Für bessere Arbeitsbedingungen und ausreichende Ressourcen – für erfolgreiches Lernen und Arbeiten in Schulen!

Der hessische Landtag muss die Landesregierung beauftragen, in Bildung deutlich mehr zu investieren. Es sind für jedes Kind die bestmöglichen Lernbedingungen zu gestalten.

An Schule werden zunehmend unterrichtsferne Aufgaben herangetragen, die Lehrkräfte haben sie zu bearbeiten und zu bewältigen. Dadurch wächst die Bürokratie extrem und die außerunterrichtliche Belastung der Lehrkräfte wird immer größer. Die zu ihrer Erledigung notwendige Zeit fehlt den Lehrerinnen und Lehrern bei ihrem Kerngeschäft, dem Unterrichten. Oft erreichen die psychischen und physischen Anforderungen im beruflichen Alltag ein gesundheitsgefährdendes Maß. Gleichzeitig wird das Lehrpersonal knapper, während die aus der gesellschaftlichen Entwicklung erwachsenden Ansprüche zunehmen.

So sollen Geflüchtete zunächst in speziellen Klassen beschult werden, sofern genügend Lernende für eine Klassenbildung zusammen kommen. Später sollen sie aber in Regelklassen ohne zusätzliche Personalausstattung unterrichtet werden, es soll in den Schulen eine erfolgreiche Inklusion stattfinden, gleichzeitig sollen alle Schülerinnen und Schüler zu ihrem bestmöglichen Abschluss gebracht werden; und das ohne zusätzliche Ressourcen und Ausstattung und ohne zusätzliches Personal – dies ist nicht länger hinnehmbar!

Begründung

Gute Bildung für alle ist nur möglich durch

– eine Verringerung der Pflichtstundenzahl von Lehrerinnen und Lehrern;

– eine deutliche Verringerung der Klassengrößen;

– mehr Personal, also

• mehr Lehrkräfte in allen Schulformen, derzeit mit besonderem Augenmerk auf die Grund- und Förderschulen;

• mehr sozialpädagogische Fachkräfte und Erzieherinnen und Erzieher als Unterstützung in den Schulen;

• verstärkten Einsatz von Förderschullehrkräften im tatsächlichen Unterricht, besonders bei Inklusiver Beschulung;

– eine gute Vernetzung und enge Zusammenarbeit mit Therapeutinnen, den BFZ-Lehrkräften, Schulsozialarbeiterinnen, Psychologinnen, Sozialpädagoginnen und anderem Fachpersonal; auch dafür müssen Zeitkontingente zur Verfügung gestellt werden;

– eine angemessene Besoldung von Unterrichtstätigkeit, mindestens A13 für alle Lehrämter;

– zusätzliche, bedarfsgerecht ausgestattete Räume für Differenzierung im Unterricht, Inklusion u.ä.;

– die Sicherstellung von Leistungen, die einem festgestellten Förderbedarf entsprechen. Dies hat vom Zeitpunkt der Feststellung an für jedes betroffene Kind, im Bedarfsfall auch schon ab der Einschulung, zu erfolgen (Förderschwerpunkte: Lernhilfe, sozial-emotionale Entwicklung, körperliche sowie geistige Entwicklung);

– einen Dolmetscher*innen-Pool, aus dem jederzeit Fachkräfte abrufbar sind. Häufig sind nur so Gespräche mit Eltern, Schülerinnen und Schülern angemessen zu führen und es wird einer Benachteiligung aufgrund von sprachlichen Voraussetzungen entgegengewirkt.

Bildungsausgaben sind ein unverzichtbarer Beitrag dazu, den gesellschaftlichen Reichtum gerecht zu verteilen und wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft aus Kassel
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion
  • Antwort des Kultusministeriums auf die Petition – alles wunderbar???
    Nicht locker lassen, am 22. September an einer Demo in Frankfurt oder in Kassel teilnehmen! Demobeginn jeweils 10:30h (DGB-Haus Frankfurt W.-Leuschner-Str. 69-77, Nähe Hbf; Hauptbahnhof Kassel)

