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Bild zur Petition mit dem Thema: Für die Wiederherstellung einer sozialpädagogisch und ethisch orientierten Jugendhilfe Für die Wiederherstellung einer sozialpädagogisch und ethisch orientierten Jugendhilfe
  • Von: Florian Bode Bündnis Jugendhilfe mehr
  • An: Frau M. Schwesig, Bundesministerium für Familie, ...
  • Region: Deutschland mehr
    Kategorie: Soziales mehr
  • Status: Die Petition befindet sich in der Prüfung beim Empfänger
    Sprache: Deutsch
  • In Bearbeitung
  • 1.194 Unterstützende
    1.176 in Deutschland
    Sammlung abgeschlossen

Für die Wiederherstellung einer sozialpädagogisch und ethisch orientierten Jugendhilfe

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Aufruf zu einem bundesweiten Memorandum für die Wiederherstellung einer sozialpädagogisch und ethisch orientierten Kinder- und Jugendhilfe

Wir sind in großer Sorge um die aktuelle bzw. künftige Entwicklung der Kinder- und Jugendhilfe in allen Fachbereichen. Deshalb rufen wir auf zu einem bundesweiten Memorandum Jugendhilfe. Die einstige Idee des Kinder- und Jugendhilfegesetzes, den Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern sowie den jungen Erwachsenen auf der Basis eines Rechtsanspruches eine nachhaltige Unterstützung unter fachlich angemessenen und von Kontinuität getragenen Bedingungen zu gewährleisten, wird seit Jahren unter ökonomisierten Bedingungen mit betriebswirtschaftlichen Methoden unterminiert. Die Fortsetzung dieser Entwicklung ist für uns nicht zu verantworten. Wir sind nicht bereit, uns den Marktgesetzen willig und ohnmächtig zu beugen und dabei die Fachlichkeit, Ethik und die Verantwortung für Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene und Familien sowie unser eigenes Wohlergehen über Bord zu werfen. Wir fordern eine Kinder- und Jugendhilfe, die der Parteilichkeit für die betroffenen und benachteiligten Kinder, Jugendlichen und ihre Familien und die jungen Volljährigen sowie der Ethik und Fachlichkeit der Soziale Arbeit verpflichtet ist. Das beinhaltet auch und unmissverständlich die uneingeschränkte Anwendung des SGB VIII für alle jungen Menschen in Deutschland – auch für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Wir fordern mit diesem Memorandum dazu auf, die derzeitigen politischen Pläne und Entscheidungen infrage zu stellen. Welche Kinder- und Jugendhilfe wird hier eigentlich angestrebt? Geht es noch um die Unterstützung und Gewährung der rechtlichen Vorgaben die im KJHG verankert sind oder nur noch darum, den Haushalt möglichst nicht zu belasten? Geht es um die Entwicklung und Entfaltung der Persönlichkeiten oder nur noch darum, dass die Jugend als nützliches und leistungsorientiertes Humankapital zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland eingesetzt werden kann?

Das Memorandum kann als Gesamttext hier eingesehen und auch heruntergeladen werden: memorandumjugendhilfe.files.wordpress.com/2015/09/2015_memorandum.pdf

Darin setzen wir uns ein für • die ethischen Grundlagen der Kinder- und Jugendhilfe gemäß SGB VIII, • die Wahrung der Rechte von Kindern, Jugendlichen, ihrer Eltern und jungen Erwachsenen bezüglich ihrer individuellen Ansprüche auf geeignete und notwendige Hilfe zur Erziehung, • die Schaffung von Bedingungen in der Arbeit, die eine nachhaltige Hilfe und eine verlässliche sozialpädagogische Beziehungsarbeit möglich machen, • eine fachlich angemessene Entlohnung und solide arbeitsvertragliche Grundlagen, • die Entlarvung der Legende von der sogenannten Schuldenbremse.

Wir verwahren uns gegen • fachliche Fremdbestimmung der Profession durch Betriebswirtschaft und Verwaltung, • Verhinderung Sozialer Arbeit durch Controlling, Management und Kostenregime, • Vermarktlichung und Deprofessionalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe.

Deshalb: Wenn ihr dem Memorandum zustimmt, unterstützt den bundesweiten Aufruf und leitet ihn in eure Netzwerke weiter! Wir brauchen jede Stimme! Wir können nur gemeinsam etwas erreichen und wirksamen Gegendruck ausüben.

