitten wir die Landessynode: Richten Sie einen Runden Tisch ein aus Synodalen und Vertretern der Gemeinde. Am Runden Tisch soll unabhängig vom Landeskirchenamt über die Detailfragen der Reform gesprochen werden, und dadurch können Hinweise für notwendiges Nachsteuern gegeben werden. Dazu braucht es Freiheit und Ruhe. Nehmen Sie bitte den Zeitdruck weg. Heben Sie den Zeitplan des Landeskirchenamtes auf.

    2. Die Sächsische Landeskirche ist geprägt von großer Vielfalt. Verschiedenste Frömmigkeitsformen, kontroverse theologische Überzeugungen, unterschiedliche Schwerpunkte und Arbeitsweisen stehen nebeneinander – und es klappt, weil jede Gemeinde ein großes Maß an Freiheit hat. Diese Freiheit fällt mit der Regionalisierung weg. Kirchenpolitisch gewinnt die Mehrheit in der Region, die Minderheit hat verloren. Die regionalen Minderheitsgemeinden haben ein gutes Gespür für ihre zukünftige Situation und werden sich einer Regionalisierung nicht widerstandslos beugen.

    Will die Landessynode auf diese Art und Weise die Vielfalt der Landeskirche beschneiden? Ist der Landessynode bewußt, daß im schlimmsten Fall ganze Gruppen engagierter Gemeindeglieder darum die Landeskirche verlassen können?

    Deshalb bitten wir die Landessynode: Ermöglichen Sie Ausnahmen von der Regionalisierung. Schaffen Sie die Möglichkeit, daß Gemeinden selbständig bleiben können, wenn sie es wollen und aus eigener Kraft könnten.

    3. Wie zu erwarten war, haben Kirchenvorsteher wegen der Strukturreform ihren Rücktritt vom Amt erklärt. Gerade diese Schwestern und Brüder waren in höchstem Maß für ihre örtliche Gemeinde aktiv. Viele engagierte Gemeindeglieder arbeiten nun nicht mehr für die verfaßte Kirchgemeinde sondern organisieren lokale Parallelstrukturen.

    Wie steht die Landessynode zu dem Phänomen der Rücktritte aus Ehrenämtern und zur Flucht in Parallelstrukturen? Wie würdigt die Landeskirche die Arbeit der Zurückgetretenen? Wie will sie weitere Ämterniederlegungen verhindern? Gibt es genug Ehrenamtliche für die Arbeit in den neuen Regionalstrukturen?

    Deshalb bitten wir die Landessynode: Bieten Sie jedem zurückgetretenen Kirchenvorsteher ein Gespräch mit einem Landessynodalen seines Wahlkreises an. Machen Sie den oben genannten Runden Tisch zur „Ombudsstelle“ für frustrierte Ehrenamtliche, an die sie sich wenden können, wenn sie nicht mehr weiter wissen.

    Liebe Schwestern und Brüder, wir empfinden die Situation als sehr ernst für die Landeskirche, und unsere Fragen sind nicht einfach nur rhetorische. Deswegen bitten wir (Sie als Synodale) um Antworten, die wir über die Petition veröffentlichen wollen.

    Ihnen wünschen wir eine gesegnete und konstruktive Synodentagung

    Für die Initiativgruppe „Zurück auf Los“
    Conny Greiner,Ev.-Luth. St. Michaelis-Kirchgemeinde Plauen, Kbz. Plauen
    Falk Gilbricht, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Reinsberg, Kbz. Meißen-Großenhain
    Jan Merkel, Ev.-Luth. Peter-Paul-Kirchgemeinde Vielau, Kbz. Zwickau
    Stephan Nacke, Ev.-Luth. Kirchgemeinde Adorf/Erzgeb., Kbz. Annaberg
    Friedhelm Zühlke, Ev.-Luth. St. Ursula-Kirchgemeinde Auerswalde, Kbz. Chemnitz

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Angebot Rechtsberatung für Gemeinden