    Im Auftrag des Landtages hat das Kultusministerium eine Antwort auf unsere Petition formuliert. Darin wird ein Bild entworfen, das von geballten Investitionen in die schulische Bildung schon seit einigen Jahren erzählt.
    So ganz kann man sich über diese vermeintlichen Anstrengungen der Landesregierung nicht freuen, auch wenn einzelne Aspekte mit Sicherheit zu begrüßen sind. Einige Beispiele sollen an dieser Stelle besprochen werden:
    - Die erwähnte „spürbare Entlastung“ der Lehrkräfte im Alter bis einschließlich 50 Jahren durch eine Reduzierung der Pflichtstunden im Umfang von 0,5 Unterrichtsstunden pro Woche stellt tatsächlich eine Reduzierung ab August 2017 im Vergleich zum Vorjahr dar. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass im Jahr 2002 (!) eine Mehrarbeit im Umgang von 1 Unterrichtsstunde verordnet worden ist, die durch die erwähnte Reduzierung nun halbiert wurde. Sie ist also immer noch nicht zurück gefahren worden. Gleiches gilt für Beamte außerhalb des Schuldienstes, sie hatten im Jahr 2002 eine Erhöhung von 40 auf 42 Stunden bekommen, nun arbeiten sie 41 Stunden. Zum Vergleich: Bei den Angestellten wurden die Stunden ebenfalls im Jahr 2002 auf 42 Stunden aufgestockt, allerdings wurde dies im Jahr 2009 wieder auf 40 Stunden reduziert. Dies ist bei Beamten bis heute nicht vollständig geschehen.
    - Die Lehrerzuweisung für ganztägig arbeitende Schulen im Umfang von 105% klingt üppig, es suggeriert einen Überfluss an Lehrkräften, den die Schulen nutzen können. Tatsächlich wurde von der Vorgängerregierung erstmal benannt, was 100% eigentlich sein sollen. Damit ist ein Kernunterricht gemeint, der nicht dem tatsächlichen Angebot der Schulen in einem Profil des Ganztages entspricht. Wenn eine 5. Klasse in der Förderstufe im Stundenplan 33 Stunden Unterricht und ergänzende Angebote erhält, aber nur eine reguläre Zuweisung von weit unter 30 Stunden erhält (Mindestzuweisung 2015 waren 25,75 Std.), so kann die Differenz auch nicht durch die Mehrzuweisung von 5% aufgefangen werden. Es stellt sich die Frage, ob die erwähnten 460 Stellen reichen, die für den Ganztag bereitgestellt werden.
    - Für die Umsetzung der Inklusion sollen 170 neue Stellen geschaffen worden sein. Da es aber an den Schulen immer mehr inklusiv zu beschulende Kinder und Jugendliche gibt, bekommt ein einzelnes Kind nicht mehr, sondern weniger Förderung. Oft werden Klassen nicht mehr im Unterricht durch eine Förderschullehrkraft begleitet, sondern es werden vermehrt Lehrkräfte außerhalb des Unterrichts beraten und die inklusiv beschulten Kinder punktuell getestet und in Fallgesprächen thematisiert. Notwendig wäre aber eine verstärkte Begleitung im Unterricht.
    - Dass die Anreize für die Ergreifung des Berufs einer Grundschullehrkraft nicht ausreichen, sieht man derzeit an dem Mangel an ausgebildeten Kräften. Eine Besoldung nach A12 ist für Menschen, die sich überlegen, diesen Beruf zu ergreifen, immer weniger ein Anreiz, zumal sich wohl mittlerweile herumgesprochen hat, in welchem Maß die Anforderungen an die Menschen, die sich dieser Aufgabe stellen, gestiegen sind.
    Die Antwort des Kultusministeriums klingt gut, aber die bisherigen Investitionen in die Bildung in Hessen reichen einfach nicht. Bald sind Landtagswahlen. Bitte helft dabei mit, allen Wählerinnen und Wählern und allen Parteien vor Augen zu führen, wie wichtig das Thema Bildung ist, wie wichtig deutlich höhere finanzielle Anstrengungen in diesem Bereich sind.
    Kommt am 22. September ab 9:45h (Auftakt, Demobeginn 10:30h) nach Frankfurt (DGB-Haus; W.-Leuschner-Str. 69-77, Nähe Hbf) oder Kassel (Hauptbahnhof) und beteiligt euch an einer der Demonstrationen! Sagt Freundinnen und Freunden, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, Vereinsmitgliedern, Sportpartnern und allen anderen Interessierten Bescheid!

    Jens Zeiler, GEW Kreisvorstand Kassel Land

  • Antwort des Kultusministeriums auf die Petition – alles wunderbar???
    Nicht locker lassen, am 22. September an einer Demo in Frankfurt oder in Kassel teilnehmen! Demobeginn jeweils 10:30h (DGB-Haus Frankfurt W.-Leuschner-Str. 69-77, Nähe Hbf; Hauptbahnhof Kassel)

