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Einführung eines Unterrichtsfaches „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ in Niedersachsen

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Niedersächsische Landesregierung
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Gerade in Krisenzeiten, wie aktuell der Corona-Pandemie, zeigt sich die Relevanz von Alltagskompetenzen. Aber auch generell brauchen wir für eine gute Alltags- und Lebensgestaltung als Basis bestimmte Kenntnisse und Fertigkeiten. Die Familie hat als Lernort an Bedeutung verloren, wertvolles Wissen geht verloren. Das hat nicht nur Folgen für den Einzelnen, sondern auch für unsere gesamte Gesellschaft.

Für eine nachwachsende Generation, die in Verantwortung für sich und andere nachhaltig handelt, brauchen wir ein Unterrichtsfach zur Vermittlung von Alltagskompetenzen. In einigen Bundesländern wurde bereits ein Schulfach „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ eingeführt. Hierfür liegt ein Curriculum vor. Dieses muss auch in Niedersachsen angewendet werden. Viele gültige Curricula in Niedersachsen enthalten zwar einige Inhalte der Ernährungs- und Verbraucherbildung, jedoch werden sie in der Praxis nicht oder unzureichend umgesetzt. Auch mangelt es an Fachlehrkräften.

Der Niedersächsische LandFrauenverband Hannover e. V. fordert gemeinsam mit diversen Partner-Organisationen die Einführung eines Unterrichtsfaches „Ernährungs- und Verbraucherbildung“ in Niedersachsen nach dem Vorbild des Revis-Curriculums in Schleswig-Holstein aus dem Jahr 2005.

Reason

Hauswirtschaftliche Kenntnisse werden nicht mehr selbstverständlich im Elternhaus vermittelt. Die Zeitverwendung der Bevölkerung in Deutschland 2012/13 zeigt jedoch, das unbezahlte Tätigkeiten mehr Stunden umfassen als bezahlte Arbeit. Wöchentlich arbeiten Erwachsene durchschnittlich 24,5 Stunden unbezahlt und etwa 20,5 Stunden bezahlt. Die unbezahlte Arbeit mit fundiertem Wissen ausführen zu können, bedeutet eine große Erleichterung im Alltag.

Mangelnde Alltagskenntnisse haben nicht allein für das Individuum weitreichende Folgen sondern für die gesamte Gesellschaft. Das zeigt sich unter anderem an folgenden Erscheinungen:

  • ernährungsbedingte Krankheiten
  • Verarmungsrisiko durch unzureichende Vorsorge
  • Ver- oder Überschuldung von Privathaushalten
  • Überforderung bei der Familien- und Haushaltspflege

Zudem steigt die Zahl der Mitmenschen, die pädagogische Unterstützung von Institutionen oder Behörden benötigen, um als junge Erwachsene ein eigenständiges Leben führen zu können. Eigenverantwortung in der Lebensführung und Daseinssicherung sind jedoch zunehmend gefragt.

In der Corona-Krise treten die Defizite besonders deutlich hervor: Beispiele sind Hamsterkäufe statt sinnvoller Vorratshaltung und die zu Tage tretende Unfähigkeit, selbst zu kochen.

Ohne Alltagskompetenzen kann die generative Sorgearbeit der verschiedenen Lebensphasen nicht geleistet werden.

Die Notwendigkeit der Einführung des geforderten Schulfaches zeigt sich auch bei der Durchführung diverser (LandFrauen)-Projekte wie "Kochen mit Kindern", dem "Ernährungsführerschein", "Landwirtschaft für kleine Hände" und dem Zukunftstag in Schulen. Die Erfahrungen in diesen Projekten zeigen, wie wenig Kinder über landwirtschaftliche Produkte, Ernährung oder Hygiene wissen.

News

Als Hauswirtschaftsmeisterin und Dorfhelferin bin ich seit 12 Jahren mit der Unterrichtsreihe "Ernährungsführerschein" an verschiedenen Grundschulen tätig. Obwohl wir hier im westlichen Münsterland übewiegend ländlich leben, fehlt oft der Bezug zur Landwirtschaft und zu Grundlebensmitteln. Es gibt Kinder die noch nie ein scharfes Messer in der Hand hatten und auch noch nie einen Quark angerührt haben. Immer mehr Eltern sind nicht in der Lage ein gesundes Essen zuzubereiten. Ich hoffe sehr, dass es viele Menschen gibt, die den Wert der Alltagskompetenzen schätzt und das Wissen weitergibt.

Ernährung ist auch immer eine subjektive Sache. Wer bestimmt was gesund und ungesund ist? Forschungsergebnisse fluktuieren von einer Meinung zu einer anderen. Es muss unbedingt die intuitive Körperweisheit berücksichtigt und miteinbezogen werden.

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