    25.02.2019 22:48 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    gibt es Kriterien für die Leitung einer Kirche? Ja, die gibt es.
    Ein Kriterium ist, den „magnus consensus“ zu suchen, die „große Übereinstimmung“. Dabei geht es eben nicht darum, gerade so die notwendige Mehrheit in einem Gremium zu bekommen, sondern einen gemeinsamen Weg zu suchen, der schließlich von allen mitgegangen werden kann.
    Geht so etwas in einer so großen Organisation wie der sächsischen Landeskirche? Ja, das geht, und es gibt auch ein Beispiel dafür: Vor einiger Zeit haben wir über das Abendmahl mit Kindern gesprochen. Viele erinnern sich, es gab eine klare Fragestellung, faire Beteiligungsmöglichkeiten, einen angemessenen Zeitrahmen – und tatsächlich ein Ergebnis, mit dem alle zufrieden sind.

    Leider ist die Landeskirche bei der Strukturreform diesen Weg nicht gegangen. Das erste Konzept, hinter verschlossenen Türen ausgearbeitet, konnte nicht gegen die Landessynode durchgesetzt werden. Es wurde stark abgeschwächt, und jetzt haben wir dieses bürokratische Monstrum, das auch nicht überzeugt.

    Einer der größten Schwachpunkte ist, daß es bei der aktuellen Strukturreform keine begleitenden Hilfen zur Umsetzung gibt. Es gibt nur die Tausenderzahlen, die möglichen regionalen Rechtsformen und eine Zeitschiene des Landeskirchenamts für die Umsetzung. Damit läßt man die Kirchenbezirke und die neuen Regionen allein, und das LKA akzeptiert dann deren Ergebnisse - oder auch nicht.

    Die Umsetzung der Strukturreform besteht letztlich in einer Vielzahl von Verwaltungsentscheidungen, die sinnvoll sein können - oder auch nicht.

    In den Regionen, wo man sich bis jetzt nicht mehr oder weniger gütlich mit seinen Nachbargemeinden geeinigt hat, läuft alles auf Entscheidungen des Landeskirchenamtes hinaus. In dieser Situation sind die Gemeinden natürlich in der schwächeren Position. Das LKA hat Juristen, aber in welchem KV ist ein Anwalt, der sich mit Kirchenrecht auskennt?

    Deshalb hat die Initiativgruppe eine Rechtsberatung durch einen Spezialisten für Kirchenrecht organisiert. Diese Beratung soll in der ersten Märzwoche stattfinden. Wenn Sie daran teilnehmen möchten, weil Sie wissen wollen, welche rechtlichen Möglichkeiten Sie als Gemeinde haben, dann melden Sie sich bitte unter der Mailadresse zurueckauflos(at)web.de oder schreiben Sie über die Schaltfläche „Frage an den Initiator“.

    Freundliche Grüße
    Friedhelm Zühlke

    P.S.: Vielleicht wohnen Sie nicht in Sachsen oder haben die Berichterstattung nicht verfolgt: am 26. Januar war ein winterlicher Tag in Dresden und auf den sächsischen Autobahnen. Wir waren vielleicht dreißig oder vierzig Leute, die vor der Dreikönigskirche runde Tische und eine Kartonwand mit der Forderung nach einem „Runden Tisch“ aufgestellt haben.
    Otto Guse, der Präsident der Landessynode, und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing haben sich für uns Zeit genommen und mit uns gesprochen. Dadurch, daß zwischen den Wahlgängen der LKA-Präsidentenwahl immer drei Stunden Pause sein müssen, hatten wir auch Zeit, mit Synodalen ins Gespräch zu kommen. Einige von ihnen haben geraten, daß sich die Gemeinden erneut mit Eingaben an die Landessynode wenden sollten. In der Synode gibt es durchaus Verständnis für unsere Situation. Und die Landessynode kann etwas verändern.
    Auf jeden Fall sind wir von den kirchlichen Entscheidungsträgern nicht unbemerkt geblieben. Auch die Medien haben uns durchweg in einem Atemzug mit der Präsidentenwahl erwähnt. Es kann also niemand sagen, die Strukturreform sei von der Basis akzeptiert.
    Leider gibt es wegen der Strukturreform auch – wie zu erwarten – Rücktritte aus Kirchenvorständen. Das ist eine ganz bittere Folge der Reform, und ich bitte jeden, der darüber nachdenkt, bleiben Sie im Amt! Suchen Sie sich Rat und Unterstützung, aber geben Sie nicht auf.