    Im Auftrag des Landtages hat das Kultusministerium eine Antwort auf unsere Petition formuliert. Darin wird ein Bild entworfen, das von geballten Investitionen in die schulische Bildung schon seit einigen Jahren erzählt.
    So ganz kann man sich über diese vermeintlichen Anstrengungen der Landesregierung nicht freuen, auch wenn einzelne Aspekte mit Sicherheit zu begrüßen sind. Einige Beispiele sollen an dieser Stelle besprochen werden:
    - Die erwähnte „spürbare Entlastung“ der Lehrkräfte im Alter bis einschließlich 50 Jahren durch eine Reduzierung der Pflichtstunden im Umfang von 0,5 Unterrichtsstunden pro Woche stellt tatsächlich eine Reduzierung ab August 2017 im Vergleich zum Vorjahr dar. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass im Jahr 2002 (!) eine Mehrarbeit im Umgang von 1 Unterrichtsstunde verordnet worden ist, die durch die erwähnte Reduzierung nun halbiert wurde. Sie ist also immer noch nicht zurück gefahren worden. Gleiches gilt für Beamte außerhalb des Schuldienstes, sie hatten im Jahr 2002 eine Erhöhung von 40 auf 42 Stunden bekommen, nun arbeiten sie 41 Stunden. Zum Vergleich: Bei den Angestellten wurden die Stunden ebenfalls im Jahr 2002 auf 42 Stunden aufgestockt, allerdings wurde dies im Jahr 2009 wieder auf 40 Stunden reduziert. Dies ist bei Beamten bis heute nicht vollständig geschehen.
    - Die Lehrerzuweisung für ganztägig arbeitende Schulen im Umfang von 105% klingt üppig, es suggeriert einen Überfluss an Lehrkräften, den die Schulen nutzen können. Tatsächlich wurde von der Vorgängerregierung erstmal benannt, was 100% eigentlich sein sollen. Damit ist ein Kernunterricht gemeint, der nicht dem tatsächlichen Angebot der Schulen in einem Profil des Ganztages entspricht. Wenn eine 5. Klasse in der Förderstufe im Stundenplan 33 Stunden Unterricht und ergänzende Angebote erhält, aber nur eine reguläre Zuweisung von weit unter 30 Stunden erhält (Mindestzuweisung 2015 waren 25,75 Std.), so kann die Differenz auch nicht durch die Mehrzuweisung von 5% aufgefangen werden. Es stellt sich die Frage, ob die erwähnten 460 Stellen reichen, die für den Ganztag bereitgestellt werden.
    - Für die Umsetzung der Inklusion sollen 170 neue Stellen geschaffen worden sein. Da es aber an den Schulen immer mehr inklusiv zu beschulende Kinder und Jugendliche gibt, bekommt ein einzelnes Kind nicht mehr, sondern weniger Förderung. Oft werden Klassen nicht mehr im Unterricht durch eine Förderschullehrkraft begleitet, sondern es werden vermehrt Lehrkräfte außerhalb des Unterrichts beraten und die inklusiv beschulten Kinder punktuell getestet und in Fallgesprächen thematisiert. Notwendig wäre aber eine verstärkte Begleitung im Unterricht.
    - Dass die Anreize für die Ergreifung des Berufs einer Grundschullehrkraft nicht ausreichen, sieht man derzeit an dem Mangel an ausgebildeten Kräften. Eine Besoldung nach A12 ist für Menschen, die sich überlegen, diesen Beruf zu ergreifen, immer weniger ein Anreiz, zumal sich wohl mittlerweile herumgesprochen hat, in welchem Maß die Anforderungen an die Menschen, die sich dieser Aufgabe stellen, gestiegen sind.
    Die Antwort des Kultusministeriums klingt gut, aber die bisherigen Investitionen in die Bildung in Hessen reichen einfach nicht. Bald sind Landtagswahlen. Bitte helft dabei mit, allen Wählerinnen und Wählern und allen Parteien vor Augen zu führen, wie wichtig das Thema Bildung ist, wie wichtig deutlich höhere finanzielle Anstrengungen in diesem Bereich sind.
    Kommt am 22. September ab 9:45h (Auftakt, Demobeginn 10:30h) nach Frankfurt (DGB-Haus; W.-Leuschner-Str. 69-77, Nähe Hbf) oder Kassel (Hauptbahnhof) und beteiligt euch an einer der Demonstrationen! Sagt Freundinnen und Freunden, Nachbarn, Kolleginnen und Kollegen, Vereinsmitgliedern, Sportpartnern und allen anderen Interessierten Bescheid!

    Jens Zeiler, GEW Kreisvorstand Kassel Land

  • Nachtrag: Anscheinend ist die PDF-Datei nicht hochgeladen worden, also folgt sie hiermit.

Pro

Die Anforderungen an die Bildungsarbeiter*innen steigen und steigen: Ganztagsschule und -betreuung, Inklusion, Individualisierung... Notwendige Bildungsarbeit muss auf viel mehr Schultern verteilt werden! Mehr Ressourcen sind dringend nötig! Die Schuldenbremse des Landes wird u. a. mit der Gesundheit der Bildungsarbeiter*innen bezahlt! Weg mit der Schuldenbremse!

Contra

Anderes Beispiel: Für die diversen Bildungs- und Jahrgänge in der Mittelstufe sind 27-32 Stunden Pflichtunterricht vorgesehen. Im Ganztagsbetrieb kommen an meiner Schule 33 Stunden Unterricht für jede Klasse zum Tragen. Um das zu schaffen gibt es (neben auch vorhandenen Mehrzuweisungen von 104%) halb angerechnete Stunden für die Lehrkräfte. Real bleibt weniger, nicht mehr Zeit für das einzelne Kind.