• Von: Stadt Straelen, Thomas Linßen mehr
  • An: Bureau Energieprojecten
  • Region: Deutschland
    Kategorie: Umwelt mehr
  • Status: Die Petition ist bereit zur Übergabe
  • Zeichnung beendet
  • 1.067 Unterstützer
    Sammlung abgeschlossen

Einspruch der Stadt Straelen gegen Fracking in Grenznähe

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Nachfolgendes Schreiben wurde vom Bürgermeister der Stadt Straelen versandt an das

Bureau Energieprojecten
Inspraakpunt Conceptnotitie Structuurvisie Schaliegas
Postbus 23
2290 AA Wateringen
Niederlande:

Strukturvision Schiefergas
Einspruch gegen die Nutzung von unkonventionellem Erdgas

Sehr geehrte Damen und Herren,
hiermit nimmt die Stadt Straelen Stellung zu der von Ihnen beabsichtigten Durchführung der Structuurvisie Schaliegas.
Die Aufsuchung und Gewinnung von Schiefergas in grenznahen Gebieten zu Deutschland und insbesondere zu unserer Kommune lehnen wir ab.
Wie auch schon vom Sachverständigenrat für Umweltfragen in seiner Stellungnahme Nr. 18 vom Mai 2013 dargelegt hat, verbleiben „ nach
dem derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstand...wesentliche offene Fragen hinsichtlich der mit dem Hydraulic-Fracturing-Verfahren (Fracking) verbundenen Risiken". Begründung:
1. Gefährdung des Grund- und Trinkwassers
Der Einsatz von zum Teil toxischen, umweltgefährdenden Stoffen führt zu unvertretbaren und nicht beherrschbaren Risiken. Die Trinkwassergewinnung der Stadt Straelen liegt im grenznahen Bereich zu den Niederlanden und wäre somit den deutlichen Risiken durch die eingesetzten Frackfluide ausgesetzt.
2. Entsorgung des Flowbacks
Das Flowback enthält trotz Aufbereitung hohe Gehalte an kritischen Stoffen wie Arsen, natürliche radioaktive Stoffe, Kohlenwasserstoffe, Salze etc. Eine Verpressung des Flowbacks in den Untergrund birgt verschärfte Risiken der Kontamination von Boden und Wasser. Die Versorgungssicherheit für die Trinkwasserversorgung in Straelen wäre auch durch dieses Verfahren im höchsten Maße gefährdet.
3. Unfallrisiken
Ausgelöst durch Bohrungen und Verpressungen kann es zu Unfallrisiken, insbesondere auch zu kleineren Erdbeben kommen. Auch die Langzeitsicherheit der Förderrohre und Abdichtungen ist fraglich und birgt Risiken der Grundwasserverunreinigung.
4. Eingriff in den Naturhaushalt
Die Schiefergasförderung ist mit einer Flächeninanspruchnahme, hohem Wasserverbrauch und Eingriffen in den Naturhaushalt mit entsprechenden Wirkungen auf die Biodiversität verbunden.
5. Klimaschutz
In der Bundesrepublik Deutschland tragen die erneuerbaren Energien derzeit mit einem Anteil von 13 % an der Endenergiebereitstellung bei. Ca. 145 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente Treibhausgas konnten damit vermieden werden. In den Niederlanden beträgt der Anteil erneuerbarer Energien an der Gesamtenergiebereitstellung 4,5 %. Das EU-Klimaschutzziel 20 Prozent Anteil Erneuerbarer bis zum Jahr 2020, scheint nach derzeitigem Stand für die Niederlande nur schwer erreichbar.
Die Stadt Straelen vertritt die Auffassung, dass bevor klimawirksame Energiequellen mit höchstem Risiko für die Umwelt erschlossen werden, vorrangig die umweltverträglichen und nachhaltigen Potentiale der Energieerzeugung ausgeschöpft werden sollten. Mit den Beschlüssen vom 20.03.2012 und 27.09.2012 hat sich der Rat der Stadt Straelen grundsätzlich gegen die Schiefergasgewinnung durch Fracking in Deutschland ausgesprochen und seine Ablehnung des Verfahrens deutlich zum Ausdruck gebracht. Diese Ablehnung bezieht sich selbstverständlich auch auf die Schiefergasgewinnung in
grenznahen Bereichen.
In Erwartung Ihrer Stellungnahme verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen

Hans-Josef Linßen

Bürgermeister

Begründung:

Die Gasgewinnung in der unkonventionellen Form des Hydraulic-Fracturing-Verfahrens (Fracking) birgt viele Risiken.
Dazu gehören vor allem Belastungen des Grund- und Trinkwassers, der hohe Flächenverbrauch und die Zerstörung von Natur- und Landschaft.

In Deutschland besteht ein breiter politischer Konsens gegen jegliche Frackingversuche. Nun werden Frackingversuche in den Niederlanden angestrebt, die aber auch unsere Region betreffen: Grundwasserströme machen auch nicht an Grenzen halt.

Um diesen Gefahren vorzubeugen, wollen wir mit Ihnen gemeinsam Einspruch gegen die Pläne in den Niederlanden erheben.

Im Namen aller Unterzeichner/innen.

Straelen, 25.06.2014 (aktiv bis 22.07.2014)


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PRO: Es ist unglaublich, wie jetzt auch Frau Hendricks und Herr Gabriel mit unserem Wichtigsten umgehen, was wir haben. Die Verbotsgrenze von 3000 Meter geht ins Leere, weil die Vorkommen auch unter 300 Meter liegen. Vor allem in unserer Region! Jede gesetzlich ...

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