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Morgen, 26.1., 10.00 Uhr Versammlung vor Dreikönigskirche

    25.01.2019 17:58 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    heute abend stellen sich die Kandidaten für das Präsidentenamt des LKA in der Landessynode vor. Bitte beten Sie für eine gute Wahlentscheidung.

    Morgen früh, 26.1., 10.00 Uhr, beginnt unsere Versammlung vor der Dreikönigskirche, Hauptstr, Dresden-Neustadt.

    Warum sollte man dort hinkommen? Weil man endlich mit den Schwestern und Brüdern reden kann, die für die Strukturreform verantwortlich sind, und die sie auch wieder ändern oder abschaffen können. Sie ist nicht alternativlos, sie hat keine Bedeutung für das Heil im Glauben (sagt der Landesbischof). Deshalb können wir so lange miteinander reden, bis es eine brauchbare Lösung gibt, die für alle gut ist.

    Wir wollen uns einbringen. Wir haben für die Kirche viel anzubieten.

    Herzliche Grüße im Namen der Initiativgruppe
    Friedhelm Zühlke

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - 26.1., 10.00 Uhr, Mahnwache für Runden Tisch

    19.01.2019 23:09 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    die Verlaufsplanung der Tagung der Landessynode ist veröffentlicht unter
    engagiert.evlks.de/landeskirche/mehr-zu/landessynode/berichte/verlaufsplanung-2526-januar-2019/

    Die Vorstellung der Kandidaten am Freitagabend ist mit Sicherheit sehr interessant. Die Sitzung ist öffentlich, die Teilnahme als Besucher ist möglich.

    Am Samstag beginnt die Sitzung mit dem ersten Wahlgang um 9.00 Uhr. Deswegen treffen wir uns am 26.1.2019 um 10.00 Uhr vor der Dreikönigskirche, Hauptstr. 23, 01097 Dresden-Neustadt. Es ist kein Problem, später dazuzukommen.

    Wenn im ersten Wahlgang kein Kandidat die nötige Zweidrittelmehrheit erreicht, folgt eine Pause von drei Stunden vor dem zweiten Wahlgang. In dieser Pause wird sich die Gelegenheit zum Gespräch mit Synodalen und anderen Verantwortungsträgern ergeben.

    Ihnen allen wünsche ich im Namen der Initiativgruppe einen gesegneten Sonntag
    Friedhelm Zühlke

    Noch eine Idee: man kann auch einen runden Tisch mitbringen…

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - Am 26.1.19 Mahnwache für Runden Tisch

    18.01.2019 22:17 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    die Umsetzung der Regionalisierungsmaßnahmen ist in vollem Gange. Was ist eigentlich das Problem an einer schlechten Struktur? Es ist, daß einmal geschaffene ungünstige Bedingungen auf Dauer festgeschrieben werden. Für eine auf ehrenamtliche Mitarbeit angewiesene Landeskirche ist das natürlich eine Katastrophe. Ehrenamtliche lassen sich nicht versetzen wie Arbeitnehmer. Viele in der Landeskirche Engagierte resignieren, sie finden sich entmutigt mit der Lage ab oder ziehen sich zurück.
    Verschiedene Aktive wollen noch einmal während der Tagung der Landessynode am Samstagvormittag, 26.1.2019, auf ihre Situation aufmerksam machen.

