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Faire Wettbewerbsbedingungen im Friseurhandwerk – Reform der Kleinunternehmerregelung

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Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

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Petition addressed to: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Die Wettbewerbsverzerrung wurde 2012 politisch verkannt – und durch eine bis heute bestehende Ungleichbehandlung massiv verschärft.

Bereits 2012 wurde von mir im Rahmen der Petition „Der faire Salon“ auf die strukturellen Wettbewerbsverzerrungen im Friseurhandwerk hingewiesen. Die damalige politische Antwort lautete, es müsse jedem Unternehmer freistehen, welchen Umsatz er erzielen wolle. Eine Wettbewerbsverzerrung sei nicht erkennbar.
https://www.handwerksblatt.de/betriebsfuehrung/kleinunternehmerregelung-aufstand-der-friseure

Diese Aussage ignoriert grundlegende betriebswirtschaftliche Prinzipien: Ein Unternehmen muss eine Gewinnerzielungsabsicht haben. Wird dauerhaft unterhalb der Gewinnschwelle gearbeitet, handelt es sich nicht um freie unternehmerische Entscheidung, sondern um ein strukturell defizitäres Geschäftsmodell, das häufig durch staatliche Leistungen wie Grundsicherung oder Aufstockung kompensiert wird.

Die Politik hat damit die reale Wettbewerbsverzerrung durch dauerhaft umsatzsteuerbefreite Kleinstunternehmen nicht erkannt.
Diese Betriebe arbeiten oft mit extrem niedrigen Preisen, können weder Rücklagen bilden noch Weiterbildung finanzieren und tragen so ungewollt zur Preiserosion und zur Schwächung des gesamten Berufsstandes bei.

Trotz Zusagen sich dieser Problematik anzunehmen ist hier nichts passiert.
Wir kontaktierten:
Bundesfinanzministerium für Finanzen
https://friseur-news.de/friseurbranche/branchen-news/antwort-aus-dem-finanzministerium

FDP CDU SPD
https://friseur-news.de/friseurbranche/branchen-news/die-ersten-antworten

Finanzminister Olaf Scholz
https://friseur-news.de/friseurbranche/branchen-news/kurskorrektur-erforderlich
https://friseur-news.de/friseurbranche/branchen-news/nach-drei-monaten

Reason

Ungleichbehandlung durch extrem unterschiedliche Prüfquoten
Zusätzlich besteht eine gravierende Ungleichbehandlung in der steuerlichen Kontrolle:

  • Kleinstunternehmen werden laut Finanzverwaltungsdaten nur in 0,5 – 1 % der Fälle geprüft.
  • Regulär steuerzahlende Unternehmen hingegen erreichen Prüfquoten von 10 % (Mittelbetriebe) bis 4 % bei als „risikobehaftet“ eingestuften Betrieben.

(Quelle: Copilot)

Diese extreme Differenz bedeutet faktisch:
Dort, wo die Wettbewerbsverzerrung entsteht, wird kaum geprüft – dort, wo korrekt gearbeitet wird, wird massiv geprüft.

Der damalige Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bestätigte mir diese politische Haltung in einem Interview. Er erklärte sinngemäß:

  • man könne Kleinstbetriebe „nicht alle prüfen“,
  • dies sei „unverhältnismäßig“,
  • und zudem „wirtschaftlich nicht zielführend“.

Damit wurde die Ungleichbehandlung nicht nur hingenommen, sondern aktiv verteidigt.
Die Konsequenz: Ein großer Teil der Kleinstbetriebe operiert faktisch außerhalb wirksamer Steuerkontrolle.

Quelle: Interview mit W. Schäuble für "Der faire Salon" und friseur-news.de
https://friseur-news.de/friseurbranche/zahlen-daten-fakten/im-gespraech-mit/dr-wolfgang-schaeuble

Die Folge: Ein strukturell verzerrter Markt, in dem korrekt arbeitende, umsatzsteuerpflichtige Unternehmen systematisch benachteiligt werden – und die Fehlentscheidung von 2012 heute zu einer existenzbedrohenden Lage im Friseurhandwerk geführt hat.

