Das in der Lehramtsausbildung neu angesetzte Praxissemester, das für das zweite Mastersemester vorgesehen ist, ist ein wesentlicher Abschnitt in der Ausbildung von guten Lehrerinnen und Lehrern.

Jedoch gibt es derzeit keine finanzielle Unterstützung für die Studierenden in diesem Ausbildungsabschnitt. Dies ist jedoch aus folgenden Gründen nötig:

  1. Die Studierenden sind in dieser Phase 4 Tage die Woche an der Schule, den 5. Wochentag füllt die theoretische Begleitung an der Universität, bzw. dem ZfsL. Das Wochenende bietet Raum für die Aufarbeitung der theoretischen Inhalte und der Unterrichtsvorbereitung. Aus diesem Grund können die Studierenden keiner Nebenbeschäftigung nachgehen, falls sie dieses doch tun, leidet die Qualität des Praxissemesters.

    1. Aufgrund der zentralen Platzvergabe gibt es für die Studierenden keine Garantie, einer Schule in Wohnortsnähe zugeteilt zu werden, weshalb erhebliche Mehrkosten auf sie zukommen, beispielsweise durch einen Wohnortswechsel oder die Anschaffung und Unterhaltung eines Fahrzeuges. Diese entstehen, da dörflich gelegene Schulen mit dem ÖPNV nicht zu Schulbeginn zu erreichen sind.

Nochmal zusammengefasst: Nebeneinkünfte fallen weg, Mehrkosten können in vielen Fällen entstehen. Dies bedeutet ein Minus bei den Einnahmen und ein Plus auf der Ausgabenseite, also eine doppelte Mehrbelastung gegen die man etwas unternehmen muss!

Die Unterstützung soll in Form einer Aufwandsentschädigung erfolgen.

Dieser Betrag soll auch rückwirkend an die Studierenden ausgezahlt werden, die das Praxissemesters schon absolviert haben, um damit aufgenommene (Studien-)Kredite abzubezahlen oder entstandene Mehrkosten auszugleichen.

Zur ausführlichen Zusammensetzung des Praxissemesters empfehle ich folgenden Link: www.dokoll.tu-dortmund.de/cms/de/praxis/praktika/labg2009/ps/index.html

Begründung

Durch die Unterstützung dieser Petition werden nicht nur die betroffenen Studierenden unterstützt. Gleichfalls wird die Qualität des Praxissemester und somit die der zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer angehoben. Deshalb geht diese Petition jeden, der eine gute Bildung für die zukünftigen Generationen möchte etwas an.

Gleichfalls leisten die Studierenden während dieser Phase mit einem Satz von 70 Pflichtunterrichtsstunden einen entscheidenden Beitrag zur Bildung der Schülerinnen und Schüler, dieser Leistung sollte Anerkennung entgegengebracht werden.

Die Bedeutung der praktischen Ausbildung ist enorm! So wurde auf die Kürzung der Referendariatszeit mit einem Praxissemester reagiert. Es kann aber nicht sein, dass dieses ohne finanzielle Unterstützung bleibt! Da wird einfach die bezahlte Ausbildung verkürzt und mehr unbezahlte Praxis ins Studium integriert. So etwas gibt es in keinem anderen Berufsbild!

Zu weiteren Informationen um die Kürzung der Referendariats Zeit empfehle ich folgenden Artikel:

www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/verkuerztes-referendariat-angehende-lehrer-leiden-unter-stress-a-826861.html

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Liebe Leute,
    wie schon in der vorherigen Nachricht zur Übergabe geschrieben wird es keine finanzielle Unterstützung geben. Auch wenn wir unser Ziel nicht erreicht haben, so konnten wir dennoch auf die Bedürfnisse und Ängste der Studierenden aufmerksam machen. Für die ersten Durchgänge wird dieses nur geringen Nutzen haben, die Evaluation dieser Durchgänge wird dann zeigen wie es mit dem Praxissemester weitergeht.

