Der beruflichen Pflege kommt in mehrerlei Hinsicht eine bedeutende Rolle bei der Bewältigung zukünftiger Herausforderungen in unserer Gesellschaft zu: durch den demografischen Wandel werden auch in Mecklenburg-Vorpommern immer mehr ältere Menschen einer immer kleineren Zahl jüngerer Menschen gegenüber stehen. Es wird mehr Pflegebedarfe geben und weniger Menschen, die diese Bedarfe abdecken können.

Um die Qualität der pflegerischen Versorgung zu gewährleisten, ist die Beteiligung der Berufsgruppe Pflege an allen Entscheidungen in diesem Versorgungsbereich unabdingbar. Das gilt sowohl für die Pflege in Krankenhäusern, als auch in der ambulanten und stationären Versorgung und den Aus- und Weiterbildungseinrichtungen. Zu der aktuellen Arbeitsrealität der beruflich Pflegenden hat in erheblichem Maße beigetragen, dass die Berufsgruppe der Pflegenden an den sie betreffenden Entscheidungen nicht beteiligt ist. Qualität der Pflege wird von Politik, Leistungserbringern und Kostenträgern definiert – die Umsetzung unter oft mehr als erschwerten Bedingungen den Mitarbeitern in den Einrichtungen in die Hand gelegt. Am gesamten Prozess der Definition von Qualität sind Pflegende kaum bis gar nicht beteiligt. Das hat dazu geführt, dass Pflegende in ihrem beruflichen Tun heute deutlich unter ihren Möglichkeiten bleiben müssen und eher davon geleitet werden, zu tun was gerade noch zu vertreten ist.

Mit der Errichtung einer Pflegekammer wird die berufliche Pflege in die Lage versetzt, zentrale Inhalte beruflicher Pflege eigenverantwortloich zu definieren. Pflegende erfahren so die Wertschätzung und Anerkennung, die sie seit Jahren einfordern. Das trägt zur Attraktivitätssteigerung des Pflegeberufes bei. Davon profitieren vor allem Patientinnen und Patienten und Bewohnerinnen und Bewohner. Die Pflegekammer wird dazu beitragen, die Qualität der Versorgung zu verbessern, in dem sie Standards formuliert, auf die sich beruflich Pflegende beziehen können. Die Pflegekammer wird sich zudem an entscheidender Stelle einbringen und als Anwalt der Pflege und der Leistungsempfänger auftreten.

Uns Pflegenden ist bewusst, dass mit der Errichtung einer Pflegekammer der Pflegenotstand noch nicht beseitigt ist – aber die berufliche Pflege war auch nicht an der Entstehung des Notstandes beteiligt. Mit Blick auf die derzeitige Situation und die zukünftigen Herausforderungen ist es aus unserer Sicht jedoch zwingen notwendig, die beruflich Pflegenden - und nicht nur die Arbeitgeber- und Trägervertreter - aktiv in die Weiterentwicklung des Gesundheits- und Pflegesystems in inserem Land einzubinden.

Mit dieser Petition wollen wir erreichen, dass sich die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns ernsthaft mit der Errichtung einer Pflegekammer in unserem Land auseinandersetzt und so ihren Teil dazu beiträgt, die berufliche Pflege in Mecklenburg-Vorpommern zukunftssicher zu machen. Wir wollen jetzt die Diskussion über die Selbstverwaltung der Pflege, wie sie in Rheinland-Pfalz bereits beschlossen ist und in Niedersachsen und Schleswig-Holstein vorbereitet wird.

Da die Pflegekammer über die Vertretung die beruflichen Belange der Profession „Pflege“ vor allem die Versorgungsqualität der Pflege im Fokus hat, sind nicht nur alle berufliche Pflegenden sondern alle Bewohnerinnen und Bewohner in Mecklenburg-Vorpommern aufgerufen, diese Petition zu zeichnen und sich damit für eine hohe Qualität der beruflichen Pflege zu engagieren.

Begründung

Die Pflegekammer reguliert den Pflegeberuf im Sinne einer Selbstverwaltung. Es ist die Aufgabe einer Kammer, berufliche Richtlinien und Vorschriften zu erlassen, die für die beruflich Pflegenden verbindlich sind. Kammern überwachen also den Berufsstand, schaffen durch die Verbindlichkeit zudem auch Sicherheit, auf die sich Pflegende berufen können und die den Pflegeempfängern nützt..

Die Pflegekammer ist ein Instrument, die Menschen vor unsachgemäßer Pflege zu schützen – der Gesetzgeber kann der Pflegekammer die Aufgabe übertragen, dafür zu sorgen, diesen Schutz auch umzusetzen..

Welche Aufgaben nimmt eine Pflegekammer wahr?

Eigenständige Regelung des pflegerischen Handelns - Festlegung einer Berufsordnung - Entwicklung von ethischen Standards - Definition und Aktualisierung der Qualitätsstandards - Information der Mitglieder

Unterstützung im Arbeitsalltag - Beratung in pflegefachlichen Fragen - Beratung bei ethischen Fragestellungen - Unterstützung bei Problemen der Berufsausübung

Allgemeine Rechtsberatung - Beratung zu berufsfachlichen und kammerrechtlichen Fragen - Schutz- und Schiedsstelle die sich um Beschwerden kümmert

Organisation der Fort- und Weiterbildungen - Entwicklung qualifizierter Weiterbildungen - Erstellung der Weiterbildungsordnung - Förderung qualifizierter Fortbildungen

Berufspolitische Aktivitäten - Einflussnahme auf berufspolitische Entwicklungen - Mitarbeit bei pflegerelevanten Gesetzen und Verordnungen - Kooperation mit anderen Gesundheitsberufen und Institutionen - Einbindung der Mitglieder - Enge Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern im Gesundheitswesen

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Friedrich Eydam aus Greifswald
Frage an den Initiator

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,
    der Petent oder die Petentin hat innerhalb der letzten 12 Monate nach dem Einreichen der Petition keine Neuigkeiten erstellt und den Status nicht geändert. openPetition geht davon aus, dass der Petitionsempfänger nicht reagiert hat.

    Wir bedanken uns herzlich für Ihr Engagement und die Unterstützung,
    Ihr openPetition-Team

  • Die Petition wurde per eMail an den Petitionsausschuss des Landtages eingereicht. Zusätzlich soll sie in gedruckter Form am 17.08.2016 bei einer Veranstaltung (Pflegeempfang) der SPD-Landtagskandidatin Dr. Heike Carstensen in Stralsund an den Ministerpräsidenten des Landes MV, Herrn Sellering übergeben werden.

Pro

Noch kein PRO Argument.

Contra

hier werden nur von leuten pro argumente geschrieben die wahrscheinlich führungs- oder bürokräfte sind. die selben menschen die es jahrelang nicht geschafft haben in der pflege etwas zu ändern, die sitzen jetzt in der kammer und bekommen für ihre dummheiten auch noch geld. demokratie von wegen, eine große stimme ist klar. gleichschaltung der meinung wohl eher. in einer kammer müssen die obrigkeiten übrigens nicht zwingend im sinne der arbeitergeber handeln. da gibt es keine gesetzliche pflicht.