Unterzeichnen könnt ihr die Petition im Netz unter: www.memorandumjugendhilfe.de (Menüpunkt „Unterschreiben“ ) oder www.openpetition.de/petition/online/bundesweites-memorandum-jugendhilfe.de

Begründung:

Das Bündnis Kinder- und Jugendhilfe – für Professionalität und Parteilichkeit kann und will die jetzige Situation nicht länger akzeptieren, nicht für die Menschen, die auf unsere Unterstützung und Begleitung setzen, und auch nicht für uns als Fachkräfte, die sich unter oft prekären Arbeitsbedingungen verausgaben. Wir haben seit Jahren aktiv die politischen Prozesse zur Kinder- und Jugendhilfe kritisch verfolgt und begleitet. Wenn wir uns zu Wort gemeldet haben, führten die verantwortlichen Politikerinnen zuweilen Gespräche mit uns, zeigten Verständnis - aber die Neoliberalisierung der Jugendhilfe treiben sie dennoch ohne Wenn und Aber voran. Nun steht eine umfassende Gesetzesnovellierung des SGB VIII/KJHG an, der wir mit erheblicher Sorge entgegensehen. Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Jugendhilfe derzeit durch die aktuellen zusätzlichen Aufgaben und Belastungen, die die massenhafte Einreise vieler Menschen mit sich bringt, massiv unter Druck steht. Die Lage der unbegleiteten, häufig traumatisierten Minderjährigen erfordert eine angemessene und wie im Gesetz vorgeschriebene Versorgung und Betreuung. Um diese Aufgabe bewältigen zu können, muss die gleiche Rechtsanwendung für alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland erfolgen. Dafür ist zusätzliches Geld in erforderlichem Maße zur Verfügung zu stellen. Aktuell ist zu befürchten, dass die erforderlichen Mittel für die verpflichtende Versorgung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge aus den bereits jetzt sehr knappen Ressourcen der Kinder- und Jugendhilfe abgezweigt werden. Wir halten es gerade jetzt für wichtig, deutlich zu machen, dass die Kinder- und Jugendhilfe seit Jahren defizitär ausgestattet ist. Wir fordern deshalb: eine qualitativ und quantitativ besser ausgestattete Kinder- und Jugendhilfe und eine hinreichende Ausfinanzierung der erforderlichen sozialpädagogischen Arbeit mit den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

Ziele der Petition: Die Unterschriften unter diese Petition sollen zum einen dazu dienen, der Bundesregierung deutlich zu machen, dass diese Politik von der Profession nicht akzeptiert wird. Darüber hinaus und in allererster Linie soll dieser Aufruf allen, die mit der heutigen Entwicklung in der Kinder- und Jugendhilfe nicht einverstanden sind, eine Möglichkeit geben, gemeinsam ihren Protest deutlich zu machen.Es stärkt jede(n) Einzelne(n) von uns, zu wissen, dass sie oder er mit der Kritik nicht alleine steht. Auf der Basis des Memorandums soll eine breitere Diskussion über Lage und Veränderungsstrategien angestoßen werden. Mit Ablauf der Petitionsfrist werden wir eine neue, offene Diskussionsrunde zur Lage der Kinder- und Jugendhilfe einleiten. Ziel ist es, auf diese Weise möglichst viele KollegInnen aus Wissenschaft und Praxis für eine Auseinandersetzung zu gewinnen und gemeinsam Wege und Ziele für eine Kinder- und Jugendhilfe zu entwickeln. Auf dieser Grundlage haben wir vor, Ende 2016 eine Tagung zur aktuellen Kinder- und Jugendhilfe auszurichten und laden alle Interessenten ein, daran ab März 2016 mitzuwirken. Email Adresse: info@memorandumjugendhilfe.de –Stichwort: Tagung unterstützen

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Wentorf, 24.09.2015 (aktiv bis 23.03.2016)


Neuigkeiten

Liebe Freunde einer professionellen und menschenwürdigen Kinder- und Jugendhilfe, Hiermit geben wir Ihnen unsere Stellungnahme zum aktuellen Entwurf (23.8.2016) für eine Novellierung des SGB VIII zur Kenntnis. Wir freuen uns, dass es zu diesen hochproblematischen ...

>>> Zu den Neuigkeiten


Debatte zur Petition

PRO: Für eine starke und nachhaltige Kinder- und Jugendhilfe! Schluss mit Scheinangeboten und Schönfärbereien! Wir müssen eine Bestandsaufnahme darüber, wo es in der Jugendhilfe klemmt, zusammentragen und offen diskutieren. Der sich daraus ergebende tatsächliche ...

PRO: Schön wäre es, wenn da nicht die Gendersexlobby andere Interessen hätte. Das Wohl der Jugend und der KInder ist denen egal, die sehen nur die Moneten in ihren Lobbyverbänden, denn mit den winzigen Diäten müssten sie alsbald am Hungertuch nagen, lachhaft. ...

CONTRA: Petitionen landen bei der Politik, wenn sie nicht erwünscht sind, wie wir alle wissen im Papierkorb, . Ist das nicht einfach nur Beschäftigungstherapie und Selbstbetrug? Und ist es nicht ziemlich naiv, zu erwarten, dass die PolitikerInnen ihre gezielten ...

>>> Zur Debatte



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