Trotz anhaltender Kritik hält der Hamburger Senat an seinen Plänen für den City-Hof gegenüber dem Hauptbahnhof fest: Privatisierung der öffentlichen Liegenschaft, Abriss des denkmalgeschützten Bauwerks und Bebauung des Areals mit einer Investorenarchitektur, die den Blick auf das Kontorhausviertel nahezu vollständig verstellt.

Die Weichen wurden ohne die Bürger*innen in den Hinterzimmern von Politik und Verwaltung gestellt. Der Zug ist aber noch nicht abgefahren. So stehen die Genehmigungen für den Abriss des Denkmals und den geplanten Neubau noch aus. Für letzteren muss noch neues Planrecht geschaffen werden, wofür vor kurzem ein Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet wurde. Das zuständige Bezirksamt Hamburg-Mitte rechnet damit, dass der neue Bebauungsplan frühestens im Herbst 2018 öffentlich ausgelegt werden kann und im Frühjahr 2019 die Vorweggenehmigungsreife erlangt.

Trotzdem soll bereits im Sommer 2018 mit dem Abriss des City-Hofs begonnen und damit Tatsachen geschaffen werden. Deshalb muss JETZT gehandelt werden. Mit den gesammelten Unterschriften fordern wir den Hamburger Senat auf, von seinen aktuellen Plänen zurückzutreten und den City-Hof für sowie mit den Bürger*innen zu revitalisieren.

Begründung

City-Hof Resolution

Verabschiedet am 27.01.2018 auf der HerzWerkStadt vom Bündnis Stadtherz

1 Wer soll Stadt gestalten? Echte Bürgerinnenmitgestaltung statt oberflächlicher Bürgerinnenbeteiligung

Eine Bürgerinnenbeteiligung fand im Fall des City-Hofs nicht statt. Bürgerinnen sind Expert*innen für ihre Stadt – eine Beteiligung lohnt sich, sie schafft Identität und Akzeptanz. Sie gewährleistet eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung.

Im Sinne von „erst denken, dann reden“ fordern wir: Erst beteiligen, dann planen! Bevor ein Investor einbezogen wird, muss transparent, grundlegend, ergebnisoffen und auf Augenhöhe mitbestimmt und -gestaltet werden. Für eine Bürgerinnenbeteiligung muss sich ausreichend Zeit genommen werden. Auf alle möglichen Akteurinnen und Interessierten muss aktiv zugegangen werden. Statt eines passiven Plakates und bloßem Informieren müssen kreative Methoden der Beteiligung angewandt werden.

2 Wem soll Stadt gehören? Soziale Bodenpolitik statt kurzsichtiger Privatisierung

Der City-Hof soll privatisiert werden. Mit jeder Privatisierung verliert die Freie und Hansestadt Hamburg Handlungs- und Gestaltungsspielraum.

Wir fordern eine soziale Bodenpolitik. Grund und Boden muss allen gehören und langfristig zur Verfügung stehen. Wir fordern eine Entkopplung von Nutzung und Grundeigentum, z.B. durch Erbpacht. Wir fordern eine kleinteilige Vergabe von Grundstücken, damit Zugang und Gestaltungsmöglichkeiten für die Gesellschaft gesichert sind. Statt Liegenschaften profitgeleitet zu privatisieren, müssen gemeinwohlorientierte Modelle wie z.B. Genossenschaften und Stiftungen Anwendung finden.

3 Was braucht Stadt? Bedarfsgerechte Stadtgestaltung statt profitorientierter Stadtentwicklung

Die Nutzungen im geplanten Neubau sind nicht adäquat für diesen Standort. Die Innenstadt wird heute schon von Büros, Einzelhandel und Hotels dominiert.

Wir fordern für den City-Hof eine dem Hauptbahnhof sowie der Kunstmeile angemessene und gemeinwohlorientierte Entwicklung – einen Leuchtturm für die Verschränkung von Kunst und Sozialem. Wir fordern eine gesicherte Perspektive für günstigen Wohnraum sowie für soziale und kulturelle Einrichtungen. Darüber hinaus braucht es Räume für Experimente und ohne Konsumzwang. Statt profitorientierter Ausrichtung fordern wir eine sich überlagernde Mischnutzung des City-Hofs. Unterschiedliche Nutzungen ergänzen sich räumlich, funktional und ökonomisch.

