Petition addressed to:
Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat Alois Rainer
Wir fordern die Bundesregierung auf, die Genehmigungs- und Zulassungsverfahren für moderne Pflanzenschutzlösungen in Europa und Deutschland zu reformieren. Landwirtinnen und Landwirte müssen ihre Kulturen wirksam schützen können – für sichere Ernten, bezahlbare Lebensmittel und eine starke regionale Landwirtschaft. Und wir fordern eine ehrliche und wissenschaftlich fundierte Debatte über Nutzen und Risiken des Pflanzenschutzes.
Unsere Forderungen:
Wir brauchen ein Zulassungssystem, das sowohl wissenschaftsbasiert als auch planbar ist und Landwirtinnen und Landwirten europaweit harmonisiert den Zugang zu wirksamen und modernen Pflanzenschutzlösungen sichert. Unabhängig davon, ob sie ökologisch, integriert oder konventionell wirtschaften.
1. Schnellere und verlässliche Genehmigungsverfahren von Wirkstoffen in Europa
Neue Wirkstoffe müssen zügig und auf Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse bewertet werden. Wir brauchen ein Genehmigungsverfahren, welches das eigentliche Risiko von Pflanzenschutzmittelwirkstoffen bei sachgerechter Anwendung im Feld datenbasiert bewertet und nicht eine potenzielle Gefahr im Labor in den Vordergrund stellt. Erforderlich sind realistische, praxistaugliche Bewertungsmaßstäbe sowohl für Mittel chemisch-synthetischen als auch biologischen Ursprungs. Es versteht sich, dass die Sicherheit für Mensch und Umwelt dabei auch weiterhin gewährleistet sein muss.
2. Deutschland als verlässlichen Zulassungsstandort stärken
Zulassungsverfahren müssen planbar, effizient und praxisnah sein.
3. Faire Wettbewerbsbedingungen in Europa sicherstellen
Keine nationalen Sonderwege, die die Landwirtschaft in Deutschland benachteiligen.
4. Abwägung bei den Zielkonflikten statt pauschaler Verbote
Zwischen Ertragssicherheit, Umwelt- und Gesundheitsschutz, Biodiversität, Klimaanpassung und bezahlbaren Lebensmitteln gibt es Zielkonflikte. Wir fordern einen ergebnisoffenen, auf wissenschaftlicher Basis geführten Dialog von Politik, Forschung, Landwirtschaft, Handel und Verbrauchern, der diese Zielkonflikte offenlegt, Prioritäten begründet und die Folgen jeder Entscheidung benennt.
Deshalb ist Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer jetzt gefordert, zu handeln und die notwendigen Reformen auf den Weg zu bringen.
Reason
Lebensmittel wachsen nicht im Supermarkt.
Sie entstehen auf Äckern, in Obstanlagen und auf Gemüseflächen unserer heimischen Landwirtschaft. Doch diese regionale Erzeugung gerät zunehmend unter Druck. Damit stehen unsere Versorgungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft auf dem Spiel.
Ohne Pflanzenschutz ist Ernährung nicht zu sichern.
Nachfolgende Aussagen entsprechen der Meinung der beteiligten Verbände: Trotz heutigen Pflanzenschutzlösungen könnten unseren Einschätzungen nach weltweit je nach Kultur 17 bis 30 Prozent der Ernte durch Schädlinge und Krankheiten verloren gehen. Ohne wirksamen Schutz wäre es unserer Auffassung nach, bei einigen Kulturen deutlich mehr. (Ströbel 2024: Is More Organic Farming a Responsible Strategy?) Häufig wird behauptet, eine Landwirtschaft ohne modernen Pflanzenschutz sei ohne weiteres möglich, dass sehen wir nicht so: Ein solcher Verzicht würde die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa gefährden und führe zur Verlagerung der Produktion ins Ausland. (Barreiro-Hurle et al. (2021): Modelling environmental and climate ambition in the agricultural sector with the CAPRI model. JRC, EUR 30317 EN: https://shortlink.win/1E92Z)
Die Folgen sind schon sehr konkret zu sehen. In vielen Kulturen stehen Landwirtinnen und Landwirten immer weniger wirksame Lösungen zum Schutz ihrer Pflanzen zur Verfügung. (Lampe & Harzer 2025: Ein Faktencheck zur Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln im Obstbau). Gleichzeitig stellen Schädlinge, Pflanzenkrankheiten und Unkräuter viele Betriebe vor wachsende Herausforderungen. Dadurch werden Ernten unsicherer und die Qualität gefährdet. Der Anbau wichtiger Kulturen wird in Deutschland schwieriger, wenn nicht unmöglich. (Julius Kühn-Institut: Fachausschüsse Pflanzenschutzmittelresistenzen (2015): https://shortlink.win/1ymBP)
Das hat unserer Meinung nach direkte Folgen für uns alle:
- weniger regionale Produkte im Supermarkt,
- steigende Preise,
- größere Abhängigkeit von Importen.
