131€: Teilhabe oder Einsamkeit? Entlastungsbetrag bei Pflegegrad 1 erhalten!

Petition richtet sich an:
Bundestag

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61 von 30.000 für Quorum in Deutschland Deutschland

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  1. Gestartet 04.10.2026
  2. Sammlung noch > 5 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Petition richtet sich an: Bundestag

Sehr geehrte Damen und Herren Abgeordnete,

ich starte diese Petition als Privatperson, aber auch als Inhaber einer Alltagsbegleitung, der jeden Tag miterlebt, was der Entlastungsbetrag für Menschen mit Pflegegrad 1 bedeutet. Für die Menschen, die wir begleiten, sind 131 Euro nicht irgendeine Leistung. Sie sind der Unterschied zwischen Teilhabe und Vereinsamung, zwischen selbstbestimmtem Leben und Abhängigkeit.

Ich erlebe sie täglich: die Menschen, für die der wöchentliche Besuch einer Alltagsbegleitung oft der einzige Moment ist, in dem sich jemand wirklich Zeit nimmt. Die noch ihren eigenen Haushalt führen könnten, wenn jemand den Boden wischt. Die noch zum Arzt gehen könnten, wenn sie begleitet werden. Es sind die ersten kleinen Gebrechen des Alters. Und genau dafür wurde der Pflegegrad 1 einmal gedacht: als frühe, niedrigschwellige Stütze, damit es gar nicht erst schlimmer wird.

Genau diese Stütze, 131 Euro im Monat, 1.572 Euro im Jahr, soll ab dem 1. Januar 2027 für rund 863.000 Menschen ersatzlos gestrichen werden. Der angekündigte Ersatz? Eine Pflegebegleitung, die erst 2028 startet und die vor allem berät. Wer aber Hilfe beim Putzen, beim Einkaufen, beim Aufstehen braucht, dem nützt die beste Beratung der Welt nichts, wenn die Hände fehlen.

Ich sehe auch die pflegenden Angehörigen: die Tochter, die neben ihrem Beruf jede Nacht aufsteht, weil sie die Mutter nicht ins Heim geben will. Auch für sie wird alles knapp: Der bisherige Jahresbetrag für Verhinderungs- und Kurzzeitpflege von 3.539 Euro sinkt für viele auf 1.855 oder 2.285 Euro. Die Entlastung, die ihnen bleibt, wird kleiner, nicht größer.

Ja, auch Anbieter wie meiner sind von der Reform betroffen, nach Angaben des Bundesverbands Angebote zur Unterstützung im Alltag verlieren viele Betriebe bis zu 70 Prozent ihrer Grundlage, weil Menschen mit Pflegegrad 1 bis zu 40 Prozent ihrer Kundschaft stellen. Aber im Mittelpunkt dieser Petition stehen nicht Umsätze. Im Mittelpunkt stehen die Menschen, deren Alltagshilfe wegzubrechen droht. Strukturen, die über Jahrzehnte gewachsen sind, werden in wenigen Monaten zerschlagen, und was einmal weg ist, baut niemand neu auf. Die Folge ist absehbar: Menschen verlassen ihre Wohnung früher, als sie müssten, und landen in einer stationären Pflege, die keine Kapazitäten hat und am Ende teurer wird als jede der gestrichenen 131 Euro.

Ich bestreite nicht, dass die Pflegeversicherung einen hohen Reformbedarf hat. Aber eine Reform, die ausgerechnet bei der niedrigschwelligsten und präventivsten Leistung aller spart, widerspricht ihrem eigenen Ziel. Prävention darf nicht dadurch finanziert werden, dass man die Prävention abschafft.

Deshalb fordere ich:

  • Erhalt des Entlastungsbetrags in Pflegegrad 1, ohne Wenn und Aber; mindestens eine Übergangs- und Härtefallregelung, solange kein gleichwertiger Ersatz real existiert.
  • Keine faktische Kürzung der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege, das Überbrückungsbudget muss mindestens das bisherige Niveau von 3.539 Euro im Jahr erreichen.
  • Übertragbarkeit des Sozialraumbudgets, nicht genutzte Beträge müssen wie bisher ins Folgehalbjahr übertragbar sein.
  • Keine Entweder-oder-Falle für Alltagsbegleitungen, Anerkennung nach § 45a SGB XI und Zulassung nach § 72 SGB XI müssen nebeneinander möglich bleiben.
  • Pflegebegleitung darf nicht erst ein Jahr später als Ersatz kommen, sie muss, wenn überhaupt, zusätzlich, zeitgleich und praktisch wirksam ausgestaltet werden.

Die im Referentenentwurf noch geplante Kürzung der Rentenbeiträge für pflegende Angehörige ist im Kabinettsbeschluss nicht mehr enthalten. Das zeigt: Korrekturen sind möglich. Der Bundestag entscheidet in diesem Winter, und damit entscheiden Sie, ob 863.000 Menschen ihre Alltagshilfe behalten oder verlieren.

Ich bitte Sie: Unterschreiben Sie nicht für mich. Unterschreiben Sie für die Menschen, für die 131 Euro der Einkauf, die Hand im Haushalt und der Mensch an der Tür sind. Halten Sie das Versprechen, dass Pflege eine Aufgabe unserer Solidargemeinschaft ist.

Mit freundlichen Grüßen
Stefan Heyde
(Inhaber einer Alltagsbegleitung, diese Petition aus persönlicher Überzeugung)

Begründung

Diese Petition ist mir wichtig, weil ich als Inhaber einer Alltagsbegleitung täglich erlebe, was 131 Euro für Menschen mit Pflegegrad 1 bedeuten:

Sie ermöglichen Hilfe im Haushalt, Begleitung zum Arzt oder beim Einkaufen und vor allem soziale Teilhabe. Wird diese Unterstützung gestrichen, drohen Einsamkeit, Überforderung und ein früherer Verlust der Selbstständigkeit.

Jetzt muss gehandelt werden, weil die geplanten Änderungen bereits zum 1. Januar 2027 greifen sollen.

Wenn bestehende Unterstützungsstrukturen jetzt wegfallen, lassen sie sich nicht kurzfristig wieder aufbauen. Es geht deshalb nicht um die Interessen einzelner Anbieter, sondern um die Frage, ob Menschen möglichst lange selbstbestimmt und in ihrem sozialen Umfeld leben können.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Stefan Heyde, Nieder-Olm
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 04.10.2026
Sammlung endet: 03.04.2027
Region: Deutschland
Kategorie: Gesundheit

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Warum Menschen unterschreiben

Eine Schande für die Oma mit 80

Ich bin selbst betroffen durch eingeschränkte Mobilität, habe Pflegegrad 1 und konnte mir mit den 131€ eine Hilfe zur Unterstützung holen.
Privat kann ich das nicht, da ich Grundsicherung beziehe.

Geld kann nicht durch Beratung ersetzt werden. Eine Beratung putzt nicht das Bad oder begleitet zum Arzt. Wer hat sich das ausgedacht? Offensichtlich niemand, der das reale Leben kennt. Die Streichung des Geldbetrages muss unbedingt verhindert werden! Sie wird dringend benötigt. Von jedem Einzelnen mit Pflegegrad 1!

Teilhabe ist Menschenrecht

Weil sonst wieder am falschen Ende gespart wird.
Warum werden die jetzt schon beeinträchtigen Menschen noch mehr bestraft.
Es gibt genug andere Sparmaßnahmen

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