Die Kleinunternehmerregelung führt zu systemischen Marktverzerrungen im Friseurhandwerk
Die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG) ist ursprünglich als Vereinfachung für Nebenerwerbsbetriebe gedacht gewesen. Im Friseurhandwerk wird sie jedoch in großem Umfang von Vollerwerbsbetrieben genutzt, die dauerhaft unter der Umsatzgrenze bleiben, um keine Umsatzsteuer abführen zu müssen.

Das sieht sogar der Zentralverband des Friseurhandwerks so (Seite 16)
https://www.lobbyregister.bundestag.de/media/26/f7/560396/ZV-Branchenbericht_2023_24_final.pdf

Dies führt zu:

  • Preisunterbietung, die für umsatzsteuerpflichtige Betriebe nicht darstellbar ist
  • fehlenden Investitionen in Qualität, Ausbildung und Modernisierung
  • sinkenden Ausbildungszahlen und Fachkräftemangel
  • Verdrängung regulärer Betriebe, die kostendeckend arbeiten müssen

Die Kleinunternehmerregelung ist damit in ihrer heutigen Form nicht mehr zeitgemäß und schadet dem Berufsstand.

Die aktuelle Risikoeinstufung der Finanzämter belastet reguläre Betriebe zusätzlich
Seit 2024/2025 werden Friseurbetriebe als „risikobehaftet“ eingestuft.
https://www.anwalt-suchservice.de/rechtstipps/handwerksrecht_barbershops_friseur-_und_kosmetikstudios_im_visier_des_zolls_risikobranche_seit_01_01_2026_ausweispflicht_razzien_und_die_meisterfrage_28899.html

Dies führt zu:

  • deutlich höheren Prüfquoten
  • zusätzlichem bürokratischem Aufwand
  • steigenden Kosten für Steuerberatung und Dokumentation
  • einer weiteren Verschärfung der Ungleichbehandlung gegenüber Kleinstbetrieben

Während reguläre Betriebe immer stärker kontrolliert werden, bleiben Kleinstbetriebe nahezu unkontrolliert. Dies ist weder gerecht noch wirtschaftlich sinnvoll.

4. Forderungen an den Deutschen Bundestag
Ich fordere den Deutschen Bundestag auf, folgende Maßnahmen zu prüfen und umzusetzen:

a) Reform der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

  • Einführung einer Berufsausnahme für das Friseurhandwerk, sodass Vollerwerbsbetriebe nicht dauerhaft unter die Kleinunternehmerregelung fallen können.
  • oder Absenkung der Umsatzgrenze für handwerkliche Dienstleistungen, um Missbrauch der Regelung zu verhindern.
  • oder verpflichtende Umsatzsteuer für Vollerwerbsbetriebe im Handwerk, um faire Wettbewerbsbedingungen sicherzustellen.
  • Steuerbefreiung zeitlich begrenzen: Die Kleinunternehmerregelung darf nicht dauerhaft genutzt werden, sondern sollte auf eine klar definierte Übergangszeit beschränkt sein (z. B. 24 Monate), um echte Existenzgründungen zu unterstützen, aber langfristige Wettbewerbsverzerrungen zu verhindern.

b) Angleichung der steuerlichen Prüfquoten

  • Mindestprüfquote für Kleinstunternehmen im Dienstleistungsbereich, um die extreme Ungleichbehandlung zu beenden.
  • Einführung eines risikobasierten Modells, das alle Betriebsgrößen berücksichtigt – nicht nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmen.
  • Transparente Veröffentlichung der Prüfquoten nach Branchen, um nachvollziehbare und gerechte Kontrollstrukturen zu schaffen.

c) Stärkung regulärer, umsatzsteuerpflichtiger Betriebe

  • Entlastung durch Bürokratieabbau, insbesondere bei Dokumentationspflichten und Prüfverfahren.
  • Förderung von Ausbildung und Meisterbetrieben, um Qualität und Fachkräftesicherung zu stärken.
  • Maßnahmen gegen Preisunterbietung und Schwarzarbeit, die durch unkontrollierte Kleinstbetriebe begünstigt werden.
  • Absenkung der Umsatzsteuer für ALLE Friseure auf einen einheitlichen, reduzierten Betrag (z. B. 7 %), um faire Preise zu ermöglichen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und die Branche insgesamt zu entlasten.

