Region: Bavaria
Health

Eltern fordern Übergangslösung für Sozialpädiatrisches Zentrum in Augsburg

Petition is directed to
Petitionsausschuss des Bayerischen Landtags
2.509 Supporters 2.230 in Bavaria
9% from 24.000 for quorum
  1. Launched January 2021
  2. Time remaining 13 days
  3. Submission
  4. Dialog with recipient
  5. Decision
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Am 16.12.2020 entschied der „Zulassungsausschuss Ärzte Schwaben‟, dass das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) in Augsburg für die nächsten Jahre nicht mehr an das „Hessing Förderzentrum für Kinder und Jugendliche (HFZ)‟, sondern an die KJF Klinik Josefinum vergeben werden soll. Dies solle bereits gut zwei Wochen nach der Entscheidung mit Wirkung zum 01.01.2021 geschehen.

Eine so kurzfristige Umstellung, vor allem während der Corona-Pandemie, ist eine untragbare Härte für die betroffenen rund 1.200 Kinder, Jugendlichen und deren Familien, die zum Teil schon über viele Jahre eine enge Vertrauensbeziehung mit ihren Therapeut:innen aufgebaut haben. 

Im Sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) behandelt das HFZ ambulant seit 2012 Kinder und Jugendliche von 0 – 18 Jahren unter Einbeziehung ihrer Familien. Das Einzugsgebiet erstreckt sich weit über Augsburg hinaus. Familien bis aus Ulm, Memmingen, München etc. nehmen die Behandlungen/Therapien in Anspruch. Einige Familien haben sogar ihren Wohnort in die Nähe verlegt, um eine bestmögliche Behandlung und Therapie ihrer Kinder zu ermöglichen. 

Grundlage für die Vorstellung im SPZ ist eine drohende oder vorliegende Erkrankung, Entwicklungsstörung oder Behinderung. Diese kann wegen der Art, Schwere oder Dauer nicht ausschließlich von niedergelassenen Ärzten, Therapeuten oder Frühförderstellen behandelt werden (§119 SGB V). Die damalige Zulassung erfolgte nach §96 SGB V. Die Untersuchungsergebnisse und Therapien werden vom SPZ-Team interdisziplinär, in gemeinsamen Besprechungen, diskutiert. Dies ist ein wesentliches Merkmal eines SPZ. Es besteht außerdem eine enge Vernetzung mit anderen Einrichtungen (z.B. niedergelassenen Ärzte, Kinderkliniken, Frühförderstellen, Kindergärten, Schulen).

Die Schließung des SPZ am Hessing Förderzentrum und die Ermächtigung zur Teilnahme an der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung als Sozialpädiatrisches Zentrum durch das Josefinum der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg sollte, um mindestens sechs Monate, verschoben werden, damit eine für die Betroffenen wichtige kontinuierliche Therapie gewährleistet werden kann und die Familien die entsprechenden neuen Abläufe in einer Übergangsphase sinnvoll organisieren können. 

Die Entscheidung des Zulassungsausschusses sollte überprüft werden. Es ist aus unserer Sicht mehr als fragwürdig, ob in Anbetracht der sofortigen Vollziehbarkeit das Wohl der betreuten Kinder und Jugendlichen ausreichend berücksichtigt wurde. 

Die Petition richtet sich gegen die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) und den Berufungsausschuss für Ärzte Bayern, im Besonderen den Zulassungsausschuss Ärzte Schwaben. 

Reason

Eine so kurzfristige Ermächtigung eines neuen Trägers, vor allem unter den erschwerten Bedingungen während der Corona-Pandemie, ist eine untragbare Härte für die betroffenen rund 1.200 Kinder, Jugendlichen und ihre Familien, die zum Teil schon über viele Jahre eine Vertrauensbeziehung mit ihren Ärzt:innen und Therapeut:innen am Hessing Förderzentrum aufgebaut haben. Hierbei handelt es sich oft um Kinder mit sehr komplexen Krankheitsbildern, die neben körperlichen  Herausforderungen häufig auch starke psychische Leiden haben. Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, langfristig bestehende und bewährte Therapiebeziehungen, die durch langjährigen Kontakt aufgebaut wurden, abzubrechen. Ein großer Teil der Kinder, Jugendlichen und deren Familien im SPZ hat Trauma- oder auch Fluchterfahrungen, hier ist ein erneuter Aufbau von Vertrauensverhältnissen kompliziert und unter Umständen therapieschädigend. Ein sensibler Umgang ist hier besonders angezeigt.

Langfristige Therapieprozesse, die oft seit längerer Zeit laufen, werden ohne Übergangszeit und Möglichkeiten zur Übergabe abgebrochen. Untersuchungs- und Therapietermine, die jetzt stattfinden sollten, mussten abgesagt werden. Eltern berichteten uns, dass es bisher noch keine konkreten Terminmöglichkeiten beim neuen Träger gegeben habe. Diese Hinweise und auch die Tatsache, dass das Josefinum der KJF zum Datum  vom 07.01.2021 sieben offene Stellenanzeigen für das neue SPZ auf seiner Homepage veröffentlicht hat, deuten für uns als Elternvertretung darauf hin, dass hier eine nahtlose Übernahme, wie sie eigentlich von der KJF versprochen wurde, nicht gewährleistet ist.