    Sie sind herzlich eingeladen, an dieser Mahnwache vor der
    Dreikönigskirche, Hauptstr. 23, 01097 Dresden (Neustadt) teilzunehmen.

    „Strukturmaßnahmen aussetzen – Runden Tisch einsetzen“ heißt das Motto wie die letzten Eingaben an die Kirchenleitung. Unser Ziel ist eine gute Lösung für jede Kirchgemeinde. Dies läßt sich nur erreichen, wenn die landeskirchlichen Leitungsgremien auf Augenhöhe mit den Basisvertretern reden, ohne daß gleichzeitig Druck ausgeübt wird.
    Sie können gerne Plakate, Spruchbänder oder andere kreative Blickfänge mitbringen. Bei Fragen mailen Sie bitte an zurueckauflos(at)web.de oder über die Petition an „Frage an den Initiator“.

    In der Pause zwischen den Wahlgängen zum Präsidenten des LKA haben wir die Chance, mit Synodalen ins Gespräch zu kommen.
    Wenn die Verlaufsplanung der Synodentagung veröffentlicht ist, werde ich Sie über den genauen Beginn der Mahnwache auf diesem Wegen informieren. Es wird am Samstagvormittag sein.

    Freundliche Grüße
    Friedhelm Zühlke

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - LKA-Präsidenten-Kandidaten antworten auf unsere Fragen 4

    13.01.2019 23:20 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    im Namen der Initiativgruppe wünsche ich Ihnen eine gesegnete Woche
    Friedhelm Zühlke

    (Wer zuerst die neuesten Mails liest, sollte zum besseren Verständnis mit Nr. 1 anfangen.)

    Jetzt kommt Stephan Gerstenberg zu Wort:

    - Wie erklären Sie sich den großen Widerstand der Gemeindebasis gegen
    die Strukturreform?
    Offensichtlich gibt es erheblichen Kommunikationsbedarf.

    - Wie stehen Sie zu der Möglichkeit des LKA, Gemeinden gegen ihren
    Willen zu Strukturmaßnahmen zu zwingen?
    Kirche lebt von unten, braucht aber auch von oben die Stärkung und
    Führung der Gemeinschaft, damit die Einheit bewahrt bleibt. Nur so sind
    Subsidiarität und Solidarität auszugleichen. Deswegen halte ich es für
    richtig, bei einem umfangreichen Veränderungsprozess wie der
    Strukturreform auch Möglichkeiten vorzusehen, übergeordnete Ziele mit
    Nachdruck zu erreichen. Dabei ist die Anwendung von Zwang immer ultima
    ratio, wenn ein Konsens oder Kompromiss nicht gefunden werden kann.

    - Befürworten Sie unsere Forderung, die Strukturmaßnahmen auszusetzen
    und mit einem „Runden Tisch“ die Probleme auf Augenhöhe mit den
    Gemeinden zu klären?
    Ich befürworte sehr, die Probleme auf Augenhöhe mit den Gemeinden zu
    klären. Im Laufe eines umfangreichen Reformprozesses wie bei der
    vorliegenden Strukturreform sollte man immer wieder innehalten und den
    Anpassungsbedarf prüfen. Das kann auch beinhalten, dass man mehr Zeit
    für die Kommunikation und die weiteren Prozessschritte gewährt. Dabei
    empfiehlt sich ein sehr umsichtiges Vorgehen. Denn viele haben sich
    bereits auf den Prozess eingelassen, andere vielleicht weniger. Sehr
    viele Belange sind abzuwägen. Für mich, der ich von außen und
    unvoreingenommen komme, verbietet sich ein vorschnelles Urteil. Wenn ich
    gewählt werden sollte, werde ich erst mal sehr viel zuhören und verstehen.

    - Sind Sie bereit, nach einer erfolgreichen Wahl einer Einladung zu
    einem Gespräch mit uns zu folgen?
    Selbstverständlich. Ich bin auch gerne zu mehr als einem Gespräch bereit.

