Region: Potsdam
Construction

Bauspekulanten am Nuthewäldchen auflaufen lassen

Petition is directed to
Stadtverwaltung
1.176 Supporters 1.001 in Potsdam
63% from 1.600 for quorum
  1. Launched 13/02/2021
  2. Time remaining 9 weeks
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Potsdam hat 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Im Hinblick auf die massive Bodenversiegelung und Grünflächenzerstörung in Potsdam, sollte die oberste Priorität bei der nachhaltigen Gestaltung von Gebäuden und Flächen liegen. Im Potsdamer Stadtteil Zentrum-Ost wird trotzdem das 1,8 Hektar große Waldstück „Nuthewäldchen“, Teil einer alten Auenlandschaft, gerodet, um Wohnhäuser zu errichten.

Wir lehnen das Vorgehen des Investors (BMP Immobilienentwicklung Berlin GmbH) ab.

Noch vor erteilter Baugenehmigung und noch Monate vor Abschluss der Eingabenprüfung, wird das Nuthewäldchen rücksichtslos gerodet. Die Investoren möchten kurz vor der anstehenden Brutzeit unumkehrbare Tatsachen schaffen und Ihre Renditeträume möglichst schnell erfüllen. Dabei verkennen sie, dass hinsichtlich des drohenden Klimakollaps mit dem jetzt schon ein unwiederbringliches Artensterben einhergeht, etablierte Waldgebiete dringend zu erhalten sind. Abgesehen vom ökologischen Aspekt ist das in dem inzwischen so hochgradig verdichteten Stadtteil Zentrum Ost auch eine Frage der Lebensqualität. Soziale Aspekte, Bürgerbeteiligung und Nachhaltigkeit fallen zugunsten höherer Renditen unter den Tisch.

Bisher hatten die Stadtverordneten zum Bebauungsplan noch Entscheidungsspielräume. Die entscheidenden Argumente gegen das Bauvorhaben - Stadtökologie und Bürgerbeteiligung - wurden durch die vorschnelle Rodung ad absurdum geführt. Denn es ist sehr unwahrscheinlich, dass eine gerodete Waldfläche nicht bebaut wird. Mit der gerodeten Fläche wird, aus Sicht des Investors, die Zustimmung der Abgeordneten zum Bauvorhaben zu einer Formalie degradiert und die Bebauung des Grundstücks damit gesichert.

Mit dieser Petition möchten wir eine Ausgangssituation herbeiführen, die es den Stadtverordneten ermöglicht, Ihre politischen Spielräume zu erweitern.

Wir fordern die Stadtverordneten daher auf:

Lehnen Sie das Baugenehmigungsverfahren „Am Humboldtring 145“ (BB 145) ab und bringen Sie die Stadt damit in eine bessere Verhandlungsposition zu Gunsten von Stadtökologie und Bürgerinteressen!

Durch diese Ablehnung stellen Sie als Stadtverordnete klar, dass sich demokratische Prozesse nicht durch skrupelloses Investorenhandeln kapern lassen.

Mit einem fast vollständig gerodeten Stadtwald, den bis dahin getätigten Investitionen inkl. den hinterlegten Bürgschaften, wird es für den Investor immer verlustreicher, sich aus dem begonnenen Bauvorhaben zurückzuziehen. Es ist deshalb strategisch klug, durch eine Ablehnung Zeit zu gewinnen und maximale Forderungen an die Bebauung zu knüpfen. Diese Forderungen sind vorrangig:

  • Umsetzung eines ambitionierten Baustandards (z.B. DGNB Platin, BNB) für die Gebäude und Außenanlagen (und damit geringstmögliche Flächenversiegelung, höchste Wasserrückhaltung, geringstmögliche negative Umweltauswirkungen).
  • Transparente Weiterentwicklung des Stadtentwicklungsprozesses für Zentrum-Ost unter Berücksichtigung der AnwohnerInneninteressen und der Expertise zivilgesellschaftlicher Verbände und Vereine (Schaffung alternativer Naherholungsgebiete, Berücksichtigung der Mobilitätsanforderungen durch integrierte Parkraumkonzepte und kleinräumier Radverkehrsplanung).
  • Transparente Abschätzung und Darstellung der Auswirkungen anhand geeigneter Kennzahlen (Lebenszyklusanalysen für Flächen und Gebäude, Mileuschutzanalyse für Zentrum-Ost, Offenlegung und Monitoring des Zustandes der Ersatzpflanzungen).
  • Schaffung geeigneter Lebensräume zur Wiederansiedlung der durch die Rodung verdrängten Tier- und Pflanzenarten.

Reason

Mit der Petition sprechen Sie sich gegen die üblichen Praktiken aus und unterstützen eine ökologische Stadtentwicklung mit hohen sozialen Standards und basisdemokratischer BürgerInnenbeteiligung. Mit dem Erfolg dieser Petition kann der weitere Umgang mit der Fläche des Nuthewäldchen noch im Sinne des Klimanotstands gestaltet werden. Es könnte sogar eine Wende in der bestehenden Stadtenwicklungspolitik einleiten.

