Veröffentlichung eines Gedichtes einer heutigen Lyrikerin oder eines zeitgenössischen Dichters je Ausgabe einer Zeitschrift oder Zeitung - wöchentlich ein solches Gedicht auf den Internet- und Social Media Angeboten der Zeitung oder Zeitschrift.

Es war einmal gute Tradition, in jeder Ausgabe eines Feuilleton wenigstens ein Gedicht einer aktuellen Poetin oder eines jungen Poeten zu präsentieren, meist mit einem kleinen Rahmen darum und dem Verweis auf den Band, in dem das Werk erschien. Im Feuilleton selbst wurde nicht nur Belletristik und Sachbuch besprochen, es gab auch immer wenigstens einen Ge-dichtband. Es gibt keinen wirklichen Grund, an dieser Tradition nicht wieder anzuknüpfen.

Begründung

Betr.: Petition „Der Lyrik eine Bresche – für ein Gedicht je Ausgabe“

Sehr geehrter Herr Dr. Döpfner,

vor fast genau zehn Jahren, im Jahr 2007, hat der Unterzeichner mit dem Essay „Der Dich-tung eine Bresche schlagen - Warum Lyrik wieder in die Zeitungen gehört“ (www.zugetextet.com/?p=3091) dazu aufgefordert, der heutigen Poesie wieder einen Platz in den Feuilletons deutscher Zeitungen, Magazine und Zeitschriften zu geben – wie dies früher üblich war. Es gehört zur Verantwortung des Verlegers, nicht nur kommerzielle Erwägungen als Leitlinien für die Geschäftspolitik heranzuziehen; die Förderung von Kunst und Literatur gehörte immer dazu.

Nun ist es müßig, in solchen Fällen auf die inhaltliche Zuständigkeit von Herausgeber und Redaktion zu verweisen. Der Platz in einer Ausgabe war und ist rar. Und natürlich führt die Veränderung des Werbe- und Anzeigenmarktes zu einer Ausdünnung der Ausgaben – der rare Platz wird weniger.

Am Ende dreht es sich um die Frage der Prioritäten. Literatur, insbesondere ihre verdichtetste Form, die Lyrik, ist immer ein guter Gradmesser für gesellschaftliche Befindlichkeiten. Es ist daher eine große Verarmung, wenn sich eine Öffentlichkeit, und das im Lande der Dichter und Denker, in ihrer Breite so gut wie gar nicht für die aktuelle Poesie interessiert. Nun kann man sagen, sie taugte nichts. Aber das ist zu einfach. Was man nicht kennt, kann man nicht bewerten. Ohne Vermittlung, und da sind wir bei der oben beschriebenen Kernaufgabe der Presse, sei es als Print oder Online Produkt, kann Dichtung nicht breiteren Schichten vermittelt werden.

Es ist ein Armutszeugnis, wenn wir heute in Buchhandlungen neben den Bestsellern nur noch die Klassik vorfinden: Goethe, Schiller, ein bisschen Hesse und ein wenig Rilke. Die aktuelle, die moderne Lyrik findet de facto nicht statt. Ein Buchhändler verkauft, was man bei ihm nachfragt. Nachfragen kann man nur, wenn man weiß, dass es etwas gibt. So schließt sich der Kreis.

Es war einmal gute Tradition, in jeder Ausgabe eines Feuilleton wenigstens ein Gedicht einer aktuellen Poetin oder eines jungen Poeten zu präsentieren, meist mit einem kleinen Rahmen darum und dem Verweis auf den Band, in dem das Werk erschien. Im Feuilleton selbst wurde nicht nur Belletristik und Sachbuch besprochen, es gab auch immer wenigstens einen Gedichtband. Es gibt keinen wirklichen Grund, an dieser Tradition nicht wieder anzuknüpfen.