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - LKA-Präsidenten-Kandidaten antworten auf unsere Fragen 3

    13.01.2019 23:13 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    weitere Informationen zu den Kandidaten finden Sie hier:
    engagiert.evlks.de/landeskirche/mehr-zu/landessynode/berichte/27-landessynode-sondertagung-praesidentenwahl/

    Jetzt folgen die Antworten von Friedrich Nollau:

    - Wie erklären Sie sich den großen Widerstand der Gemeindebasis gegen die Strukturreform?
    Erst einmal sehe ich keinen Widerstand gegen ein Strukturreform als solche. Alle Beteiligten sind sich bewußt, dass wir auf Veränderungen reagieren müssen, auch indem wir nicht mehr passende Strukturen anpassen und auch Einschnitte vorgenommen werden.
    Der Gegenwind gegen geplante und inzwischen ja auch schon teilweise umgesetzte Maßnahmen hatte m.E. viele Gründe.
    • das positive Ziel, das mit zukunftsfähigen Strukturen unter den absehbaren veränderten finanziellen und personellen Umständen gemeinsam erreicht werden soll und erreicht werden kann, war nicht ausreichend erkennbar. Diese Ziele wurden zu wenig erklärt und gemeinsam entwickelt.
    • das Verfahren war für die Gemeinden nicht transparent; die öffentliche Diskussion begann vielfach zu dem Zeitpunkt, als die Entscheidung gefühlt schon getroffen war; so wurde z.B. die Situation in der Großstadt erst behandelt, als der grundsätzliche Rahmen schon klar war, so dass die Besonderheiten der Großstadt nicht mehr strukturiert berücksichtigt werden konnten
    • vor allem die ehrenamtlichen Gemeindeglieder fühlen sich durch die großen Strukturen überfordert
    • Strukturveränderungen benötigen Zeit, in denen Gemeinden zueinander finden können. Wenn Zusammenschlüsse am Ende eines Prozesses gestanden hätten und nicht am Anfang, wäre die Akzeptanz sicher höher gewesen.
    • Daneben spielt sicher auch Ärger und Trauer über unausweichliche Veränderungen eine Rolle.
    Unabhängig hiervon kann ich mir eine Strukturreform ohne heftige Diskussionen nicht vorstellen. Wichtig ist, dass der Gegenwind konstruktiv zu besseren Lösungen beiträgt und beitragen kann, und dass wir uns als Kirche auch nicht dauerhaft mit uns selbst und unseren Strukturen beschäftigen, sondern mit der Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat.

    - Wie stehen Sie zu der Möglichkeit des LKA, Gemeinden gegen ihren Willen zu Strukturmaßnahmen zu zwingen?
    Erst einmal ist das LKA an die Kirchenverfassung, die Kirchengesetze und die Beschlüsse der Landessynode gebunden. Die zwangsweise Durchsetzung von Maßnahmen kann dabei geboten sein, sie kann aber nur ultima ratio sein. Im Vorfeld müssen immer alternative Lösungen gesucht werden, wobei ich nicht den Eindruck habe, dass das LKA derzeit leichtfertig Zwangsmaßnahmen durchführt.
    Wichtiger ist mir aber ein anderer Aspekt in diesem Zusammenhang: rein faktisch sind Zwangsmaßnahmen in der heutigen Zeit kein geeignetes Mittel, um Gemeinde zu bauen. Da erfolgt sofort die Abstimmung mit den Füßen. Wir müssen deshalb bereits im Vorfeld eine Kultur des Dialogs und des Ausgleichs schaffen, dass Zwangsmaßnahmen am Ende nicht erforderlich sind. Dies ist nicht einfach und erfordert viel Zeit und Kraft, lohnt sich aber.