Der Umgang mit dem Bauvorhaben Nuthewäldchen zeigt die aktuelle Situation in der Stadt auf. In der Stadt Potsdam wird Stadtentwicklung aktuell vorrangig im Sinne der Investoren gestaltet. Zivilgesellschaftliches Engagement und der Klimanotstand werden nicht ernst genommen. Mit öffentlichen Mitteln geförderte Sozialwohnungen werden nach wenigen Jahren wieder dem Markt übergeben. Es ist eine etablierte Geschäftsmethode, dass städtische Flächen gekauft, umgewandelt, schnell bebaut und ggf. auch weiterverkauft werden. Dadurch entstehen unumkehrbare Sachlagen, die ökologisch und gesellschaftlich nicht tragbar sind.

Beispielhaft für solche unumkehrbaren Entscheidungen sind die geplanten Rodungsarbeiten des Waldes Horstweg/Schlatzweg (BB 2), des Waldes in Waldstadt Süd (BB 142), des Nuthewäldchens in Zentrum Ost (BB 145), der Abriss der Fachhochschule am Alten Markt, der geplante Abriss des Terrassenhauses in der Nutheschlange und des Wohnblocks Staudenhof am Alten Markt, der Bau des überdimensionalen ILB-Gebäudes am Hauptbahnhof, die gigantischen Neubauten am Leipziger Dreieck, der geplante Bau des High-Tech-Zentrums (RAW) am Potsdamer Hauptbahnhof, die neu errichteten Verwaltungs- und Büroeinheiten in der Babelsberger Straße am Hauptbahnhof, der Abriss der Sportvereinsunterkunft und der geplante Abriss des Strandbades Babelsberg für die Verlegung eines Weges.

Thank you for your support, Initiative Nutheschlange from Potsdam
Question to the initiator

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News

  • Liebe Unterstützer*innen unserer Petition,

    vielen Dank für die Zeichnung der Petition. Leider wurde das Nuthewäldchen mittlerweile komplett gerodet. Das Holz wurde geschreddert und wird als Bioenergie in einem Berliner Kraftwerk verbrannt. Die Auswirkungen der Rodung sind in Zentrum-Ost direkt zu spüren: es sind weniger Vögel zu sehen und die Schnellstraße ist lauter und auch weiter zu hören.

    Es hat sich das grundsätzliche Problem in Potsdam gezeigt: Die letzten Grünflächen werden an Investoren verkauft und dann mit Zweckbauten in Renditeobjekte umgewandelt. Bürgerinteressen werden nicht berücksichtigt. Als Konsequenz schwinden nicht nur ökologisch wichtige Lebensräume sondern auch das Vertrauen in die politischen Prozesse.

    Vor diesem Hintergrund... further

Wenn dort ohne Genehmigung gefällt wird, gibt es doch sicher eine Möglichkeit, das durch ein Bußgeld oder ähnliches zu ahnden?

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 19 hours ago

    Nature is important for me. I think it’s necessary to leave open space and natural environment untouched. We need room to wander outside.

  • 1 day ago

    Ich wohne seit 25 Jahren in Potsdam. Es war einmal ein idyllisches Städtchen mit schöner Bebauung, viel Grün und lauschigen Ecken. Inzwischen wird jedes Stückchen 'freie Fläche' zugebaut. Ein Neubau hässlicher als der andere. Als ich herzog, wurde über die unpassende DDR-Architektur geschimpft. Wer hat diese ganze neue Nach-Wende-Architektur geplant? Warum erlaubt die Denkmalbehörde das? Und warum darf überhaupt alles so komplett zugebaut werden??? Verdichtung = Vernichtung! Vernichtung von Lebensqualität. Vernichtung von Ruhe. Vernichtung von ökologischen Nischen, in denen trotz Stadtbesiedelung noch wilde Tiere leb(t)en. So darf das nicht immer weiter gehen!

  • 3 days ago

    Weil ich durch mein unmittelbares Wohnumfeld betroffen bin.

  • 4 days ago

    Zu erkennen, dass es in Potsdam genug ist mit der Vernichtung von unwiederbringlichen Biotopen und „grünen Inseln“, dafür sollten eigentlich der gesunde Menschenverstand und die Liebe zu Potsdam ausreichen! Ich frage mich, wie es da wohl bei unseren gewählten Vertretern des Volkes bestellt ist? Nachdem mit der Abholzung des Wäldchen zwischen der Schnellstraße und Zentrum-Ost Tatsachen geschaffen wurden, müsste es doch einen Aufschrei unserer Stadtoberen geben, die Verursacher müssten in die Pflicht genommen werden!! Aber nichts ist passiert, nichts ist zu hören – nicht mal ein Hüsteln! – Beschämend und so gar nicht glaubwürdig, wenn man dann die vielen blumigen Sätze zum Natur-, Klima- und Umweltschutz auf der Internetseite von Potsdam liest. Ich wünsche mir Potsdamer Volksvertreter, die es gut mit den Menschen und der Natur meiner Heimatstadt Potsdam meinen und das mit uneigennützigem und unumstößlichem Selbstverständnis und Handeln auch leben!

  • 5 days ago

    Weil mir der Wald wichtig ist!

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