Region: Germany
Education

Chancengleichheit im 2. Medizinischen Staatsexamen im Rahmen der Corona Krise

Petition is directed to
Landesprüfungsämter
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  1. Launched 26/04/2020
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Sehr geehrte Damen und Herren,

die letzten Wochen in der Corona Pandemie haben nicht nur in Wirtschaft und Politik große Spuren hinterlassen, auch das private Leben hat sich grundlegend geändert.

Betroffen sind weit mehr Personen als in den Medien geschildert. Wenig Beachtung haben vor allem Examenskandidaten jeglicher Prüfungsrichtungen erhalten.

Wir plädieren für eine Senkung der Bestehensgrenze auf 50%

Reason

Wir Medizinstudenten hatten in den letzten Wochen der Prüfungsvorbereitung unter schwierigsten Bedingungen und Verhältnissen zu lernen.

Geprägt waren die letzten Wochen vor dem Staatsexamen von Unsicherheiten, u.a. bezüglich des Stattfindens, des Infektionsrisikos, aber auch durch private Probleme, wie finanzielle Schwierigkeiten durch Kurzarbeit, oder Risikopatienten im Umfeld.

Vier Wochen vor Beginn des Staatsexamens kam die handfeste Empfehlung des IMPP, die Staatsprüfung nicht stattfinden zu lassen. Untermauert wurde diese Empfehlung durch eine durchgeführte Risikoanalyse, die das Ablegen von Prüfungen in Pandemiezeiten für nicht empfehlenswert erachtete. Es entstand ein Flickenteppich an Entscheidungen im Rahmen der Länderzuständigkeiten für Prüfungen. Die Unsicherheiten wurden immer größer, die Studierenden wurden davon immer mehr irritiert, sodass eine konzentrierte Vorbereitung, wie zu Zeiten vor der Pandemie, nicht mehr möglich war.

Die Ausnahmesituation sorgte für Studierende mit Kindern zu noch ungewöhnlich höheren Belastungen. Durch die Schließung der Schulen, Kitas und Tagesbetreuungen waren diese für die Rundumpflege zuständig. Großeltern fielen aufgrund der Ansteckungsgefahr aus, Partner waren entweder nicht vorhanden oder in einer Beschäftigung.

War der Partner aufgrund von Kurzarbeit oder Homeoffice zu Hause, stellte sich die Frage der räumlichen Abgrenzung zum Lernen. Bibliotheken, Fakultäten, sogar Lerncafés waren geschlossen.

Unter diesen Umständen kann es niemandem zugemutet werden, sich adäquat auf eine Staatsprüfung vorzubereiten. Der psychische Druck, der zu „normalen Zeiten“ bereits ins unermessliche geht, wurde durch diese – völlig unerwartete und unvorhersehbare Pandemie – zusätzliche belastet. Die Rahmenbedingungen, die zu den bereits durchgeführten Prüfungen bestanden, sind unter keinen Umständen zu den vorangegangenen Prüfungen in den letzten Jahren zu vergleichen.

Wir bitten Sie daher dringend um einen Nachteilsausgleich. Die Missstände gilt es in der Auswertung des Examens zu berücksichtigen.

Bitte beachten Sie: Hinter dieser Petition stehen Einzelschicksale und betroffene Menschen. Es ist keine abstrakte Aufforderung das Bestehen des Examens zu vereinfachen. Es gilt die künftigen Ärzte der Bundesrepublik Deutschland in dieser Krise zu hören und ihr Anliegen angemessen und fair zu behandeln.

Thank you for your support, Patrick Neumann from , Saarbrücken
Question to the initiator

News

Not yet a PRO argument.

Die Bestehensgrenze liegt nicht fix bei 60%, sondern bei MAXIMAL 60%. Die wirkliche Bestehensgrenze wird anhand des Durchschnitts der Studenten die das Examen nach Regelstudienzeit geschrieben haben berechnet. Dadurch wird ein möglicherweisae unverhältnismäßig schweres Examen ausgeglichen, aber eben auch unvorhergesehen erschwerte äußere Bedingungen. Ich habe selbst im April das M2 geschrieben und möchte nicht dass es durch ein Senken der Bestehensgrenze im Nachinein abgewertet wird.

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