4 Was ist uns Stadt wert? Denkmal- und Umweltschutz statt oberflächlicher Wegwerfmentalität

Der City-Hof soll trotz Denkmalschutz abgerissen werden, obwohl eine Sanierung technisch und wirtschaftlich möglich ist. Mit einer Bestandsentwicklung kann das Bauwerk weiter genutzt und somit Ressourcen und Umwelt geschont werden.

Wir fordern gemäß §1 Absatz 2 des Denkmalschutzgesetzes: „Die Freie und Hansestadt Hamburg soll auch als Eigentümerin [...] für den Wert des kulturellen Erbes in der Öffentlichkeit eintreten [...]. Dazu gehört auch die Verbreitung des Denkmalgedankens und des Wissens über Denkmäler in der Öffentlichkeit.“ Bürger*innen müssen sich darauf verlassen können, dass ein denkmalgeschütztes Gebäude auch tatsächlich geschützt wird. Wir fordern die Stärkung des Denkmalschutzamtes Hamburg und des Denkmalrates. Ersteres muss sich frei und öffentlich auch zu kritischen Fällen äußern dürfen. Statt Abriss und Neubau, fordern wir Erhalt und Sanierung des City-Hofs.

Bündnis Stadtherz: AStA der HafenCityUniversität Hamburg, Berufsverband bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg e.V., City-Hof e.V., Einwohnerverein St. Georg von 1987 e.V., fux eG, Gängeviertel e.V. LandesAstenKonferenz Hamburg, Netzwerk „Recht auf Stadt“ Hamburg, Stadtteilinitiative Münzviertel

www.buendnisstadtherz.org info@buendnisstadtherz.org

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Neuigkeiten

Pro

Wir sind junge Kunststudenten der HAW und sehnen uns alle nach einem Freiraum für Kunst. Für die Vernetzung, Zusammenarbeit, Kollaborationen. Ein Ort auch wp wir Kinder und ältere Menschen in unser Schaffen integrieren können! Ein Ort an dem wir uns wohl fühlen können und unsere Kultur ausleben, denn das können wir nunmal nicht in Shopping Centern, Bürohäuser, teueren Restaurants und Hotels,.. Kreative Freiräume und Gemeinschaft sollten im Zentrum unserer Stadt stehen,...

Contra

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

  • vor 15 Std.

    Die City- Hochhäuser sind Ausdruck einer Epoche und unverzichtbarer Teil der Hamburger Nachkriegsgeschichte. Authentizität ist nicht austauschbar und daher wäre ein Abriss ein unwiederbringlicher Verlust. Denkmalschutz darf nicht beliebig den wirtschaftlichen Interessen geopfert werden!

  • vor 9 Tagen

    Weil mir die Sanierung des City-Hofs wichtig ist, und ich glaube, dass durch die Sanierung ein sehr schöner Gebäudekomplex im Stil der 50iger Jahre entsteht.

  • am 04.10.2018

    Es geht hier um ein kulturelles, städtebauliches und baukulturelles Erbe, um den letzten Rest an Glaubwürdigkeit für einen Senat, der sich an anderer Stelle Ressourcenschutz, Bürger*innenbeteiligung, Denkmalschutz und soziale Stadtentwicklung auf die Fahnen schreibt und hier genau das Gegenteil von all dem tut. Es geht um das Verkaufen von Tafelsilber und den damit verbundenen Verlust an Einflussmöglichkeiten durch den Verzicht auf Flächeneigentum in zentraler Lage. Als Stadtplanerin stellen sich mir die Nackenhaare auf, wenn ich mir ansehe, wie hier gehandelt wird...

  • am 03.10.2018

    Gute Bausubstanz kann ohne weiteres auch weiterentwickelt werden. Das gibt neue, sogar intelligentere Konzepte für die Zukunft. Der Abriss ist sinnvolle keine Lösung!

  • am 03.10.2018

    Ich bin aus Hamburg und die Häuser gehören für mich zum Stadtbild

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