• Von: Christoph Hanke (Malermeister) mehr
  • An: Landtag
  • Region: Sachsen-Anhalt mehr
    Kategorie: Soziales mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 139 Unterstützer
    107 in Sachsen-Anhalt
    Sammlung abgeschlossen

Abschaffung der Urlaubskasse für Maler und Lackierer in Sachsen-Anhalt

-

Wir wollen die Pflicht zur Einzahlung in die Urlaubskasse im Malerhandwerk für Sachsen Anhalt aufheben.

Begründung:

1. Warurm kostet das so viel?
Da die Urlaubskasse unverhältnismäßigen Verwaltungsaufwand(ca. 2 bis 3 Arbeitstage je Mitarbeiter pro Jahr) und Kosten (in Höhe von etwa 600,- bis 700,- € pro Mitarbeiter im Jahr) verursacht, stellt dies für alle Malerbetriebe eine enorme Kostenbelastung da.
2. Warum verzerren die den Wettbewerb?
Da sogenannte Hausmeisterdienste und Einmannbetriebe keine Pflicht zum Kassenverfahren unterliegen aber zum Teil im gleichen Gewerbe tätig sind, stellt die Belastungen durch die Urlaubskasse eine sehr fragwürdige Wettbewerbsverzerrung dar. Außerdem bindet die Urlaubskasse dringend benötigte Liquidität der teilnehmenden Betriebe.
3. Wozu sind die eigentlich da?
Argument für die Einführung der Urlaubskasse in Sachsen-Anhalt war der hohe Mitarbeiterwechsel in den Nachwendejahren(inder BRD früher) und damit verbundene Probleme mit den bereits erarbeiteten Urlaubsansprüchen bei Betriebswechseln. Diese Situation hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Jeder Malerbetrieb weiß wie schwer es schon heute ist, gut ausgebildete Fachkräfte zu finden und zu halten. Die Masse der Arbeitsverhältnisse läuft heute über Jahre hinweg, es gibt im Malerhandwerk heute keine signifikant höhere Mitarbeiterfluktuation als in anderen Berufsgruppen, in denen es keine Urlaubskasse gibt.
4. Wieso schreiben die uns soviel vor?
Die Urlaubskasse verpflichtet alle teilnehmenden Betriebe zu Leistungen die weit über die arbeitsrechtlichen Pflichten hinaus gehen, so muss z.B. ein zusätzliches Urlaubsgeld gezahlt werden welches arbeitsvertraglich nicht vereinbart ist. Dies bemerkt zwar kaum ein Mitarbeiter bemerkt (weil zu gering), aber in Summe stellt dies eine zusätzlich Kostenbelastung da.
5. Wie funktioniert das eigentlich?
Das Beitragsverfahren ist sehr undurchsichtig, schwer nachvollziehbar und ändert ständig seine Strukturen, so dass es hier immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den zahlenden Betrieben gibt, außerdem verjähren sämtliche Ansprüche, auch die der Arbeitnehmer bereits nach zwei Jahren, die gezahlten Beiträge bleiben dann bei der Urlaubskasse, andersherum kann die UK Beiträge auch schätzen und um Jahre nachfordern. Ein besonders perfides Beispiel: In diesem Jahr wurden vielen älteren Gesellen einfach 2 bis 5 Urlaubstage gestrichen die keine Gewerbezugehörigkeit von mindestens 22 Jahren nachweisen konnten. Natürlich um bei einer alternden Belegschaft Geld einzusparen, ist das noch sozial?
6. Was machen die noch so?
Die Urlaubskasse versucht über die Zustazversorgungskasse den Status eines Renten- und Berufsunfähigkeitsvericherers zu erlangen, tatsächlich sind Leistungen jedoch nur unter ganz bestimmten(unwahrscheinlichen) Vorraussetzungen zu erlangen, auch hier brilliert das Unternehmen mit absoluter Intransparenz und einem Bedingungswerk welches jedem privaten Versicherungsunternehmen alle Ehre machen könnte. Ausserdem verschlingt auch hier die Verwaltung der Minizusatzrenten enorme Anteile der eingezahlten Beiträge, so dass für die Arbeitnehmer am Ende meist weniger bleibt als eingezahlt wurde, vielen Dank.

Fazit: In der Wahrnehmung der Mehrzahl der Malerbetriebe und Malergesellen ist die Urlaubskasse ein bürokratisches Monster, dessen Mechanismen und Notwendigkeit kaum einer versteht und welches scheinbar nur dazu da ist sich selbst zu bereichern und anderen das Leben schwer zu machen.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Halle, 19.05.2016 (aktiv bis 18.11.2016)


Debatte zur Petition

PRO: Das Bundesarbeitsgericht hat die Allgemeinverbindlichkeit von solchen Kassensystemen kürzlich aufgehoben, Licht am ende des Bürokratendschungels.

PRO: Grob über den Daumen gepeilt kostet das System bis zu 5% der Bruttolöhne und das um 10% Urlaubsansprüche abzusichern, das ist doch bürokratischer Wahnsinn.

Noch kein CONTRA Argument.
>>> Schreiben Sie das erste CONTRA-Petition Argument



Petitionsverlauf

Kurzlink