Wenn Ernten unsicher werden, gerät die Lebensmittelversorgung unter Druck. Die Produktion wird unserer Meinung nach abwandern und mit ihr Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Betroffen ist die gesamte Wertschöpfungskette von den Lieferanten notwendiger Betriebsmittel für die Landwirtschaft über die regionalen Erfasser der Erntemengen bis zu den Unternehmen aus den Bereichen Handel, Verarbeitung und Vermarktung. Alle sind auf sichere Erträge und einwandfreie Qualitäten angewiesen.
Abwägung zwischen Nutzen und Risiken beim Pflanzenschutz erforderlich.
Unserer Meinung nach ist die Sicherung der Ernten und die Qualität der landwirtschaftlichen Erzeugnisse ohne den Schutz der Kulturpflanzen vor Krankheiten und Schädlingen sowie vor Konkurrenz nicht möglich. Zu einer ehrlichen Debatte gehört auch, dass jeder Eingriff in ein Agrarökosystem Folgen haben kann – für Nichtzielorganismen, für Gewässer, für die Vielfalt auf der Fläche. Ziel ist es, die Risiken zu minimieren und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf das notwendige Maß zu reduzieren. Das liegt im Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe, die von intakten Böden, sauberem Wasser und bestäubenden Insekten unmittelbar abhängen. Deshalb geht es uns nicht um „mehr Pflanzenschutz“, sondern um den Zugang zu besseren, gezielteren und risikoärmeren Lösungen: integrierter Pflanzenschutz, widerstandsfähige Sorten, digitale und mechanische Verfahren, biologische ebenso wie chemische Mittel.
Das derzeitige Bewertungssystem ist nicht zukunftsfähig.
Das Problem liegt nicht am fehlenden Wissen oder an mangelnder Innovation.
Seit Jahren fallen mehr Wirkstoffe weg, als neue hinzukommen – und dieser Trend beschleunigt sich. Ein Vorsorgeprinzip, das jedes Restrisiko zum Ausschlussgrund macht, verhindert jede Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Auch biologische Pflanzenschutzmittel bietet keinen Ausweg aus diesem Systemfehler der Genehmigung. Sie durchlaufen dieselben langwierigen Verfahren, und viele von ihnen erfüllen die engen Kriterien für Mittel „mit geringem Risiko“ ebenso wenig wie chemisch-synthetische. (Europäisches Parlament (2018): Bericht über die Durchführung der
Verordnung (EG) Nr. 1107/2009, A8-0268/2018: https://shortlink.win/1ymCg)
Warum ist das wichtig?
Wir sind der Meinung, dass wenn wir heute nicht handeln, regionale Landwirtschaft in Deutschland Schritt für Schritt unprofitabel und die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa gefährdet wird.
Die Zeit zu handeln ist jetzt.
Damit auch in Zukunft Lebensmittel aus Deutschland und Europa sicher, nachhaltig und bezahlbar produziert werden können.
Unterstützen Sie diese Petition mit Ihrer Unterschrift.
Für regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel.
Für eine starke Landwirtschaft.
Für unsere Versorgungssicherheit.
- Für eine sichere regionale Versorgung;
- Anbau von einigen Kulturen ansonsten nicht mehr möglich!
- Resilienz und Versorgungssicherheit