Petition details

Petition started: 06/30/2026
Collection ends: 12/29/2026
Region: Germany
Topic: Taxes

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News

Why people sign

Weil es eine ungleichbehandlung ist .Betriebe die ausbilden und Mitarbeiter fördern werden bestraft ,während andere legale Schwarzarbeit betreiben dürfen .

Gleiches Recht für alle!

ich schreibe als Friseurin mit Leidenschaft, Erfahrung und großer Sorge um die Zukunft unseres Handwerks.
Ich bin 56 Jahre jung und seit 8 Jahren wieder in einem Angestelltenverhältnis.
6 Jahre bin ich zuvor als Mobile Friseurin tätig gewesen. Nach meiner Ausbildung 1986, war ich 16 Jahre fest in einem top Salon in der Flensburger Innenstadt beschäftigt. Es ist viel in all den Jahren passiert.
Meine Mail ist an viele weitere Menschen gesendet, die etwas bewegen könnten, wenn wir alle zusammen etwas großes im Friseurhandwerk erreichen möchten.
Politik, Verdi, Innung, Verband ect .

Das Friseurhandwerk ist ein kreativer, anspruchsvoller und gesellschaftlich wichtiger Beruf; dennoch erleben viele Friseurinnen und Friseure täglich, dass unsere Arbeit nicht die Anerkennung erhält, die sie verdient. Niedrige Löhne, hohe körperliche und psychische Belastungen, steigender wirtschaftlicher Druck und fehlende Wertschätzung führen dazu, dass immer mehr Fachkräfte den Beruf verlassen.

Deshalb bin ich der festen Überzeugung: Das Friseurhandwerk muss revolutioniert werden!

Wir sind Handwerker — genau wie viele andere Handwerksberufe auch. Der Unterschied ist lediglich: Unser Material sind Haare und der Mensch selbst. Wir arbeiten präzise, kreativ, hygienisch und verantwortungsvoll. Unsere Arbeit stärkt das Wohlbefinden, das Selbstbewusstsein und oft auch die gesellschaftliche Teilhabe unserer Kundinnen und Kunden.

Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten wird deutlich, dass regelmäßige Friseurbesuche für viele Menschen kaum noch bezahlbar sind. Deshalb wäre eine finanzielle steuerliche Absetzbarkeit von Friseurdienstleistungen ein wichtiger und starker Schritt in die richtige Richtung. Dies würde nicht nur Kundinnen und Kunden entlasten, sondern gleichzeitig das legale Friseurhandwerk stärken, Schwarzarbeit entgegenwirken und die Wertschätzung unseres Berufs deutlich erhöhen.

Es kann nicht sein, dass viele handwerkliche Dienstleistungen steuerlich begünstigt werden, unser Beruf jedoch oft unterschätzt wird, obwohl auch wir täglich körperlich und fachlich anspruchsvolle Arbeit leisten.

Darüber hinaus brauchen wir faire Bezahlung, moderne Arbeitsbedingungen, bessere Ausbildungsmodelle, Arbeitskleidung, die bezahlt wird , Gesundheitsförderung und mehr gesellschaftliche Anerkennung. Qualität und Fachwissen dürfen nicht länger unter Wert verkauft werden!

Es ist Zeit, alte Strukturen zu überdenken und mutige Veränderungen zuzulassen. Das Friseurhand

Ich bin selber betroffen, so langsam muss etwas passieren.

Gleichberechtigung !!

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