Es gibt zur Zeit in Niedersachsen kein einheitliches und schlüssiges Gesamtkonzept zum Thema Schulsozialarbeit. Insbesondere an Grundschulen gibt es mehrere Formen der Finanzierung und verschiedenste Konzepte.

( Siehe hierzu eine Studie der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim Holzminden Göttingen: www.hawk-hhg.de/sozialearbeitundgesundheit/media/Einblick_Schulsozialarbeit_in_Niedersachsen.pdf und elearn.hawk-hhg.de/projekte/160/media/DokumentationFachtagSchulsozialarbeit062015.pdf )

Viele Schulsozialarbeiter an Grundschulen sind bei dem jeweiligen äußeren Schulträger angestellt und haben hier häufig befristete Arbeitsverträge. Die Städte und Gemeinden begreifen dieses meist als sogenannte freiwillige Aufgabenübernahme. Andere Schulsozialarbeiter werden über Träger der Jugendhilfe finanziert und von diesen konzeptionell begleitet. Einige wenige Schulsozialarbeiter in sozialen Brennpunkten werden vom Land Niedersachsen finanziell getragen.

Gerade der erste Punkt zeigt, dass sich häufig nur Städte und Gemeinden mit einer guten Haushaltslage einen Schulsozialarbeiter oder eine Schulsozialarbeiterin an einer Grundschule leisten können.

EINE VERLÄSSLICHE; NACHHALTIGE UND KOORDINIERTE SCHULSOZIALARBEIT ERFORDERT EINE GESETZLICHE REGELUNG DURCH DAS KULTUSMINISTERIUM UND DIE ÜBERNAHME DER KOSTEN DURCH DAS LAND NIEDERSACHSEN!!!

Durch Schulsozialarbeit an Grundschulen werden sozial benachteiligte Kinder frühzeitig unterstützt und gefördert. Dieses entlastet auch den Regelunterricht und kommt somit allen Schülern zugute. Auch weiterführende Schulen würden erheblich von dem Ausbau der Schulsozialarbeit an Grundschulen profitieren, da die Kinder dann beim Wechsel auf die weiterführende Schule bereits mehrere Jahre sozialpädagogisch unterstützt worden sind.

Reden

Sozialarbeit an Schulen ist seit Jahren ein wichtiger Baustein in unserem Bildungssystem. Dieser Baustein wird gerade heute durch die Themenfelder Inklusion, Integration und Ganztagsschule zu einem Schlüsselthema, um all diesen Herausforderungen angemessen begegnen zu können. Gerade jetzt sollten besondere Anstrengungen unternommen werden, damit an allen Schulen ein gemeinsames Zusammenleben und zusammen lernen möglich wird .

Die Schulsozialarbeit würde hierbei allen Schülern, im besonderen Maße aber den Kindern und Jugendlichen zugute kommen, die Defizite in der sozialen/emotionalen Entwicklung mitbringen. Im Rahmen der Inklusion gibt es Schüler die zeitweise oder vollständig nicht im Klassenverband unterrichtet werden können und auch im System der Förderstunden keine Fortschritte machen. Hier sind spezielle Lernräume und sozialpädagogische Fachkräfte erforderlich, um diesen Schülern eine Lern- und auch Lebensperspektive zu ermöglichen. Bei den Herausforderungen der Integration können Schulsozialarbeiter zum Beispiel durch Projekte einen wichtigen Beitrag zum interkulturellen Zusammenleben in den Schulen und darüber hinaus leisten. Auch beim Erkennen von Schülern mit traumatischen Belastungen können die Schulsozialarbeiter eine entscheidende Rolle spielen. In einer Ganztagsschule bekommen verschiedenste soziale Themen eine größere Bedeutung. Auch hier ist ein Sozialarbeiter die passende Antwort auf die daraus resultierenden Herausforderungen. Je früher Kinder mit bestimmten Defiziten in ihrem Schulleben von einem Schulsozialarbeiter unterstützt werden, desto größer ist die Chance auf einen guten Bildungsabschluss und ein erfolgreiches Berufsleben.