Es liegt an Ihnen und den Verlegern aus Ihrem Verband, dieser Idee den nötigen Rückenwind zu geben. Sie würden der modernen deutschen Lyrik einen großen Dienst erweisen und zei-gen, dass es bei Ihren Presseobjekten um mehr geht als um Geschäftsinteressen. Kultur braucht Förderer. Die junge und die aktuelle deutschsprachige Poesie hätten Ihre Förderung verdient.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht und wünsche Ihnen und uns, dass im Land der Dichter und Denker die Lyrik wieder die Rolle erhält, die sie verdient. Die Dichter schreiben, die vielen engagierten Kleinverlage machen wunderbare Bücher. Wenn Sie mithelfen und dieses wich-tige Anliegen, werden wir alle davon einen Nutzen haben: Dichter, Denker, Verleger, Leser – und die deutsche Literatur.

Mit herzlichen Grüßen - Redaktion zugetextet.com - Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur

Walther, Herausgeber

Bitte besuchen Sie uns unter: www.zugetextet.com - wir freuen uns auf Sie!

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Neuigkeiten

  • Liebe UnterstützerInnen,

    das Antwortschreiben des Hauptgeschäftsführers des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger ist angehängt. Man behauptet dort allen Ernstes, das erste Schreiben nicht erhalten zu haben, das per Post und per Fax versandt und faxseitig nachweislich zugegangen ist.

    Nachdem Mitgliedsredaktionen 365 Tage mit Tweets bearbeitet wurden, ist das eine unglaubwürdige Ablenkungsstrategie. Immerhin hat man diesmal, da mit Einschreiben zugestellt, diesmal den Eingang nicht leugnen können. Wer den Text liest, schüttelt den Kopf.

    Das Anlegen des Facebookkontos ist beinahe abgeschlossen. Es wird demnächst online gehen. Dort werden wir auch unsere Antwort an Herrn Wolff posten und brauchen danach Ihre/Eure tatkräftige Unterstützung für eine zweite Welle der Unterstützung für unser Anliegen.

    Nochmals vielen Dank fürs Mitwirken und Dabeibleiben. Der Kampf geht weiter!

    Mit herzlichen Grüßen
    - Redaktion zugetextet.com -
    Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur

    Walther, Herausgeber

    Bitte besuchen Sie uns unter: www.zugetextet.com - wir freuen uns auf Sie!

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer!

    Inzwischen haben wir an unserer Facebookpräsenz gearbeitet. Sie wird kommennde Woche online gehen. Dort kann das Vorhaben "Der Lyrik eine Bresche - ein Gedicht je Ausgabe" danach geteilt und weiter unterstützt werden. Die nächste Runde ist eingeläutet.

    Mit diesem Schreiben: www.openpetition.de/petition/blog/der-lyrik-eine-bresche-fuer-ein-gedicht-je-ausgabe-einer-zeitung/17 wenden wir uns per Einschreiben mit Rückschein, das am Samstag zur Post geht, an den Präsidenten des Bundes Deutscher Zeitungsverleger, Herrn Dr. Döpfner. Sollten wir eine Nachricht erhalten, werden wir sie an Sie / an Euch weiterleiten.

    Inzwischen kann, soll und darf jeder Herrn Dr. Döpfner direkt per Brief ansprechen. Je mehr die Poststelle des Verbands zu tun bekommt, desto besser für unser Anliegen. Und natürlich wird, wenn die Facebookseite steht, auch dort Ihre / Eure Unterstützung und Hilfe durch Teilen und Liken benötigt. Aufgeben gilt nicht, dranbleiben ist der Schlüssel zum Erfolg.

    Bis bald und vielen Dank für Unterstützung, Geduld und Motivation!

    Mit herzlichen Grüßen
    - Redaktion zugetextet.com -
    Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur

    Walther, Herausgeber

    Bitte besuchen Sie uns unter: www.zugetextet.com - wir freuen uns auf Sie

  • Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V.
    Haus der Presse
    Präsident
    Herr Dr. Martin Döpfner persönlich
    Markgrafenstraße 15
    D-10969 Berlin

    11.10.2018
    Betr.: Petition „Der Lyrik eine Bresche – für ein Gedicht je Ausgabe“ –
    Ergebnis der Petition

    Sehr geehrter Herr Dr. Döpfner,

    am 25.08.2017 hatte ich Sie in der obigen Angelegenheit um Unterstützung und eine Nach-richt gebeten. Beides ist nicht geschehen.

