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Bild zur Petition mit dem Thema: Abschaffung der gebundenen Ganztagsschule Leidersbach, Einführung einer flexiblen Mittagsbetreuung Abschaffung der gebundenen Ganztagsschule Leidersbach, Einführung einer flexiblen Mittagsbetreuung
  • Von: Dr. Christian Wagner mehr
  • An: Bürgermeister Fritz Wörl, Gemeinderat Leidersbach
  • Region: Leidersbach mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Die Petition wurde eingereicht
  • In Bearbeitung
  • 291 Unterstützende
    173 in Leidersbach
    Quorum für Leidersbach (170) erreicht.

Abschaffung der gebundenen Ganztagsschule Leidersbach, Einführung einer flexiblen Mittagsbetreuung

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Einer der Initiatoren dieser Petition unterrichtet an einem Gymnasium mit gebundenem Ganztagszweig im Landkreis Aschaffenburg. Er ist daher mit den Abläufen an einer Ganztagsschule vertraut. Seine Tochter wird im nächsten Schuljahr die Grundschule in Leidersbach besuchen.

Die Grundschule in Leidersbach bietet zurzeit zwei Betreuungsmodelle an. In beiden Modellen beginnt der Schultag der Kinder um 7:30 Uhr, für die sogenannten Regelschüler endet der Unterricht dann am Vormittag teilweise schon um 10:45 Uhr. Eine anschließende Betreuung der Kinder durch die Schule ist nicht möglich. Bei dem anderen Modell - dem Ganztagsschulmodell - bleiben die Kinder an vier Tagen der Woche bis um 15:30 Uhr in der Schule.

Die Initiatoren dieser Petition sehen die Ganztagsschule grundsätzlich sehr kritisch, weil sie glauben, dass die Kinder dort sehr viel schlechter ausgebildet werden als in einem Halbtagssystem. Auch in der Presse finden sich zunehmend kritische Stimmen, wie zum Beispiel in dem Artikel „Mogelpackung Ganztagsschule“ aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 04.12.2016 (www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/ueberlastete-kinder-mogelpackung-ganztagsschule-14552821.html).

In Leidersbach sind aber die wenigen Befürworter des Ganztagssystems bisher viel lauter als die Gegner. Diese Petition soll den Gegnern nun auch einmal eine Stimme verleihen.

Begründung:

Warum ist die Qualität der Ausbildung an einer Ganztagsschule schlechter als an einer Halbtagsschule?

Ein wichtiges Element des Lernprozesses ist unserer Ansicht nach das selbstständige Reflektieren des Unterrichtsstoffes. Zu diesem Zweck werden in der Schule üblicherweise Hausaufgaben aufgegeben. Das Bearbeiten der Aufgaben ist besonders effizient, wenn das Kind dabei Ruhe hat, seinen eigenen Arbeitsrhythmus finden kann und durch einen Erwachsenen betreut wird.

Das kann die Ganztagsschule aus mehreren Gründen nicht leisten. Das Bearbeiten der Aufgaben findet hier in der Klassengemeinschaft statt, wo es naturgemäß sehr unruhig ist. Die Hauptaufgabe der Lehrkraft besteht oft nicht im individuellen, fachlichen Betreuen der Schülerinnen und Schüler, sondern darin, für Ruhe zu sorgen. Von einer Unterrichtsstunde bleiben oftmals nur 20 Minuten übrig, in denen wirklich konzentriert gearbeitet wird. Ganztagsschülerinnen und -schüler kommen so auf eine viel kürzere effektive Übungsphase als Kinder im Halbtagssystem.

Zudem lernen Schülerinnen und Schüler einer gebundenen Ganztagsschule nicht, den Ablauf ihres Lerntages selbst zu strukturieren. In der Schule wird immer vorgegeben, wann die Schülerinnen und Schüler arbeiten müssen und wann sie anderen Tätigkeiten nachgehen können. Im Gegensatz dazu hat ein Schüler der Regelklasse zu Hause die Möglichkeit, eine selbstgewählte Zeit auszuruhen, zu essen und vielleicht auch anderen Aktivitäten, wie zum Beispiel dem Sport oder dem Musizieren, nachzugehen. Danach setzt er sich dann wieder an die Schularbeiten. So kann ein Kind seinen individuellen Rhythmus finden.