In einer der nächsten Sitzungen wird im Kultusausschuss über das Thema Schulsozialarbeit gesprochen werden und im Kultusministerium arbeitet man schon länger an einem Konzept zu diesem Thema. Daher brauchen wir jetzt jede Unterstützung um deutlich zu machen:

WER VON CHANCENGLEICHHEIT IM BILDUNGSSYSTEM SPRICHT, DER MUSS EIN DURCHDACHTES KONZEPT ZUM THEMA SCHULSOZIALARBEIT VORLEGEN UND DIE NOTWENDIGEN FINANZIELLEN MITTEL ZUR UMSETZUNG ZUR VERFÜGUNG STELLEN, DIESES GILT INSBESONDERE FÜR DEN BEREICH DER GRUNDSCHULEN!!!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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  • Der niedersächsische Landtag hat am 06.04.2017 abschließend über unsere Petition beraten. Das Kultusministerium arbeitet immer noch an einem ganzheitlichen Konzept für die Schulsozialarbeit. Die Schwerpunkte werden aber vorerst an Ganztagsschulen und an Schulen mit einem hohen Anteil an Flüchtlingskindern bestehen bleiben. Zur Zeit übernimmt die Landesregierung die Stellen aus dem Hauptschulprofilierungsprogramm, so dass es ca. 1000 Stellen für Schulsozialarbeiter an niedersächsischen Schulen gibt, die vom Land finanziert werden.
    Ein weiterer Ausbau der Schulsozialarbeit wird maßgeblich von den finanziellen Mitteln abhängen, die dem Haushalt des Kultusministeriums zur Verfügung gestellt werden.
    Ich hatte im Rahmen eines Schulbesuches der Kultusministerin noch einmal die Gelegenheit sie auf das Thema anzusprechen. Mein Eindruck ist, dass ihr das Thema durchaus am Herzen liegt und das es einen weiteren Ausbau der Schulsozialarbeit durch das Land geben wird. Allerdings befürchte ich, dass das Tempo des Ausbaus deutlich langsamer von statten gehen wird als wir uns das wünschen und als das es erforderlich ist.

    Tjorben Wigger

  • Am19.08.2016 haben wir die beiden Onlinepetitionen bei der Kultusministerin in Hannover persönlich übergeben können. Wir haben zusammen über 24.000 Unterschriften für mehr Schulsozialarbeit abgeben können. Die Ministerin hat uns freundlich empfangen und sich Zeit genommen, zusammen mit dem zuständigen Fachbereichsleiter, um uns den aktuellen Sachstand und die weiteren Planungen des Ministeriums darzustellen.
    Die Landesregierung wird in diesem Schuljahr ca. 1100 Schulen in Niedersachsen mit fest angestellten Schulsozialarbeitern versorgen. Der Schwerpunkt wird hierbei der Ausbau an Haupt- und Realschulen mit Ganztagsangeboten liegen, da diese aus Sicht des Kultusministeriums die Hauptlasten bei den Themen Inklusion und Integration tragen.
    Wir freuen uns sehr, dass Niedersachsen hiermit bundesweit Vorreiter ist, indem die Kultusministerin beim Thema Schulsozialarbeit die Verantwortung übernimmt.
    Nachdem die ersten Schritte in die richtige Richtung gemacht worden sind, hoffen wir natürlich auf einen weiteren Ausbau und schlussendlich auf die Versorgung aller Schulen in Niedersachsen mit Schulsozialarbeit.
    Die größte Hürde wird hierbei wie immer die Finanzierbarkeit sein. Wir hoffen das eure Unterschriften helfen werden, um diese Hürde zu überspringen.
    Wir bedanken uns nochmal ganz herzlichen bei allen die uns unterstützt haben!!!

    Schöne Grüße,

    Tjorben Wigger

Discussie

pro

Wir haben an unserer Schule sehr positive Erfahrungen mit der Schulsozialarbeit gemacht und sehr gute Erfolge erlebt. Die Schulsozialarbeit arbeitet präventiv in Einzelfall–, Gruppen-, und Elternarbeit. Die Schulsozialarbeit verbessert die sozialen Kompetenen der Kinder. Die Schulsozialarbeit bietet unmittelbare Hilfe bei Problemen, Konflikten und Krisen. Die Schulsozialarbeit führt zu mehr Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit.

contra

In der Petition fehlt doch ganz klar der Hinweis auf das "Wie". Das ein Sozialarbeiter an einer Grundschule tatsächlich den durch die Petition gewünschten Effekt bringt, muss erst mal bewiesen werden. Ausserdem ist der Einsatz von Sozialarbeitern nach Giesskannenprinzip ohnehin fraglich. Oder stellt hier Jemand ernsthaft in Frage, dass es je nach Einzuggebiet Schwerpunktschulen gibt.