Ein von der Stadtverwaltung vorgelegter „Kulturentwicklungsplan 2019-2028“ sieht die Schließung des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau vor. Das bisherige Museumsgebäude soll geräumt werden, aber ein Nutzungskonzept fehlt. Geeignete künftige Standorte für die Sammlungen, die mit etwa 1 Mio. Objekten das naturkundliche und vorgeschichtliche Gedächtnis Anhalts bilden, sind in der Stadt nicht vorhanden. Ein personell und finanziell untersetztes Konzept für den Erhalt des Kulturgutes fehlt. In Zeiten des dramatischen Schwundes der Biodiversität und gravierender Umweltprobleme halten wir Natur- und Umweltbildung für wichtiger als je zuvor. Hierbei fungiert das Museum als ein bedeutender außerschulischer Lernort. Sammlungen und Vermittlungsarbeit unterstreichen die oberzentrale Bedeutung Dessau-Roßlaus für die ganze Region.

Wir halten die im „Kulturentwicklungsplan“ eingestellten Vorhaben für einen verantwortungslosen Umgang mit dem Kulturgut und der musealen Bildungsstätte.

Deswegen fordern wir von der Stadt Dessau-Roßlau:

  1. Erhalt des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau am traditionellen Standort.
  2. Kurzfristige Wiederbesetzung der zwei 2018 freigewordenen und Sicherung der noch verbliebenen Stellen.
  3. Zeitnahe Umsetzung des Rahmenkonzepts von 2016, welches bereits in allen Ausschüssen Anfang 2016 beschlossen wurde (BV 404/2015).

Reason

Begründung:

Das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau ist das einzige Naturkundemuseum in Anhalt. Die vorgeschichtlichen und naturhistorischen Sammlungen gehören zu den größten in Sachsen-Anhalt. Das Museum wurde von der Dessauer Bürgerschaft, der Stadt und dem Land Anhalt gegründet und 1927 eröffnet. Die erste Dauerausstellung wurde durch das 1925 nach Dessau gezogene Bauhaus gestaltet. Viele Ehrenamtliche aus der Region sowie Wissenschaftler vertrauten der Einrichtung ihre zum Teil umfangreichen und wertvollen Sammlungen an.

Der Standort in der Askanischen Straße 32 liegt mitten im Dessauer Stadtzentrum. Das Gebäude prägt die nach ihm benannte Museumskreuzung und ist eines der wenigen historischen Bauwerke in Dessaus Innenstadt. Gegenwärtig wird nur ca. 400 m entfernt ein neues Bauhausmuseum errichtet. Die vom Bauhausmuseum zum Museum für Naturkunde und Vorgeschichte führende Kavalierstraße wurde im Jahr 2018 mit zahlreichen Baumaßnahmen aufgewertet, um sie zu einer Flaniermeile zu machen. In fußläufiger Entfernung vom Museum liegen zahlreiche Geschäfte, Restaurants, eine Spielstätte des Dessauer Theaters sowie das Stadtgeschichtsmuseum. Die drei Museen, Bauhaus / Naturkunde und Vorgeschichte / Stadtgeschichte, könnten zu einem attraktiven „Museumsdreieck“ entwickelt und beworben werden und dadurch die Innenstadt weiter aufwerten.

Seit ca. 15 Jahren streicht die Stadt Dessau-Roßlau als Träger der Einrichtung kontinuierlich Personal und Finanzmittel. Im Herbst 2018 gingen der Direktor des Museums sowie der letzte Mitarbeiter der Abteilung Vorgeschichte in Ruhestand. Eine Wiederbesetzung der Stellen erfolgte nicht und ist auch nicht geplant. Im Finanzplan 2019 der Stadt ist eine weitere Reduzierung um zwei Stellen für die Jahre 2020 bzw. 2021 vorgesehen.

Seit 2016 liegt die von allen Ausschüssen beschlossene „Rahmenkonzeption für das Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau“ vor. Diese wurde von anerkannten Fachleuten aufgestellt. Sie erkennt die Potenziale des Museums und beschreibt ein realistisches Entwicklungskonzept hin zu einem attraktiven Familienmuseum mit modernen interaktiven Ausstellungen, vermehrten Bildungsangeboten, einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit sowie Forschungen zur Biodiversität und ihrer Veränderung in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern. So wird Dessau-Roßlau als Oberzentrum positiv nach außen präsentiert.