Weiterhin sind von dieser schnellen Verschiebung ca. 15 Mitarbeiter:innen im SPZ der Hessing Stiftung betroffen, deren berufliche Zukunft im Moment komplett offen ist. Auch in diesem Zusammenhang ist die Entscheidung des Zulassungsausschusses aus unserer Sicht sehr fraglich. Warum sollte ein laufendes Zentrum mit einer sehr hohen medizinisch-therapeutischen Expertise, einem intakten Team und eingespielten Abläufen  ohne irgendwelche Hinweise auf Mängel oder  Fehlverhalten innerhalb von kürzester Zeit geschlossen werden? Besonders verwundert die Entscheidung auch vor dem Hintergrund, dass noch am 30.11.2020 die KVB in einer schriftlichen Stellungnahme die Fortführung des SPZ der Hessing Stiftung ausdrücklich empfohlen hat. 

Als Elternbeirat am Hessing Förderzentrum fordern wir die Mitglieder des Bayerischen Landtags auf, diese Entscheidung schnell zu prüfen, um den Kindern und Jugendlichen, ihren Familien und auch den betroffenen Mitarbeiter:innen am Hessing Förderzentrum etwas Sicherheit in diesen herausfordernden Zeiten zu geben.

Weiter bitten wir auch darum, die Entscheidung als solche noch einmal inhaltlich zu prüfen, da die Art und Weise, vor allem die Kurzfristigkeit und die Tatsache, dass die Entscheidung bisher nicht begründet wurde, bei uns viele Fragen aufwirft. Wir zweifeln daran, dass sich das Entscheidungs-Gremium der Folgen seiner Entscheidung bewusst war.  

Wir regen außerdem dringend eine Überprüfung an, ob angesichts des bereits eingetretenen und des prognostizierten Bevölkerungswachstums der Stadt Augsburg, sowie des großen Einzugsgebiets weit über die Stadtgrenzen hinaus, in Augsburg der Bedarf für zwei Sozialpädiatrische Zentren gegeben ist. Die Kosten einer frühen Intervention sind um ein Vielfaches geringer als die Kosten, die durch eine solche Maßnahme vermieden werden. Zudem ist der Bedarf an einer interdisziplinären Behandlung in SPZ – auch in Augsburg – in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen (Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/55459/Sozialpaediatrische-Zentren-Bei-Entwicklungsstoerungen-im-Kindesalter-bewaehrt).

Bisher konnten noch keine Rechtsbehelfe angestrebt werden, da bis heute noch keine inhaltliche Begründung vorliegt.

Weitere Informationen:

https://www.hessing-foerderzentrum.de/

Thank you for your support, Dr. Christine Lüdke from Augsburg
Question to the initiator

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News

Die Entscheidung des Zulassungsausschusses dient in keiner Weise dem Patientenwohl. Sie entbehrt aus jeder medizinischen Grundlage und wird auf dem Rücken der Schwächsten unserer Gesellschaft, den behinderten Kindern und deren Familien, ausgetragen. Gerade diese Menschen verdienen unseren besonderen Schutz und nicht, dass ihnen dieser durch eine solche Maßnahme entzogen wird. Die Konsequenz, die diese Entscheidung für die einzelnen Betroffenen hat, wurde nicht erkannt oder nicht beachtet.

No CONTRA argument yet.

Why people sign

  • 3 days ago

    We need the spz hessing

  • on 22 Aug 2021

    Ich arbeite im Fritz Felsenstein Haus und somit bin ich mit der Hessing Klinik verbunden.

  • Not public Gersthofen

    on 28 Jul 2021

    Für alle Kinder mit Defiziten in Scwaben

  • on 12 Jul 2021

    Es geht um das Wohl unserer Kinder!

  • on 05 Jul 2021

    Meine Tochter war vor längerer Zeit im Hessing-Förderzenrum in der Frühförderung und ihre Integration in einer Kindertagesstätte wurde fachlich von Hessing begleitet. Von daher weiß ich, wie wichtig es ist, dass Kinder und Eltern über lange Zeiträume feste Bezugspersonen haben. Nur so entsteht ein Vertrauensverhältnis und die Fachkräfte können Fortschritte in der Entwicklung beobachten, feststellen und anpassen. Eltern müssen überdies die freie Wahl haben, wo sie ihr Kind fördern lassen möchten. Zudem kann eine Einrichtung, die sich personell, baulich und fachlich über viele Jahre entwickelt hat, nicht einfach zur Aufgabe gezwungen werden, und das praktisch von einem Tag auf den anderen - was für eine Verschwendung von Ressourcen. Warum kann es nicht mehrere Anbieter geben? Dann können sich die Eltern entscheiden, wo sie sich mit ihrem Kind besser aufgehoben fühlen. Auf jeden Fall müssen die Kinder, die von Hesing bereits betreut werden, dort auch bleiben können!

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