Natürlich ist die Betreuung eines Kindes bei den Hausaufgaben durch ein Elternteil zu Hause anstrengend und oft auch mit Konflikten verbunden. Das Wiederaufnehmen der Schularbeiten nach der Ausruhphase erfordert vom Kind ein hohes Maß an Disziplin. Sich selbstständig zum Arbeiten zu motivieren, ist eben aber auch eine Eigenschaft, die unsere Kinder außerhalb der Schule und auch im Leben nach der Schule unbedingt brauchen. Die Betreuung der Kinder bei den Hausaufgaben ist eine Arbeit, die wir als Eltern leisten müssen, wollen wir ihnen möglichst gute Zukunftschancen eröffnen. Aufgrund der großen Anzahl an Schülern pro Lehrkraft kann die Schule diese individuelle Elternbetreuung niemals ersetzen.

Wir wissen sehr wohl, dass es familiäre Konstellationen gibt, in denen beide Elternteile arbeiten müssen oder wollen und wir sind auch nicht prinzipiell dagegen, dass diesen Eltern ein Ganztagsschulangebot gemacht wird. Ganz im Gegenteil: Wir begrüßen das sogar.

Wir wehren uns aber dagegen, dass das völlig auf Kosten der anderen Eltern geht, die bewusst entschieden haben, weniger zu arbeiten, um ihr Kind nach Möglichkeit zu Hause zu unterstützen. Ein flexibles Mittagsbetreuungskonzept, bei dem die Kinder zum Beispiel auch nur an einem Tag der Woche länger in der Schule bleiben können, existiert nicht, da hierfür angeblich keine Gelder verfügbar gemacht werden können. Aus unserer Sicht benötigt nur eine kleine Minderheit der Eltern eine durchgehende Ganztagsbetreuung. Diese Minderheit erhält aber zurzeit alle Fördergelder, sodass für die Mehrheit der Eltern keine Unterstützung geleistet werden kann.

Wir wehren uns weiterhin dagegen, dass zur Erhaltung der Ganztagsschule in Leidersbach sogenannte Hybridklassen gebildet werden, in denen Halbtags- und Ganztagsschüler gemeinsam eine Klasse bilden und bei denen die Klassengemeinschaft dann am späten Vormittag zerrissen wird, wenn der eine Teil der Klasse nach Hause geht und der andere Teil weiter bis um 15:30 Uhr in der Schule bleibt. Das halten wir pädagogisch nicht für sinnvoll.

Wir wehren uns außerdem dagegen, dass die gebundene Ganztagsschule als bestes Schulsystem beworben wird und so selbst Eltern, die eigentlich gar keinen Bedarf an einer ganztägigen Betreuung haben, entscheiden, ihr Kind diesem System anzuvertrauen, und somit die Bildungschancen ihres Kindes - unwissentlich - deutlich schmälern. Die Ganztagsschule sollte von den Schulleitungen und der Politik als das beschrieben werden, was sie ist: nämlich eine Notlösung für den Fall, dass Eltern ihre Kinder während der gesamten Woche nicht selbst betreuen können.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Leidersbach, 10.12.2016 (aktiv bis 09.03.2017)


Neuigkeiten

openPetition hat heute eine Erinnerung an die gewählten Vertreter im Parlament Gemeinderat geschickt, die noch keine persönliche Stellungnahme abgegeben haben. Bisher haben 1 Parlamentarier eine Stellungnahme abgegeben. Die Stellungnahmen ...

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Debatte zur Petition

PRO: Diese geforderten Leistungen müssen grundsätzlich kostenpflichtig sein, ganz fein abgestuft nach dem Familieneinkommen. Kostenfreiheit darf es hier nur für Geringverdiener oder ähnliche Gruppen geben. Wer über ein ausreichendes Familieneinkommen verfügt ...

PRO: https://www.km.bayern.de/eltern/meldung/3356/bayern-baut-ganztagsangebot-aus.html Zwei Zitate auf dieser Homepage beschreiben die Problematik deutlich und stellen klar, wie wichtig die Wahl des richtigen Betreuungskonzepts für Landkreis und Kommune ist. ...

CONTRA: Ich bin dafür endlich mehr Geld in die Altenversorgung zu stecken. In vielen Familien wird ausreichend Geld verdient, seit häufig beide Alterteile arbeiten gehen, um die Gebühren zu bezahlen. Außerdem ist das nur für ein paar Jahre. Die alten Menschen, ...

CONTRA: Vereehrte Eltern. Stellen Sie doch endlich mal selbst etwas auf die Beine dtatt dauernd irgendwelche Forderungen zu stellen.

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