Bitte helfen Sie dem Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau-Roßlau. Unterstützen Sie es durch Ihre Unterschrift! Leiten Sie diese Petition weiter! Bitte verfassen Sie zusätzlich Protestschreiben. Mögliche Adressaten und weitere Erläuterungen zu unseren Forderungen finden Sie auf unserer Webseite: www.mnvd.de

Unterstützungskomitee: Fraktion Pro Dessau-Roßlau; Hans-Georg Otto (OB a. D., Stadtrat); Manfred Semper (Stadtrat); Ute Solarczyk (Stadtbezirksbeirat innerstädtisch Mitte/Süd); Dr. sc. Lutz Reichhoff (Geschäftsführer Büro für Landschaftsplanung); Ornithologischer Verein Dessau e. V.; Entomologen-Vereinigung Sachsen-Anhalt e. V.; Dr. Gabriele Kegler (ehem. Leiterin Umweltamt Dessau); Dr. Ernst Paul Dörfler (Biologe, Euronatur-Preisträger); Hans-Peter Hinze (Archäologe); Förder- und Landschaftspflegeverein Biosphärenreservat „Mittelelbe“ e.V.; Prof. Dr. Hendrik Freitag (Ateneo de Manila University); Matthias Pytlik (Archäologe); Prof. Dr. Sabine Tischew (Hochschule Anhalt); Pro Elbe Anhalt; BUND Ortsgruppe Dessau

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News

  • Sehr geehrte Unterstützende der Petition für den Erhalt des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau,

    aufgrund des breiten Bürgerprotestes gegen den Kulturentwicklungsplan der Stadt Dessau-Roßlau wurde er überarbeitet und im Bau-, sowie im Hauptausschuss von der Tagesordnung genommen. Die Fassung vom 06.05.2019 ist veröffentlicht:
    sessionnet.dessau.de/bi/si0057.asp?__ksinr=5059. Die wesentlichen Inhalte unserer Forderungen wurden jedoch nicht berücksichtigt. Wir können deshalb im Ringen um die Zukunft des Museums nicht nachlassen!

    Gerade deswegen wollen wir am Sonntag, 19.05.2019 zum Internationalen Museumstag Präsenz zeigen und Ihnen gemeinsam mit dem Museum und der Anhaltischen Philharmonie ein interessantes Programm bieten.... weiter

  • openPetition hat heute von den gewählten Vertretern im Parlament Stadtrat eine persönliche Stellungnahme angefordert.

    Die Stellungnahmen veröffentlichen wir hier:
    www.openpetition.de/petition/stellungnahme/das-museum-fuer-naturkunde-und-vorgeschichte-dessau-darf-nicht-sterben

    Warum fragen wir das Parlament?

    Jedem Mitglied des Parlaments wird hiermit die Möglichkeit gegeben, sich direkt an seine Bürger und Bürgerinnen zu wenden. Aufgrund der relevanten Anzahl an engagierten und betroffenen Bürgern aus einer Region, steht das jeweilige Parlament als repräsentative Instanz... weiter

  • Sehr geehrte Unterstützende der Petition für den Erhalt des Museums für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau,

    vielen Dank, dass Sie die Petition unterschrieben haben! Bis heute wurden über 2.000 Unterschriften erreicht, davon fast 1.100 in Dessau-Roßlau. Das bedeutet, dass demnächst die Plattform „openpetition“ bei allen Stadträten anfragt, wie sie zu dem Anliegen stehen. Dies wird durch openpetition auch veröffentlicht.

    Trotz des breiten Protests gibt die Stadtverwaltung die Beschlussvorlage zum Kulturentwicklungsplan weiterhin in die Ausschüsse und strebt die Zustimmung an. Der Tagungsordnungspunkt ist Bestandteil des öffentlichen Teils der Beratungen.

    Falls Sie die Möglichkeit haben, bei den Ausschüssen zu erscheinen, können Sie so unser... weiter

pro

Abschaffen, zerstören, wegwerfen geht immer sehr leicht und schnell. Aufbauen, errichten, herstellen ist immer schwieriger, langwieriger, aufwändiger! Abschaffen ist auch eine Art Missachtung der Leistungen derer die es aufgebaut haben. 40 Jahre DDR waren dann wohl eine kulturfreundlichere Zeit? Auf jeden Fall für das Überleben dieser Einrichtung.

contra

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 2 h. ago

    Zu den Zeiten, wo Artenvielfalt rapid und unwiderbringlich schwindet, ist jedes naturwissenschaftliche Museum als Kompetenzzentrum für Biodiversität unglaublich wertvoll.

  • Jan-Peter Rudloff Dessau-Roßlau

    9 h. ago

    Das Museum gehört seid 92 Jahren zur Dessauer Kultur. Es hat den Nationalsozialismus und die DDR überstanden und im besten Deutschland aller Zeiten soll es untergehen?

  • 3 days ago

    Dessau ist meine Heimatstadt- ich war früher mit meinen Kindern oft im Museum. Ich hoffe das es erhalten bleibt und sich auch meine Enkelkinder an den vielen verschiedenen Ausstellungen erfreuen können. Ich fand es immer sehr interessant und lehrreich und meine Kinder sind gern in das Museum gegangen.

  • Katja Kowalewski Oppershausen

    4 days ago

    Weil ich aus Dessau stamme und dahin zurückkehren möchte und meinen Kindern Kultur und Bildung über Kindergarten und Schule hinaus bieten möchte.

  • 5 days ago

    Ich bin selbst in der Naturforschung in Bad Dürkheim tätig - regionale Museen wie bei uns und in Dessau sind unerlässlich für die Vor-Ort Dokumentation der historischen und aktuellen Bestände unserer Lebensumwelt.

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