Der Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) setzt ab sofort die Semestertickets für berufsbegleitende Studierende und Teilzeitstudierende ab.

Dies wollen wir nicht hinnehmen, da auch nicht-Vollzeitstudierende einen dringenden Bedarf an verbilligten Semestertickets im Studententarif haben und darauf angewiesen sind.

Begründung

Über die Gründe, über die wir vom Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA) der Hochschule Fresenius in Köln nur spekulieren können, setzt der VRS eine Regelung des Solidarmodells von 1993 nun strikt durch. Demnach sind nur "ordentlich Studierende" bezugsberechtigt für ein verbilligtes Semesterticket.

Gemäß einer Stellungnahme des VRS gilt als ordentlich Studierender: "Ein ordentliches Studium liegt vor, wenn ein Student während der Vorlesungszeit unabhängig von der Höhe des Arbeitsentgelts an nicht mehr als 20 Stunden in der Woche beschäftigt ist. Studenten, die neben ihrem Studium eine Beschäftigung oder mehrere Beschäftigungen ausüben und hierfür insgesamt mehr als 20 Wochenstunden aufwenden, gehören ihrem Erscheinungsbild nach zu den Arbeitnehmern."

Gemäß der uns vorliegenden Stellungnahme des VRS, wird davon ausgegangen, dass jeder Studierende, der einer beruflichen Tätigkeit nachgeht, über genügend eigene finanzielle Mittel verfolgt, diese Kosten selbst zu tragen.

Wir vom AStA der HS Fresenius in Köln halten diese Begründung für weltfremd, realitätsfern und absolut nicht mehr zeitgemäß und daher für einen fatalen Fehler!

Die Ausgabe von Semestertickets an berufsbegleitend Studierende wurde an Universitäten und Hochschulen, unseren Recherchen nach, im Land NRW bisher immer gebilligt.

Die Ausgabe von Semestertickets an berufsbegleitend Studierende wird nicht in der gesamten Bundesrepublik so umgesetzt: Nach Gesprächen der Studierendenvertreter des Landes Hessen mit dem örtlichen Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) verzichtet der RMV auf eine solche Maßnahme, wodurch auch weiterhin alle Studierenden bezugsberechtigt sein werden.

Eine Durchsetzung der Regelung bedeutet für die betreffenden Studierenden:

  • Eine deutliche Verschlechterung des Studienstandorts NRW.
  • Die Umsetzung einer nicht zeitgemäßen Regelung.

Wir sehen uns hier in der großen Verantwortung, eine Wiederaufnahme und Fortführung der Semestertickets für alle Studierenden zu fordern. Daher möchten wir Sie gerne bitten, uns in unserem Bestreben der Wiedereinführung der gewohnten Bedingungen für ein Studium neben einer Berufstätigkeit, mit Ihrer Zustimmung zu unterstützen.

Nachtrag (10.07.14):

Gemäß der Pressemitteilung des VRS vom 28.06.14 beinhaltet das verteuerte Semesterticket (An die Konditionen des JobTickets angepasst) nur ein Ticket für das VRS-Gebiet. Das NRW Ticket ist für nicht-ordentlich Studierende somit ausgeschlossen worden. Dies bedeutet eine Preissteigerung von (Vollzeitler-Ticket) 112,70 € auf 297 € im Semester. Link zur VRS Pressemitteilung:

www.vrsinfo.de/nc/presse/presseartikel/presse/vrs-findet-loesung-fuer-studierende-berufsbegleitender-studiengaenge.html

Nachtrag (04.08.2014):

Der VRS hat die neuen Vertragskonditionen und Tarifbestimmungen an die Hochschulen und Universitäten verschickt. Gemäß den Tarifbestimmungen für berufsbegleitend Studierende ist es Studierenden, die ein berufsbegleitendes Studium ausüben, ihrem Erscheinungsbild aber zu den "ordentlich Studierenden" (weniger als 20 Std. Arbeitszeit in der Woche - Nachweis erfolgt über die Krankenkassen) gezählt werden müssen, erlaubt, ein Semesterticket für Vollzeitstudenten zu verbilligten Konditionen zu erhalten.

Ausgenommen aus dieser Regelung sind alle Studierenden... - die ihr 30. Lebensjahr vollendet haben. - ab dem 15. Fachsemester.

Das verteuerte Semesterticket für berufsbegleitend Studierende wurde von der Rheinischen Fachhochschule umgehend abgelehnt. An der Hochschule Fresenius wird aktuell eine Umfrage der berufsbegleitend Studierenden durchgeführt, die über die Option des Bezugs des Semestertickets für berufsbegleitend Studierende (49,50 € / Monat) abstimmen können. Da dieses Modell nach den Wünschen des VRS ebenfalls als Solidarmodell (alle oder keiner) angelegt ist, wird hierbei über eine Zwangsabnahme für ein Semesterticket i.H.v. 297 € / Semester entschieden.

Ebenfalls ist beim AStA der HS Fresenius in Köln in den vergangenen Tagen eine schriftliche Stellungnahme aus dem Büro von Frau Hannelore Kraft (SPD) eingegangen, die den Lösungsvorschlag des VRS mit der Option des verteuerten Semestertickets für berufsbegleitende Studierende unterstützt. Somit hat Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hier ebenfalls klar Stellung gegen ein berufsbegleitendes Studium bezogen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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Neuigkeiten

Pro

Ich finde es unverschämt, Studenten, die sich selber finanzieren müssen, und gerade DESHALB darauf angewiesen sind mehr zu arbeiten, auch noch zu unterstellen, man studiere nicht ordentlich, wenn man mehr als 20 Stunden die Woche arbeitet! Und wenn man nur am WE arbeitet? Viele leben UNTER H IV Niveau, und dann soll man mal eben 150? blechen??? Das bleibt manchen gerade mal zum Leben über. Ich habe das Abitur auf dem 2. Bildungsweg erlangt und musste mich KOMPLETT selbst finanzieren. Das war VOLLZEIT Schule und machmal fast VOLLZEIT arbeiten... das soll dann nur "nebenbei" sein?

Contra

Viele berufsbegleitende Studenten erhalten ein Jobticket vom Arbeitgeber, welches wesentlich günstiger als 50 ?/Monat angeboten wird. Ich finde das "Angebot" des Jobtickets eine Frechheit und ein Versuch, Mehrgewinn zu erzielen, indem alle Studenten solidarisch das Jobticket bezahlen müssten. Die meisten meiner Kommilitonen fahren sowieso mit dem Auto und nutzen daher das Ticket überhaupt nicht. Daher würde ich das Angebot höchstens unterstützen, wenn es jedem Studenten frei überlassen ist, dieses anzunehmen oder nicht.