Petition addressed to:
Oberbürgermeister Sören Link
Die Stadt Duisburg plant im Rahmen des Bebauungsplans 1233 "Zeche Fritz" das bislang unbebaute Gebiet der ehemaligen Zeche Fritz in Rumeln-Kaldenhausen zwischen Eurobausiedlung, Rathausallee und Nedleburg großflächig als neues Wohngebiet auszuweisen und eine massive Bebauung dieses Bereichs mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, aber ggf. auch mit einer Schule und/oder Kita, zuzulassen. Die Rede ist von ggf. bis zu 500 neuen Wohneinheiten!
Im bisherigen Verlauf dieser Planungen fanden bis zum heutigen Tag auch zwei Veranstaltungen (sog. Ideenwerkstätten) im Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Bürgerbeteiligung statt. Hier wurden die Planungen den interessierten Bürgern vorgestellt und die Bürger vermeintlich angeregt eigene Ideen in die Planungen einfließen zu lassen. Im Nachhinein muss man aber feststellen, dass die von den Bürgern eingebrachten Vorschläge so gut wie keine Berücksichtigung fanden. Dieses Nicht-Anhören und die Tatsache, dass selbst der überwiegende Teil der Lokalpolitiker die geplante Bebauung entweder in Gänze oder zumindest in Teilen befürworten, hat am Ende dazu geführt, dass sich viele Bürger in der Bürgerinitiative Zeche Fritz Rumeln zusammengefunden haben. Die Initiative wurde von Udo Bremekamp, selbst wohnhaft in Rumeln-Kaldenhausen, gegründet. Gemeinsam wollen wir vor Ort, aber auch mit dieser Petition, gegen die Durchsetzung des Bebauungsplans 1233 kämpfen und diesen grundsätzlich und in Gänze verhindern!
Reason
Die Petition bzw. das Unterzeichnen dieser Petition ist aus unserer Sicht insbesondere aus folgenden Gründen wichtig:
- Natur-, Umwelt- und Artenschutz: Das brach liegende Gelände ist unserer Meinung nach ein über viele Jahrzehnte gewachsenes Ökosystem und Biotop, in dem sich artenreiche Bestände von heimischen/ indigenen Pflanzen, Tieren und Insekten befinden, welche es zu schützen gilt. Ein so massiver Eingriff in einen natürlichen Lebensraum muss unserer Meinung nach verhindert werden!
- Klimaschutz: Das für die Bebauung vorgesehene Gebiet erfüllt wichtige Funktionen im Zusammenhang mit dem immer wichtiger werdenden Klimaschutz. Mitten im Herzen des Ortes dient es als wichtige Frischluftschneise, sorgt für frischen Sauerstoff, die Bäume sorgen im Sommer für Schatten und Abkühlung und es hilft einen weiteren Anstieg der sommerlichen Temperaturen im gesamten Ort zu reduzieren!
- Verkehr: Rumeln-Kaldenhausen hat bereits jetzt was den Verkehr betrifft aus unserer Sicht seine maximalen Auslastung erreicht! Bei einer Bebauung von bis zu 500 Wohneinheiten wäre eine Mehrbelastung von bis zu 1.000 Fahrzeugbewegungen sowohl morgens wie auch abends zu erwarten. Dabei wären Liefer- und Busverkehre überhaupt noch nicht eingerechnet. Hinzu kommt eine mögliche Mehrbelastung durch den geplanten Surfpark in Krefeld, dessen An- und Abreiseverkehr ebenfalls durch unseren Stadtteil führen soll und die Situation auf den Straßen nochmals verschärfen würde!
- Flächenversiegelung/Starkregen/Entwässerung: Einhergehend mit der geplanten Bebauung, würde die riesige Flächenversiegelung dieses Bereichs, die Gefährdung der umliegenden, bereits existierenden Wohnbebauung, massiv erhöhen. Bereits jetzt schon gibt es im Umfeld des ehemaligen Zechengeländes Bereiche, die als extrem gefährdet bei Starkregenereignissen gelten. Darüber hinaus sehen wir es als nicht sichergestellt an, dass entsprechende Vorkehrungen zum Schutz der umliegenden Gebiete getroffen werden bzw. zweifeln an, dass die existierende, bereits jetzt an ihre Grenzen kommende Kanalisation, das zusätzlich durch die Flächenversiegelung aufkommende Regenwasser auch aufnehmen kann!
- Geologische Risiken und Baugrund: Der Untergrund ehemaliger Zechengelände ist oftmals durchlöchert wie ein „Schweizer Käse“! Deswegen besteht auch noch viele Jahre bzw. Jahrzehnte nach einer Stilllegung die Gefahr von Bergsenkungen, Tagesbrüchen und Schieflagen/Rissen. Darüber hinaus existieren wasserwirtschaftliche Gefahren, wie z.B. durch aufsteigendes Grubenwasser und/oder Veränderungen des Grundwasserspiegels (Trinkwasserschutzgebiet Rumeln!). Ebenfalls finden sich auf diesen Geländen oftmals Altlasten und Emissionen und auch die Gefahr von austretenden Grubengasen wie Methan können nicht abschließend ausgeschlossen werden. Vor diesem Hintergrund müssten, unserer Meinung nach, zunächst einmal umfangreiche geologische Prüfungen und ein entsprechendes geologisches Gutachten erstellt werden, um die benannten Gefahren auszuschließen, bevor man sich überhaupt gedanklich mit einer Bebauung befasst. Unserem Kenntnisstand nach, gibt es ein solches geologisches Gutachten bis zum heutigen Tag nicht!
Dies sind nur einige und die wichtigsten Gründe, die gegen eine Bebauung dieses Geländes sprechen. Wer weitere Informationen zu unserer Bürgerinitiative benötigt oder ggf. Interesse an einer Mitarbeit in oder Unterstützung der BI hat, wendet sich bitte per Email an bi@zeche-fritz-rumeln.de. Weitere Informationen werden zu gegebener Zeit auf der Webseite der BI unter https://zeche-fritz-rumeln.de/ nachgereicht.
Da es um meine Heimat geht und es schön ist wie es ist