    Daraufhin habe ich eine Petition gestartet und diese auch unter Ansprache der Twitter-Accounts der von Springer verlegten Zeitungen beworben. Als Ergebnis wurde der Twitter-Account des Projekts geblockt. Das ist eine wenig souveräne Reaktion, an der sich auch der Spiegel-Verlag beteiligt. Das macht die Sache natürlich nicht besser. Alle anderen Zeitungen und Zeitschriften konnten meine gereimten Ansprachen ertragen. Das spricht weder für die von Ihnen verlegten Organe noch den Spiegel.

    Als Ergebnis darf ich Ihnen über 340 Unterschriften nennen, einige Organisationen sind da-runter, so dass man von über 500 Unterstützern sprechen kann. Aus Gründen des Daten-schutzes kann ich Ihnen die Namen nicht nennen. Auf Wunsch kann die Liste bei mir persön-lich eingesehen werden.

    Ich habe gelernt, dass man alleine ohne Social Media Accounts und ohne eine geeignete Peti-tionsplattform, die ebenfalls hilft, mehr Zeit als 12 Monate braucht, um zu einem schlagenden Ergebnis zu kommen, vor allem, wenn das Thema kein lautes ist und gegen den Aufre-gungsmainstream liegt, der unsere Öffentlichkeit nicht immer zu unserem Nutzen inzwischen regelrecht piesackt und damit den Blick für das wirklich Wichtige verstellt – auch eine Frage, der sich die professionelle Berichterstattung mal hinter den Spiegel klemmen sollte.

    Es bleibt die Notwendigkeit, „der heutigen Poesie wieder einen Platz in den Feuilletons deut-scher Zeitungen, Magazine und Zeitschriften zu geben – wie dies früher üblich war. Es gehört zur Verantwortung des Verlegers, nicht nur kommerzielle Erwägungen als Leitlinien für die Geschäftspolitik heranzuziehen; die Förderung von Kunst und Literatur gehörte immer dazu.“

    Der Rest meiner Argumentation ist der Anlage zu entnehmen.

    Es würde die Unterzeichner, die vielen Lyrikverlage, die Poetinnen und Poeten, die deutsch-sprachige Lyrik schreiben, freuen und motivieren, wenn ihr Resonanzraum wieder zu dem würde, der er war. Sie und Ihre Verlegerkolleginnen und -kollegen haben es in der Hand, die-ser Initiative Raum zu geben.

    Das Projekt zugetextet.com wird auf seiner in Kürze erscheinenden Facebook-Seite weiter für das Vorhaben „Der Lyrik eine Bresche – für ein Gedicht je Ausgabe“ aktiv eintreten. Die Unterstützer werden mehr werden. Jede richtige Idee findet ihre Zeit und ihre Unterstützer. Setzen Sie sich an die Spitze dieses Vorhabens und zeigen Sie Souveränität, Klasse, Stil und – Kultur!

    Und weil man das kaum besser sagen kann, zitiere ich mein erstes Anschreiben: „Ich freue mich Ihre Nachricht und wünsche Ihnen und uns, dass im Land der Dichter und Denker die Lyrik wieder die Rolle erhält, die sie verdient. Die Dichter schreiben wichtige Gedichte, die vielen engagierten Kleinverlage machen daraus wunderbare Bücher. Wenn Sie mithelfen und dieses wichtige Anliegen, werden wir alle davon einen Nutzen haben: Dichter, Denker, Verle-ger, Leser – und die deutsche Literatur.“

    Mit herzlichen Grüßen
    - Redaktion zugetextet.com -
    Feuilleton für Poesie-Sprache-Streit-Kultur

    Walther, Herausgeber

    Bitte besuchen Sie uns unter: www.zugetextet.com - wir freuen uns auf Sie

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

Noch kein CONTRA Argument.