    Björn

  • Guten Abend zusammen,

    am Mittwoch habe ich die Petition gemeinsam mit Dorothee Niemöller; Marek Drulla; Simon Blumenröhr; Mustafa Bilgin; Jaqueline Wefers und Nils Willscheid an Herrn Wehrhöfer und Dr. Cursiefen übergeben. Jacky von der Uni Münster und ich haben jeweils ein Statement zu dem Gespräch verfasst, die anderen Ergebnisse des Gesprächs liegen ebenfalls hier bei. Wer das Foto der Übergabe sehen möchte, oder noch Fragen hat, macht dieses am besten über die Facebookgruppe zur Petition, dort sind alle, die sich auch über die Unterschrift hinaus engagiert haben, erreichbar. (www.facebook.com/groups/703457699676537/) Liebe Grüße Björn

    Jaqueline Wefers: Nochmal als persönliches Statement: Ich war als Vertreter der Fachschaft Lehramt GHR der WWU zufrieden mit dem Gespräch. Ich finde nämlich dass uns Studis mehr damit geholfen ist, wenn wir ein Praxissemester haben, dass in einem angemessenen Rahmen stattfindet, kein unschaffbarer Auffand, zuviele Leistungen, zuviel Druck etc. Und eben, dass die Verteilung so läuft, dass wir uns erst gar kein Auto/Zweitwohnung wie auch immer besorgen müssen. Denn wenn alles gut strukturiert ist, braucht man theoretisch keine Aufwandsentschädigung. Ich hatte das Gefühl, dass Herr Wehrhöfer sich dessen bewusst ist und offen für unsere Anregungen und Verbesserungswünsche zum Praxissemester war. Das wir jetzt die ersten sind oder waren auf die das Ganze zukommt, ist natürlich für uns nicht ganz so praktisch, aber so ist das ja oft im Leben. Erster Jahrgang Zentralabitur, erster Jahrgang G8, erster Studiengang Bachelor/Master im Lehramt und jetzt eben erster Jahrgang neues LABG inklusive Praxissemester.

    Björn Kaminski: Ich habe während und auch nach dem Gespräch das Gefühl gehabt, das man im Ministerium gerne mit den Studierenden zusammenarbeiten möchte, um das Praxissemester zu optimieren. Jedoch wurden den Studierenden keine Zugeständnisse gemacht, sondern nur betont, wie viel diese leisten würden und das sie sich über Studium und Job hinaus noch Hochschulpolitisch(und damit meine ich auch ASTA und Fachschaften) einsetzen sollten. Damit wurde besonders den Anwesenden viel „Honig um den Mund geschmiert“, für diejenigen die zu Hause bleiben mussten, weil sie durch ihre Arbeit zum Broterwerb verhindert waren, gab es meines Erachtens keinen wirklichen Erfolg zu verzeichnen. Die nachfolgenden Jahrgänge werden von der intensiven Evaluierung und dem Austausch der Studierenden und Offiziellen in den ersten Durchgängen profitieren. Für diejenigen, die zu diesen ersten Durchgängen gehören, gab es aber nichts, außer die Aussicht, dass es den Nachfolgenden besser ergehen soll und die beruhigenden Worte, das man nicht von einem Worstcase Szenario ausgehen soll, sondern am Ende höchstwahrscheinlich seine Wunschschule oder eine in der Nähe erhält . Als Fachschaft oder ASTA kann man das als Erfolg sehen, als konkret Betroffener nicht. Konkrete Zugeständnisse in schriftlicher Form gab es für die ersten Durchgänge nämlich nicht.


