• Von: Dieter Mertins mehr
  • An: Oberbürgermeister Burkhard Jung
  • Region: Leipzig mehr
    Kategorie: Soziales mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 164 Unterstützer
    123 in Leipzig
    Sammlung abgeschlossen

Dumpinglöhne bei der Stadt Leipzig? Nein, danke!

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Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Burkhard Jung,

seit einigen Jahren beobachten wir besorgt die Entwicklung unseres Arbeitgebers "Leipziger Verkehrsbetriebe" (LVB).

Nach 2004 wurden wir vom Öffentlichen Dienst abgekoppelt.
Heute redet jeder von der "Leipziger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft mbH" (LVV) als Stadtkonzern, was leider nur der halben Wahrheit entspricht.
Tatsächlich wurde hier eine Drei-Klassen-Gesellschaft von Arbeitnehmern geschaffen.

Zur ersten Klasse gehören diejenigen, die sich noch im Status des Öffentlichen Dienstes befinden und dementsprechende Tarifverträge der Kommunen inne haben.

Zur zweiten Klasse zählen wir als Bus- und Straßenbahnfahrer.
Dort sind die Altangestellten der LVB integriert, welche im Beschäftigungspakt festhängen und über Jahre hinweg Reallohneinbußen hinnehmen mussten, und wie diese fortlaufend von Bestand sind.
Dieser negative Trend wird sich bis 2018 auf etwa weitere 200,- Euro im Monat summieren, und das bei einem ohnehin nicht üppigem Lohn.

Zur dritten Klasse zählen die neugeschaffenen, nah am Niedriglohnsektor ansässigen Arbeitsplätze bei den LSVB und Leobus. Deren Nettoeinstiegsgehälter bewegen sich um die 1.150,- Euro (Stkl.I).

Als ein Beispiel von vielen sei angebracht, dass ein Pförtner bei den Leipziger Wasserwerken, im Vergleich zu einem Straßenbahn- oder Busfahrer in der höchsten Stufe, etwa 400,- Euro mehr im Monat bekommt.

Hier stellt sich für uns die Frage der Verhältnismäßigkeit.
Dazu möchten wir noch anmerken, dass durch diese negative Entwicklung so mancher Kreditwürdigkeit darunter leidet und somit zu bedienende Bankverbindlichkeiten ernsthaft in Gefahr geraten können.
Eine Privatinsolvenz wäre die unabwendbare Folge dessen.

Uns ist es unverständlich, dass bei einer unübersehbar positiven Entwicklung, wie sie Leipzig bisher bestritten hat, in einem kommunalen Unternehmen derartige Verdienstdifferenzen auftreten können und vor allem auf die Altbeschäftigten der LVB bezogen, es seit Jahren zu einer negativen Reallohnentwicklung kommen konnte, wobei die üppigen Geschäftsführergehälter der LVV-Gruppe eine ganz andere Sprache von sich geben.

Wir möchten Sie ersuchen, die dargestellte Entwicklung zu überprüfen und unverzüglich Gegenmaßnahmen einzuleiten, denn hier sind nicht nur Einzelpersonen betroffen, sondern eine ganze Berufsgruppe wird auf diesem Wege ins soziale Abseits, sowie in die Altersarmut gedrückt!

Mit freundlichen Grüßen
Die Mitglieder des Fahrerrates (FaR)*
der Leipziger Verkehrsbetriebe
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*) Bei dem Fahrerrat (FaR) handelt sich um einen kollektiven Zusammenschluss von Fahrbediensteten innerhalb der LVB-Gruppe, deren Mitglieder es sich zum übereinstimmenden Ziel erklärt haben, für eine deutliche Verbesserung des allgemeinen Betriebsklimas und sämtlich zugehöriger Rahmenbedingungen mit aller Konsequenz einzutreten.
Da diese aktiven Kolleginnen und Kollegen gezwungener-, wie auch verständlichermaßen noch im Hintergrund agieren müssen, handele ich lediglich in deren Auftrag (i.A.).
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Auserwählte Links zum Thema

● "Wasser und Wein"
m.lvz.de/Leipzig/Lokales/Leipzig-legt-Manager-Gehaelter-offen-Das-verdienen-die-Stadtfirmen-Chefs

● "Der Frust fährt mit"
m.lvz.de/Leipzig/Lokales/Der-Frust-faehrt-mit-Strassenbahner-attackieren-LVB

● HCJ London sei Dank!
m.mdr.de/sachsen/leipzig/kwl-prozess-london104.html#mobilredirect
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Titelbild: Andreas Schmidt/LTM
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Begründung:

Gleicher Lohn, für gleiche und verantwortungsvolle Arbeit, von dem am Ende - ohne staatliche Zuwendungen - alle Mitarbeiter(-innen) gut leben können, ist letztlich auch Garant für die Wahrung eines stabilen Betriebsfriedens, und das nicht nur innerhalb der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) bzw. des LVV-Konzerns!

Dieter Mertins (i.A.)

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Leipzig, 17.09.2015 (aktiv bis 16.11.2015)


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PRO: Ich bin ebenso wie der Petent dafür, dass dem Pförtner der Wasserwerke die 400 EUR Überzahlung gestrichen werden. Zmindest sobald dieser Job neu besetzt wird. Der ganze Quark muss ja durch uns Steuerzahler bezahlt werden. Mit der Anpassung des Pförtnerlohnes ...

PRO: Warum sollen die Arbeiter bei den LVB länger für die Verfehlungen ihrer Geschäftsführer (Hanss, Heininger ...) herhalten?

CONTRA: "somit zu bedienende Bankverbindlichkeiten ernsthaft in Gefahr geraten können. Eine Privatinsolvenz wäre die unabwendbare Folge dessen." - Ach wenn ich also mehr ausgebe als ich einnehme, dann MUSS mein Gehalt erhöht werden??? Geil. P.s. Eine Verkäuferin ...

CONTRA: Denkt doch mal an die Flüchtlinge die haben nichts ! Über ein Flüchtlingssoli sollte dringendst nachgedacht werden. Die Gutverdienenden der Stadt Leipzig können noch soviel abgeben.

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