    - Befürworten Sie unsere Forderung, die Strukturmaßnahmen auszusetzen und mit einem „Runden Tisch“ die Probleme auf Augenhöhe mit den Gemeinden zu klären?
    Aussetzen: nein. Probleme auf Augenhöhe klären: ja. Eine Strukturreform ist immer ein Prozess und erfordert Kompromisse. Viele Gemeinden und Mitarbeiter können mit der Reform oder einzelnen Elementen durchaus leben und haben sich bereits darauf eingerichtet. Eine komplette Aussetzung der Reform zum jetzigen Zeitpunkt, im schlimmsten Fall verbunden mit einem jahrenlangen Diskussionsprozess, würde nur neue Unsicherheiten schaffen und demotivieren.
    Allerdings würde ich eine Flexibilisierung der starren Vorgaben begrüßen. Wichtig ist, dass wir dauerhaft zukunftsfähige Einheiten schaffen, die in der Lage sind, ihre Aufgaben zu erfüllen und für haupt- wie ehrenamtliche Mitarbeiter attraktiv sind. Die Zahl der Gemeindeglieder ist hier nur ein Element. Wichtig erscheinen mir zudem die Ausrichtung an sozialen Räumen, Aktivitäten und Prägungen vor Ort, Entwicklungsperspektiven und vor allem auch der Faktor Zeit. Wenn Gemeinden in und mit ihrer Region belastbare Zukunftspläne entwickeln, dann sollten sie auch die Chance zur Umsetzung haben.

    - Sind Sie bereit, nach einer erfolgreichen Wahl einer Einladung zu einem Gespräch mit uns zu folgen?
    Ja.

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - LKA-Präsidenten-Kandidaten antworten auf unsere Fragen 2

    13.01.2019 23:05 Uhr

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    die Nachrichten, die über die Petition verschickt werden, haben eine Begrenzung auf 5000 Zeichen. Jedes Interview muß deshalb in einer eigenen Mail verschickt werden.

    Jetzt die Antworten von Frau Dr. Jördis Bürger:

    - Wie erklären Sie sich den großen Widerstand der Gemeindebasis gegen die Strukturreform?
    Kirchgemeinden wollen ihre ganze Kraft für den Verkündigungsdienst einsetzen. Dabei sind sie unbedingt zu unterstützen. Unseren Glauben zur Sprache zu bringen, das ist unsere Aufgabe. Strukturen sollen dafür einen verlässlichen Rahmen und Unterstützung bieten. Dafür sind flexible Lösungen nötig. Das ist während des Gesprächsprozesses zur Strukturplanung deutlich geworden. Die Landessynode hat darauf reagiert und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Kirchgemeinden erweitert.
    Wenn aber der Eindruck entsteht, dass Strukturfragen überhöht werden, dass Kirchgemeinden nicht selbst entscheiden, dass sie nicht beteiligt sind am
    Entscheidungsprozess, frustriert das. Es muss verständlich erklärt werden, wer was entscheidet, wer wofür zuständig ist und wer mit wem darüber spricht. Engagement braucht Klarheit, um den Eindruck zu vermeiden, nicht gebraucht und nicht gefragt zu werden.
    Wie wir als Kirchgemeinden miteinander zusammenarbeiten und einander unterstützen ist durchaus eine inhaltliche Frage, denn wir leben unseren Glauben in Gemeinschaft. Aus dieser Gemeinschaft erwächst Kraft. Darum muss Gemeinschaft unser Ziel sein vor Abgrenzung und Individualisierung. In diesem Sinne verstehe ich die Zielsetzung der Kirchenleitung zur Struktur- und Stellenplanung und die Beschlüsse der Landessynode zur Umsetzung. Dabei sind Besonderheiten selbstverständlich zu erhalten und auch für andere Kirchgemeinden bereichernd in die Zusammenarbeit einzutragen.