    Hier die Ergebnisse des Gesprächs:
    -Keine generelle finanzielle Unterstützung
    -Es wird geprüft, ob es in Härtefällen bei zu großer Entfernung zum Wohnort zu einer geringfügigen Unterstützung im Rahmen von Fahrtkosten Zuschuss kommen kann, dieses klang im Gespräch aber sehr unwahrscheinlich
    -Das Verteilverfahren wird zugunsten der Studierenden ausgerichtet, so das ggf. einige ZfsL´s nicht geöffnet werden
    -Wenn die Schulen nicht zu Unterrichtsbeginn mit dem ÖPNV erreichbar sind, darf man später erscheinen
    -Höchstwahrscheinlich erhalten zu mindestens Grundschul-, Berufskolleg-, und Haupt-Real-Gesamt-Lehramtsstudierende eine Schule in Wunschortnähe
    -Bei Gymnasiallehramtsstudierenden ist dieses Aufgrund der hohen Studierendenzahl nicht möglich
    -Das ZfsL ist nicht zwangsweise der Ersatzbildungsort zur Universität, dieser wird unter den Studierenden und dem Betreuer ausgehandelt
    -Wahrscheinlich eine Gesetzesänderung, so das es möglich ist, das Praxissemester auf Wunsch auch an einer anderen Schulform zu machen
    -Die Sonderpädagogen werden in Regelschulen untergebracht, so das die Inklusion gefördert wird
    -Die ersten beiden, ggf. auch der dritte Durchlauf wird evaluiert
    -Deshalb kann es ggf. eine Reduzierung des Workloads geben
    -Die ersten beiden Durchläufe sind als Versuch anzusehen, dort wird mit den rechtlichen Regelungen flexibel umgegangen
    -Besonders die ersten beiden Durchgänge erhalten durch die Prozessevaluation eine sehr gute Bildung, sie können mitgestalten und die Studierenden können zur allgemeinen Verbesserung beitragen
    -Eine Anrechnung von Ehrenamtlicher Tätigkeit als Härtefall wird zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht stattfinden(das betrifft auch die Arbeit in Asten und Fachschaften)

  • Liebe Leute,
    auch wenn die Petition zum jetzigen Zeitpunkt noch 6 Tage läuft (hey, da geht noch was ;-)) möchte ich euch an dieser Stelle schon mal über den weiteren Verlauf informieren.
    Der erste Kontakt mit dem Ministerium ist aufgebaut. Am Mittwoch telefoniere ich mit Ulrich Wehrhöfer, der für die Lehrerausbildung in NRW zuständig ist. Bei ihm werde ich auch die Petition abgeben. Wann genau werden wir höchstwahrscheinlich Mittwoch besprechen. Das Ministerium hat sich nach meiner Anfrage sehr schnell gemeldet und zeigt anscheinend großes Interesse daran sich mit unserer Angelegenheit zu befassen. Welche Richtung sie einschlagen kann ich aber noch nicht absehen. Weiterhin habe ich den Kontakt zu einem Dortmunder Lokalpolitiker hergestellt, der uns ebenfalls unterstützen möchte und dadurch, dass er ebenfalls an der TU Dortmund studiert eindeutig auf der Seite von den Studenten steht und ihre Probleme im Alltag live miterlebt. Zur Übergabe werde ich auf jeden Fall den WA mitnehmen, wenn näheres bekannt ist werde ich mich außerdem mit der aktuellen Stunde des WDR kurzschließen. Falls ihr noch weitere Ideen habt teilt mir diese gerne per Email oder noch besser in der Facebookgruppe zur Petition mit.

    Björn

Pro

Nicht jeder ist Bafög berechtigt, wenn die Eltern über eine gewisse Grenze verdienen. Nicht jede Eltern sind aber bereit diesen Studenten finanziell zu helfen. Sollte man auch mal drüber nachdenken.

Contra

Noch ein Argument: Warum soll dieses Praxissemester gerade für Lehramtsstudierende finanziert werden? Studierende anderer Fächer müssen auch ein entsprechendes Praktikum machen. Dann bitte: Finanzierung von Pflichtpraktika für alle. Das ist aber zu teuer. Ganz zu schweigen von den Menschen, die für Ihre Ausbildung bezahlen müssen!