Petition richtet sich an:
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss
Die geplante Heilmittel-Kürzung gefährdet die Behandlung von Patientinnen und Patienten.
Im Mai und Juni 2026 sollen Kürzungen in der gesetzlichen Krankenkasse beschlossen werden, die die Physiotherapie betreffen. Die geplanten Maßnahmen gefährden die Existenz von Praxen und damit die Versorgung von Millionen Patientinnen und Patienten in Deutschland.
Zur Sicherung einer stabilen Patientenversorgung fordern wir, die Kürzungen für Physiotherapie aus dem Gesetzespaket zu streichen. Insbesondere darf die Vergütungsanpassung NICHT wieder an die Grundlohnsumme angebunden werden, sondern muss sich an die reale Steigerung der Kosten orientieren. Zudem fordern wir, dass an der Vergütung der Blankoverordnung keine Streichungen vorgenommen werden.
Begründung
Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind unverzichtbare medizinische Leistungen – etwa nach Schlaganfällen, Operationen, Unfällen oder bei chronischen Schmerzen sowie zur Förderung der kindlichen Entwicklung.
Das Sparpaket des Gesundheitsministeriums belastet diese ohnehin niedrig vergüteten Berufsgruppe zusätzlich.
Schon heute leiden viele Praxen unter massiv steigenden Kosten (Miete, Energie, Personal, ..), Fachkräftemangel und fehlendem Nachwuchs sowie wirtschaftlichem Druck. Dennoch ist geplant, die Vergütungen praktisch einzufrieren beziehungsweise zu kürzen. Das verschärft die Krise eines Berufsstandes, der bereits jetzt massive Nachwuchsprobleme hat.
Denn:
- Physio-, Ergotherapeutinnen und -therapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden finanzieren ihre Ausbildung häufig selbst (und starten dann z.B. im Vergleich zu einem Bank-Azubi, der vom ersten Ausbildungstag an eine Vergütung erhält, mit einem Defizit von ca. 59.000 € in den Beruf)
- müssen auch notwendige Zusatzqualifikationen selbst bezahlen
- die Vergütung durch die Krankenkassen bleibt dennoch weit hinter Verantwortung und Aufwand zurück.
In den kommenden Jahren gehen zehntausende Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten in den Ruhestand. Da Nachwuchs fehlt, nimmt damit der Fachkräftemangel weiter zu. Gleichzeitig steigt der Bedarf an therapeutischer Versorgung durch die Alterung der Bevölkerung kontinuierlich.
Die Folgen wären unmittelbar spürbar:
- Praxisschließungen
- weniger Therapieangebote
- noch längere Wartezeiten
- und eine schlechtere Versorgung insbesondere älterer und chronisch kranker Menschen.
Kürzungen bei den Heilmitteln sind in dieser Situation gesundheitspolitisch unverantwortlich.
Es ist wichtig zusammen zu halten.