    - Wie stehen Sie zu der Möglichkeit des LKA, Gemeinden gegen ihren Willen zu Strukturmaßnahmen zu zwingen?
    Dieser Möglichkeit stehe ich sehr zurückhaltend gegenüber. Aus dem Zwang heraus entsteht keine Gestaltungskraft. Daher kann ein solches Mittel nur als Notmaßnahme Anwendung finden. Gespräche und Vermittlung unter den Beteiligten haben immer Vorrang. Wir müssen erfahren, was wir voneinander erwarten und brauchen. Manchmal scheitern alle Vermittlungsversuche und es entsteht ein Schwebezustand, der zu lähmender Handlungsunfähigkeit mehrerer Kirchgemeinden führt. Dann ist zu prüfen, ob auf diesem Wege eine Klärung und letztlich Entscheidung herbeigeführt werden kann. Auch dabei ist das Gespräch mit den betreffenden Kirchgemeinden zu suchen, um Lösungen zu finden. Eine Entscheidung über die Köpfe hinweg wird es nicht geben.


    - Befürworten Sie unsere Forderung, die Strukturmaßnahmen auszusetzen und mit einem „Runden Tisch“ die Probleme auf Augenhöhe mit den Gemeinden zu klären?
    Die Forderung, miteinander zu reden und vor allem, einander zuzuhören, trifft den Nerv. Wir brauchen auch weiterhin eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Kirchgemeinden, Kirchenbezirken, Werken und Einrichtungen und dazu transparente Prozesse. Mir ist dafür ein wertschätzender und respektvoller Umgang wichtig.
    Viele Kirchgemeinden haben sich trotz aller Kritik auf den Weg gemacht. Sie sind seit Monaten im Gespräch und manche konnten sich schon gut einigen. Sie brauchen jetzt Planungssicherheit, um Zeit und Kraft wieder in andere Arbeit investieren zu können. Eine Verschiebung beseitigt nicht die Gründe für die Notwendigkeit von Veränderungen. Deshalb meine ich, dass die begonnenen Prozesse jetzt nicht angehalten werden sollen. Wo es Probleme gibt, muss aber darüber offen gesprochen und nach Lösungen gesucht werden. Kirchgemeinden müssen sich einbringen können, ihre Vorschläge und Bedenken müssen gehört und diskutiert werden. Eine solche offene Gesprächskultur wünsche ich mir in allen Bereichen von der Kirchenleitung bis hin zu den Gemeinden vor Ort. Und dafür möchte ich mich künftig noch mehr einsetzen.


    - Sind Sie bereit, nach einer erfolgreichen Wahl einer Einladung zu einem Gespräch mit uns zu folgen?
    Für ein Gespräch stehe ich gern zur Verfügung. Direkte Kommunikation ist die beste Verständigungsform.

  • Die Petition ist bereit zur Übergabe - LKA-Präsidenten-Kandidaten antworten auf unsere Fragen 1

    13.01.2019 23:01 Uhr

    "Gott spricht: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken; der soll das Zeichen sein zwischen mir und der Erde." 1. Mose 9,13

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schwestern und Brüder,

    mit dem aktuellen Monatsspruch grüßen wir als Initiativgruppe Sie ganz herzlich. Das ist und bleibt das Entscheidende: unser Gott ist da und hält seine Zusagen auch im neuen Jahr. Das soll in jeder Gemeinde verkündigt werden.

    In vielen Gemeinden wird bei der Umsetzung der Strukturvorgaben deutlich, daß es so nicht funktioniert. Wenn Sie sich daran beteiligen wollen, die Landessynode noch einmal auf Ihre Situation hinzweisen, dann schreiben Sie bitte an zurueckauflos(at)web.de. Wir haben noch kreative Ideen.

    Am 26.1.19 wählt die Landessynode einen neuen Präsidenten des Landeskirchenamtes. Weil es leider keine öffentliche Kandidatenvorstellung wie vor der Bischofswahl gibt, haben wir den vier Kandidaten Fragen gestellt. Freundlicherweise haben uns alle geantwortet. Und das beste: Alle sind bereit, nach einer gewonnen Wahl mit uns zu sprechen. Wer an diesem Gespräch teilnehmen möchte, schreibe bitte an ebenfalls an zurueckauflos(at)web.de.

