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Bild zur Petition mit dem Thema: Bülent soll mit seinen Freunden auf die Grundschule in seiner Nachbarschaft gehen dürfen Bülent soll mit seinen Freunden auf die Grundschule in seiner Nachbarschaft gehen dürfen
Erfolg
  • Von: Nicht öffentlich
  • An: Schulleiter der Bonifatius-Schule Alfred ...
  • Region: Nordrhein-Westfalen mehr
    Kategorie: Bildung mehr
  • Status: Der Petition wurde entsprochen
    Sprache: Deutsch
  • Erfolg
  • 2.283 Unterstützende
    Sammelziel erreicht

Bülent soll mit seinen Freunden auf die Grundschule in seiner Nachbarschaft gehen dürfen

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Am Donnerstag den 5. September 2013 erleben zahlreiche Erstklässler in NRW ihren ersten Schultag. In Paderborn weiß der 6-jährige Bülent (Name geändert) noch nicht, dass er nicht mit seinen Kindergartenfreunden auf die öffentliche Grundschule um die Ecke gehen darf, weil der Schulleiter ihm die Aufnahme verweigern will.

Wir fordern, dass er mit seinen Kindergartenfreunden auf der Grundschule in seinem Wohnviertel aufgenommen wird. Er kennt die Schule schon von Besuchen mit seinem Kindergarten. Seine große Schwester besucht sie schon seit 2 Jahren. Die Stadt Paderborn will Bülent einen Platz an einer Schule zuweisen, die 3,5 Kilometer entfernt ist und zu der er quer durch die Stadt in ein anderes Stadtviertel fahren müsste. Mit dem Bus beträgt sein Schulweg dann ca. 50 Minuten in jeder Richtung. Weil die Eltern ihn nicht jeden Tag zur Schule begleiten könnten, müsste seine Schwester ebenfalls die Schule wechseln.

Begründung:

Was ist passiert? Ein Gericht hat am 30. August entschieden, dass die Schule die Aufnahme von Bülent verweigern darf, weil seine Familie muslimisch ist. Seine Eltern waren bei der Anmeldung nicht bereit zu unterschreiben, dass Bülent am katholischen Religionsunterricht teilnehmen muss. Sie berufen sich auf Art. 7 des Grundgesetzes, wonach die Erziehungsberechtigten das Recht haben, über die Teilnahme ihrer Kinder am Religionsunterricht zu bestimmen. Bülents Schwester besucht den Religionsunterricht übrigens nicht, ebenso wie viele andere Kinder an dieser Schule, die nicht katholisch sind, denn die Schule hat ihre jahrelange liberale Aufnahmepraxis erst letztes Jahr verschärft.

Tatsächlich ist die Schule eine katholische Bekenntnisschule, aber das sind die meisten städtischen Grundschulen in Paderborn, nämlich 15 von 23. Von Bülents Wohnung aus gesehen sind die sechs nächstgelegen Grundschulen Bekenntnisschulen. Und an dieser Schule sind gerade einmal 42% der Schülerinnen und Schüler katholisch. Wenn alle nichtkatholischen Kinder in Paderborn auf Gemeinschaftsgrundschulen gehen würden, wären diese hoffnungslos überfüllt, die Hälfte der katholischen Schulen müsste dagegen geschlossen werden. Auch die 15 Bekenntnisschulen sind übrigens vollständig (!) öffentlich finanziert, die Kirchen müssen keinen Cent dazu beitragen. Diese Schulart, die öffentliche Bekenntnisschule, gibt es nur noch in NRW und Teilen Niedersachsens.

Weitere Informationen unter www.kurzebeinekurzewege.de

Für alle derzeit im Bundestag vertretenen Parteien steht übrigens außer Frage: “Alle Kinder sollen ungeachtet ihres kulturellen Hintergrundes gemeinsam unterrichtet werden.”

Im Wahl-o-mat zur Bundestagswahl beziehen die demokratischen Parteien eindeutig Stellung: „Das Miteinander ist Voraussetzung einer offenen und toleranten Gesellschaft” (FDP) und „Gemeinsamer Unterricht ist ein wichtiges Element unserer Integrationspolitik. Kinder sollen ungeachtet ihrer Herkunft gefördert werden” (CDU). Die Grünen betonen: “Wir wollen keine Sonderung der SchülerInnen nach Sozialstatus, Herkunft der Eltern, Religion oder anderen Merkmalen.”

Wir meinen: Die derzeitige Praxis einer Trennung von Kindern nach ihrer Religion an öffentlichen Grundschulen in NRW ist angesichts der gesellschaftlichen Realitäten nicht mit dem Grundgesetz und den politischen Zielen aller demokratischen Parteien vereinbar. Das Recht von Eltern, über die Teilnahme ihrer Kinder am Religionsunterricht zu bestimmen, ist nicht gewährleistet, wenn 1/3 aller Grundschulen Bekenntnisschulen sind.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Bonn, 02.09.2013 (aktiv bis 08.09.2013)


Neuigkeiten

Liebe Unterzeichner der Petition für Bülent! Im September 2013 wurde der damals 6-jährige Bülent von einer katholischen Grundschule in Paderborn abgewiesen. Er durfte nicht mit seinen Kindergartenfreunden an der öffentlichen Grundschule in seiner Straße ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Übrigens: Selbst der Paderborner katholische Monsignore Göbel sagte am 15. April im Rahmen des WDR5-Stadtgespräches: ?Die Eltern sollen eine Wahlmöglichkeit haben. Die Eltern bestimmen, in welche Richtung ihre Kinder erzogen werden sollen. Das können ...

PRO: Im Vordergrund stehen sollte bei staatlichem Handeln das Kindeswohl, es ist befremdlich, dass dies in der Urteilsbegründung des Gerichtes mit einem lapidaren (und inhaltlich nicht nachvollziehbaren) Hinweis auf Zumutbarkeit abgetan wird. Artikel 1 des ...

CONTRA: Die Eltern haben die Wahl. Sie haben sich gegen das Angebot entschieden und beschweren sich nun über vorher bekannte Konsequenzen? Was wird gewünscht? Eine Moschee auf dem Schulhof?

CONTRA: Werden nun auch Schwimmschulen gezwungen ausgewiesene Wasser-Allergiker aufzunehmen? Es ist ja nicht so, dass dem Jungen oder den Eltern was aufgezwungen wird, man hat ihnen eine Alternative angeboten. Warum bestehen sie trotzdem auf diese eine katholische ...

>>> Zur Debatte



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