    Als erstes kommt Herr Hans-Vollbach zu Wort:

    1. Wie erklären Sie sich den großen Widerstand der Gemeindebasis gegen die Strukturreform?
    Den Umfang des Widerstandes kann ich nicht ermessen.
    Meiner Meinung nach sorgen sich viele Menschen um die Zukunft der Landeskirche. Sie befürchten den Verlust von Identität, der örtlichen Verankerung von Kirche und noch weiter zunehmende Kirchenaustritte. Natürlich bringt eine Verbindung zu größeren Einheiten auch Veränderungen mit sich, die man nicht immer möchte. Wenn weniger Hauptamtliche im Verkündigungsdienst tätig sind, verringert sich auch die Zahl der Ansprechpartner. Es wird zudem die Gefahr der Überlastung der Ehrenamtlichen gesehen werden. Sicher gibt es auch noch weitere Gründe. Wir haben als ehrenamtliche und hauptamtliche Kirchenglieder aber eben auch die Verpflichtung, auf die sich verändernden Rahmenbedingungen (Mitgliederentwicklung, Finanzentwicklung usw.) tatsächlich zu reagieren.

    2. Wie stehen Sie zu der Möglichkeit des LKA, Gemeinden gegen ihren Willen zu Strukturmaßnahmen zu zwingen?
    Nach § 1 Abs. 1 des Kirchgemeindestrukturgesetzes besteht zunächst eine Verpflichtung jeder Kirchgemeinde, die strukturellen Veränderungen im Rahmen der geltenden Struktur- und Stellenplanung ihres Kirchenbezirkes so vorzunehmen, dass die Erfüllung ihrer Aufgaben gewährleistet bleibt. Die Grundlage der Planungen in den Kirchenbezirken sind die dazu gefassten Synodalbeschlüsse.
    § 1 Absatz 7 des Gesetzes stellt die Verordnung einer Strukturmaßnahme aber noch unter weitere Bedingungen. Die Verordnung ist daher das letzte Mittel, wenn zuvor alle anderen Lösungsansätze scheiterten und keine Einigung erzielt wurde. Ähnliche Vorschriften gibt es auch in anderen Landeskirchen. Die Norm hat daher aus meiner Sicht ihre Berechtigung. Allen Beteiligten sollten aber im Konfliktfall beweisen wollen, dass sie eigentlich gar nicht nötig ist.

    3. Befürworten Sie unsere Forderung, die Strukturmaßnahmen auszusetzen und mit einem „Runden Tisch“ die Probleme auf Augenhöhe mit den Gemeinden zu klären?
    Wenn wir gemeinsam unseren kirchlichen Auftrag erfüllen wollen (egal in welcher Landeskirche), müssen wir gegenseitig die den einzelnen Organen zugewiesenen Kompetenzen ernst nehmen, beachten und korrekt zu Stande gekommene Entscheidungen mittragen und mitumsetzen. Die Vorlage der Kirchenleitung wurde im Frühjahr 2017 durch die Synode aufgrund der zahlreichen Eingaben nicht beschlossen. Stattdessen wurde ein Diskussionsprozess gestartet, auf der nachfolgenden Synodaltagung über Alternativmodelle gesprochen und dann im Frühjahr 2018 über die teilweise modifizierte Vorlage beschlossen. Auf der letzten Synodaltagung wurde die Bitte an das LKA beschlossen, bei der Genehmigung der bis Anfang 2020/21 zu bildenden Strukturen Flexibilität einzuräumen. Die Synode hat die Sorgen und Probleme der Gemeinden mit der Umsetzung der Strukturreform nach meiner Wahrnehmung also im Blick. Daher ist ein Aussetzen aus meiner Sicht keine Lösung.

    4. Sind Sie bereit, nach einer erfolgreichen Wahl einer Einladung zu einem Gespräch mit uns zu folgen?
    Ja, gerne.

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